Heiner Lauterbach: Kinder müssen geschützt werden

Schauspieler Heiner Lauterbach nahm die Rolle als unter Missbrauchsverdacht stehender Vater in 'Einfach die Wahrheit' an, weil er auf das Thema Kindesmissbrauch aufmerksam machen wollte

Heiner Lauterbach (59) entschied sich, die Rolle in 'Einfach die Wahrheit' anzunehmen, um das Thema Kindesmisshandlung "auf den Tisch zu bringen".

Der Schauspieler ('Die Sturmflut') hatte sich lange dagegen verschlossen, einen solchen Film zu drehen, weil er sich "nicht sieben Wochen mit diesem furchtbaren Thema beschäftigen" wollte. "Dafür war mir meine Lebenszeit zu schade", gestand er im Interview mit 'Focus Online'. Dass er nun dennoch einen Vater unter Missbrauchsverdacht verkörperte, sei den guten Argumenten des Produzenten geschuldet. "Martin Krug, der Produzent, hat mich dazu überredet", erzählte der gebürtige Kölner und führte aus: "Er bot mir die Rolle an, ich lehnte ab. Dann meinte er zu mir: 'Heiner, mit Verlaub, das finde ich nicht richtig. Man muss dieses Thema ansprechen und ich finde es egoistisch, wenn Du das abblockst.'"

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©Gala / Brigitte

Nach dieser Ansprache änderte der Star seine Meinung. Das Thema Kindesmissbrauch müsse einen höheren Stellenwert bekommen, erklärte er. "Wir können Aufklärungsroboter auf den Mars schießen, schaffen es aber nicht, diese grauenhafte Kinderpornographie aus dem Netz zu verbannen. Die Menschen, die an der Macht sitzen, können sonst alles erreichen. Dieses Thema ist ihnen nur offensichtlich nicht wichtig genug", klagte er an und ergänzte: "Und deswegen sollte man alles dafür tun, um es wieder und wieder auf den Tisch zu bringen."

Der Darsteller plädierte einerseits für "wesentlich konsequentere Strafen", zugleich dachte er auch an die Täter. "Auf der einen Seite schätze ich es unheimlich, wenn Menschen Gnade vor Recht ergehen lassen, wenn Sie verzeihen, und anderen eine zweite Chance geben können. Ich denke durchaus an die Täter", sagte er. "Ich glaube, gelesen zu haben, dass 90 Prozent unter ihnen früher selbst Opfer waren. Das kommt also alles nicht von irgendwoher." Dennoch ließ Heiner Lauterbach keinen Zweifel daran, auf welcher Seite er letztendlich steht: "Ich bin für radikalen Schutz der Kinder - ohne Wenn und Aber."

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