Gaby Hauptmann: "Ich hatte keine Lust auf Shades of Grey"

Gaby Hauptmann ist seit 20 Jahren im Geschäft: Was die Autorin von "Shades of Grey", Jojo Moyes und J.K. Rowling hält, verrät sie hier.

In Gaby Hauptmanns, 58, neuem Buch "Zeig mir, was Liebe ist" (Piper, 256 Seiten, 9,99 Euro) gehen Valentin und Leska in einem Zehn-Millionen-Euro-Oldtimer auf einen verbotenen Ausflug nach Italien. Wobei sie bald feststellen müssen, dass sie nicht allein unterwegs sind... Und was sagt die Autorin, die als die einzig Überlebende des ersten Frauenbuch-Booms und als erfolgreichste deutsche Schriftstellerin gilt, zur internationalen Konkurrenz? "Ich hatte gar keine Lust, "Shades of Grey" zu lesen", verrät Hauptmann im Interview mit spot on news.

"Ich gönne E.L. James den Erfolg"

Max Herre

Sein Sohn Isaiah rappt in seinem neuen Musikvideo

Max Herre
Einer von Max Herres Söhnen hat einen Gastauftritt in seinem neuen Musikvideo und entpuppt sich als Rap-Talent.
©Gala

Aber sie gönne E.L. James den Erfolg, "denn sie hat an eine innere Neigung gerührt, die offensichtlich sowohl Männer als auch Frauen anspricht: Unterwerfung", so die Schriftstellerin weiter. "Vielleicht hätte ich es gelesen, wenn er der kleine Student gewesen wäre und sie die reiche Unternehmerin."

Jojo Moyes für den Urlaub?

Jojo Moyes' "Ein ganzes halbes Jahr" habe sie sehr an "Ziemlich beste Freunde" erinnert. Es sei die gleiche Thematik, "ein unglücklicher gelähmter Mann, der seine Umwelt schikaniert und dann doch seine Lebensfreude durch einen unkonventionellen Partner wiederentdeckt. Beim Film hat es mich gerührt, weil ein Tatsachenbericht die Vorlage war", sagt die 58-Jährige. Vielleicht gönne sie sich im Urlaub ein anderes ihrer Bücher - "oder sonst ein Buch, wenn ich Zeit zum Lesen finde".

Es sei aber auch schwierig, ein ganz neues Kapitel aufzuschlagen, erklärt Hauptmann: "Das ist Joanne K. Rowling mit "Harry Potter" gelungen, Stephenie Meyer mit ihren Vampiren und eben E.L. James. Und eigentlich könnte sich ja E.L. James nun auch einen kleinen Studenten leisten...", schmunzelt Hauptmann.

"Ich könnte das heute nicht mehr so schreiben"

Hat Hauptmann unter ihren eigenen Werken ein Lieblingsbuch? "Schwierig", antwortet sie: "Ich habe eben per Zufall auf einer langen Autofahrt meinen Roman "Ran an den Mann" als Hörbuch gehört und hatte unglaublichen Spaß. Ich könnte dieses Buch heute überhaupt nicht mehr so schreiben, weil meine Tochter damals vierzehnjährig war (heute 23) - und ihre coolen Sprüche und diese knappe Teenagerart kann man einfach nicht erfinden. Dazu die im Buch ältere Schwester, unser damaliges Aupair-Mädchen Gabriela, die hier ebenfalls ihre Pubertät ausgelebt hat, angereichert mit einem überschwappendem Haushalt, was auch wirklich so war, ausstaffiert mit unendlichen "Liebesgaben" der verliebten Jungs in Form von Kaninchen, Buntratten usw. und dies in den verschiedenen Charakteren herrlich von Ulrike Grote gelesen. Manchmal fragt man sich dann wirklich, wie man auf die eine oder andere Wendung im Roman gekommen ist." Sie habe zu jedem ihrer Bücher ein Verhältnis, "weil sie jeweils anders sind und mich an bestimmte Geschichten in meinem Leben erinnern - Erlebnisse, Erfahrungen oder einfach nur an einen Auslöser", erklärt Hauptmann.

Was liest Gaby Hauptmann privat?

Sie stöbert gern in Buchhandlungen und lässt sich verleiten - "nie durch die Bestsellerliste, aber durch einen Titel und das Cover und schließlich durch die Kurzfassung und durch einen Blick auf den Schreibstil auf einer willkürlich aufgeschlagenen Seite", verrät sie. "Und wenn es dann möglich ist, kaufe ich mir das Hörbuch - denn ich sitze eben doch sehr viele Stunden im Auto. Zuletzt war das "Die Frau, die nie fror" von Elisabeth Elo. Ziemlich schräg, dachte ich zunächst, und dann habe ich die nächste Ausfahrt verpasst...", erzählt sie.

Neue Filme?

Einige von Hauptmanns Bücher sind bereits verfilmt worden. Gibt es Pläne für weitere Verfilmungen? "Ja, Regina Ziegler hat sechs meiner Bücher verfilmt. Aber es gilt immer: Neues Buch, neues Spiel. Wir werden sehen. Die Fans und Leserinnen meiner Jugendreiterserie "Kaya" bestürmen mich immer, denn sie würden gern ihre Lieblingsfiguren auf der Leinwand sehen - und natürlich gern mitspielen. Und mein neuer Roman "Zeig mir, was Liebe ist" hätte sicherlich Filmpotential, aber dazu braucht man bekanntlich einen Produzenten und der Produzent braucht einen Fernsehsender, der das nötige Interesse und Kapital hat. Das ist ein wahrlich spannendes Kapitel..."

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