Franken-Tatort: So wird die Premiere

Franken goes "Tatort": Lohnt sich das Einschalten bei "Der Himmel ist ein Platz auf Erden"? Hier gibt's die Antwort!

Der heiß ersehnte erste "Tatort" mit dem neuen Ermittler-Team aus Franken - dem der BR eigens einen liebevoll gestalteten Blog widmet - erzählt eine durchaus melancholische Geschichte, wobei die Hitzköpfe das Salz in der Suppe sind. Mehr zu "Der Himmel ist ein Platz auf Erden" (12.4., 20.15 Uhr, das Erste) lesen Sie hier:

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©Gala

Was die Franzosen "Petite Mort" nennen, endet in einem Waldstück bei Nürnberg tatsächlich tödlich. Christian Ranstedt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, Professor an der Universität Erlangen und angesehener Bürger der Stadt Nürnberg, wurde beim Liebesspiel in seinem Auto durch zwei Kopfschüsse aus nächster Nähe getötet. Als die Polizei eintrifft, stehen beide Wagentüren offen. Der Fahrersitz mit dem Toten ist weit zurückgeschoben. Die Person, die mit ihm im Auto war, ist verschwunden. Nichts deutet auf ihre Identität hin. Seine Ehefrau Julia glaubte ihren Mann an der Universität. Für sie und ihre beiden Kinder bricht schlagartig eine Welt zusammen, die unzerstörbar schien. Warum wurde Christian Ranstedt ermordet? Warum in einem so pikanten Moment? Und wieso blieb wer auch immer mit ihm im Auto war am Leben?

Lohnt sich das Einschalten?

Ja! Interessante Charaktere, erwartungsgemäß überzeugend dargestellt, erzählen in einer charmanten Inszenierung eine durchaus auch traurige Geschichte über unbefriedigende Ehen, dem Spielen mit anderer Leute Gefühlen, die Folgen von sozialer Isolation und über Einsamkeit. Das alles gewürzt mit der richtigen Prise Lokalkolorit: ehemalige Kaiserresidenz vs. Knödel-Werfer, "Weltgeschichtsstraße" etc. Die erste Ausgabe der Kultkrimireihe aus dem bis dato "Tatort"-technisch unbeleckten, aber reizvollen Franken überzeugt mit langen Einstellungen und temporeichen Wortwechseln.

Auf allzu viel Blut, ekelige Seziertisch-Szenen und banalen Slapstick verzichten Regisseur Max Färberböck, 64, und Co-Drehbuchautorin Catharina Schuchmann dabei fast vollends. Wie in ihrem Erfolgskrimi "Tatort: Am Ende des Flurs", 2014, - den der Münchner Ermittler Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) fast nicht überlebt hätte - geizen die beiden auch in "Der Himmel ist ein Platz auf Erden" nicht mit trockenem Humor.

Außerdem trägt der Krimi nicht nur einen poetischen Titel, die Zuschauer werden auch sehr zart herangeführt an Szenerie und Personen. Apropos Personen, trotz eines verhältnismäßig großen Teams liegt der Fokus in der ersten Ausgabe eindeutig auf den beiden Kriminalhauptkommissaren:

Als da wären die herrlich leicht bis mittelschwer cholerische Paula Ringelhahn, gespielt von der Berlinerin Dagmar Manzel (56, "Schtonk!", "Zettl"). Und der "feinnervige Ermittler" Felix Voss, wie ihn sein Vorgesetzter nennt, verkörpert vom Hamburger Charakterdarsteller Fabian Hinrichs (40, "Tatort: Der tiefe Schlaf"). Dieser Kommissar hat übrigens tatsächlich absolut nichts gemein mit Hinrichs' bisheriger "Tatort"-Paraderolle als Münchner Assistent Gisbert Engelhardt. Manzel und Hinrichs machen ihren Job toll, die will man wiedersehen!

Gleiches gilt auch für die noch ein wenig blasseren Figuren im Ermittlerkreis, denn laut BR sind die Franken im Franken-Krimi vielversprechend angelegt: die "erotisch aktive" Kommissarin Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid), der "militant unaufgeregte" Kommissar Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt), der "stoische Analytiker" aka Leiter der Spurensicherung, Michael Schatz (Matthias Egersdörfer), und nicht zu vergessen der launische Polizeipräsident Dr. Kaiser (Stefan Merki)... Alles in allem eine sehr erfrischende Premiere. Bassd scho - würde der Franke da wohl sagen!

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