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Florian Lukas Vom Leben überrascht

Florian Lukas
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Schauspieler Florian Lukas hat keine großen Wünsche, lieber lässt er sich vom Leben einfach überraschen

Florian Lukas (40) führt eher keine To-Do-Listen.

Der Schauspieler ('Die verlorene Zeit') war gestern zum vorerst letzten Mal als Martin Kupfer in der DDR-Saga 'Weissensee' zu sehen und sein Charakter musste in der zweiten Staffel viele Schicksalsschläge überstehen. Auch privat zeigt sich der Leinwandstar eher nachdenklich. "Ich bin immer ein wenig zweifelnd. Ich habe keine Lebensziele, keine großen Träume oder Wünsche. Ich lasse mich lieber vom Leben überraschen. Bisher hatte ich Glück", verriet er im Interview mit 'Bild' und blickte realistisch in die Zukunft: "Ich glaube an Liebe - aber die große Liebe ist unrealistisch. Das kann einem passieren, aber im Lotto kann man auch gewinnen."

Realitätsnah findet der Schauspieler hingegen die Darstellung der DDR in der Serie und denkt, dass auch heute die Menschen ähnlich unter Druck reagieren. "Die Machtmechanismen sind in der Serie gut dargestellt. Sie zeigen, was passiert, wenn Leute unter Druck geraten. Ich denke, dass sich viele Leute in der DDR nicht für die Stasi interessiert haben, solange es sie nicht persönlich betraf. So ist es doch heute auch. Wer interessiert sich denn hier für den NSA-Skandal? Fast niemand. Für die meisten Leute - und das kann man ihnen nicht vorwerfen - sind die eigenen Probleme wichtiger: Wie bekomme ich meine Familie durch? Wie gestalte ich mein Leben? Das ist heute nicht anders als damals."

Heute habe das Medium Fernsehen die Möglichkeit, ein breites Publikum zu erreichen und zu berühren. "Man will ja nicht wie ein Veteran immer nur über die alten Zeiten sprechen. Ich glaube aber schon, dass Filme die Möglichkeit haben, sich mehr in die Herzen der Leute zu spielen, vor allem auch in die Herzen der Jugendlichen und der jungen Heranwachsenden", sagte Florian Lukas noch im September im Interview mit 'Planet Interview' und sah vor allem das Positive an DDR-Geschichten. "Über so einen Film kann man miteinander ins Gespräch kommen und Fragen stellen. Diese Spielfilme sollen nicht grundsätzlich als die Wahrheit oder als ein Bildungsauftragswerk oder was auch immer betrachtet werden, sondern ich sehe diese Filme als Mosaiksteine, um ein umfassenderes Bild einer bestimmten Zeit zu bekommen. Die Serie 'Weissensee' ist mir dabei sehr wichtig und sie macht mir großen Spaß", so Florian Lukas.

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