Erholung: Getrennte Betten und Mittagsschlaf

Gute Ernährung, ausreichende Bewegung und erholsamer Schlaf sind für Michael Despeghel der Schlüssel dazu, um dauerhaft abzunehmen.

In seinem Buch "Schlank über Nacht" (CBX Verlag, 176 Seiten, 14,95 Euro) präsentiert Dr. Dr. einen Ansatz, wie die Pfunde dauerhaft purzeln können. Der Spezialist für nachhaltige Lebensstiländerung und gesunde Lebensführung setzt dabei auf drei Faktoren: optimale Ernährung, ausreichend Bewegung und erholsamer Schlaf. Warum er vielen Paaren zu getrennten Betten rät und er sich für den Mittagsschlaf einsetzt, verrät er im Interview mit spot on news.

In Ihrem Buch "Schlank über Nacht" raten Sie von Diäten dringend ab. Viele prominente Frauen preisen gerne bestimmte Diäten an, mit denen sie schnell Gewicht verloren haben. Warum ist das für den Ottonormalverbraucher nicht machbar?

Michael Despeghel: Das sind dann meist sehr radikale Lösungen, zum Beispiel nur Zitronensaft oder Apfeltee trinken. Wenn der Körper keine Nahrung erhält, ist er irritiert und versucht, die lebensnotwendigen Systeme aufrechtzuerhalten. Er greift primär auf Eiweiß zurück, baut Muskeln ab und verliert Wasser. Das sieht man natürlich auf der Waage, allerdings reduziert das auch die Leistungsfähigkeit. Diese Methoden sind nicht nachhaltig, können sogar gefährlich werden. Dazu kommt natürlich, dass sich die Prominenten sehr viel Zeit nehmen können, um ihren Körper wieder in Schuss zu bekommen und dann auch oft sehr viel aktiver arbeiten, als sie zugeben. Wenn ich unter kompetenter Anleitung sechs oder sieben Stunden trainiere und die Ernährung deutlich reduziere, dann habe ich natürlich Erfolge. Hinter diesen guten Ergebnissen, die auch länger anhalten, steckt viel Arbeit.

Bauchfett hat auch Einfluss auf Serotonin- und Testosteronwerte, schreiben Sie. Je mehr man also davon rumschleppt, desto unglücklicher und weniger sexuell aktiv ist man?

Despeghel: Das kommt sicherlich mit hinzu. Für sexuelle Aktivität braucht man eine gewisse Grundleistungsfähigkeit. Wenn ich diese aus körperlicher Sicht nicht habe, ist auch die mentale Motivation deutlich eingeschränkt. Wer weniger aktiv ist, ist auch häufiger träge, müde, schneller erschöpft und empfindet zusätzliche Belastungen als Stressfaktor. Sex und Stress - das funktioniert nicht. Und Bauchfett ist Dauerstress für den Mechanismus.

Neben ausreichend Bewegung und richtiger Ernährung erläutern Sie auch, wie wichtig erholsamer Schlaf ist. Würden Sie Paaren generell zu getrennten Schlafzimmern raten?

Despeghel: Gemeinsamkeit ist zwar ein wichtiger Aspekt in der Beziehung. Aber wenn einer von den beiden Partnern kontinuierlich keine Regeneration finden kann - und Schnarch-Geräusche über eine bestimmte Dezibel-Zahl sind der absolute Killer - bleibt einem Nichts anderes übrig. Oder aber der betroffene Partner lässt sich mal im Schlaflabor untersuchen und dann auch entsprechend medizinisch behandeln.

Sie machen sich auch für den Mittagsschlaf stark...

Despeghel: In anderen Ländern ist das gang und gäbe, das hängt mit der Kultur zusammen. Untersuchungen zeigen, dass ein Powernap am Mittag das Gedächtnis um ein Vierfaches verbessert. Das schlägt sich sofort in der Produktivität am Nachmittag nieder. In Deutschland ist das oft noch schwierig umzusetzen. Denkbar wäre, dass man die Mittagspause draußen verbringt, einen Spaziergang macht, um dadurch zu entspannen und zu regenerieren.

Sie raten dazu, Tagebuch über Ernährung und Schlafverhalten zu führen. Was halten Sie von Apps oder Smartwatches, die diese Funktion übernehmen?

Despeghel: Das hängt vom Typ an: Wenn jemand gerne diese neue Welle nutzt, spricht nichts dagegen. Das geht natürlich auch mit einem Buch oder einer Tafel, auf der Kreuzchen gemacht werden. Wichtig ist, dass es überhaupt umgesetzt wird.

In Sachen Bewegung setzen Sie auf das High Intensity Training. Was kann man sich darunter vorstellen?

Despeghel: Viele Jogger haben sich beispielsweise angewöhnt, lange, dafür aber gemächlich zu laufen. Dabei entwickelt der Körper seine Leistungsfähigkeit aber nicht weiter. Und auch der Kilokalorienverbrauch wird nicht weiter erhöht, sondern oft sogar reduziert. Wenn ich ein höheres Tempo laufe, verbrauche ich sehr viel mehr Kalorien. Und Kilokalorien zu vernichten, ist bei der Gewichtsreduktion das Entscheidende. Das Zweite ist: Jogger, die über Jahre täglich lange laufen, riskieren orthopädische Schäden, die Hüfte wird unter anderem beschädigt. Die Leute haben zudem auch immer weniger Zeit für Sport. Von daher kommt vielen das High Intensity Training entgegen: Wenn sie nur 20 Minuten trainieren, aber in denen zum Beispiel vier Sprints von bis zu einer Minute einbauen, erhöht das den Kalorienverbrauch enorm.

Was halten Sie von aktuellen Ernährungs-Trends wie Paleo?

Despeghel: Menschen sind sehr unterschiedlich. Wenn der Körper auf bestimmte Nahrungsmittel wie zum Beispiel Getreide tatsächlich mit Entzündungen, Übelkeit oder Magenschmerzen reagiert, macht es Sinn, darauf zu verzichten. Wer aber ein Vollkornbrot isst und keine Probleme hat, ist auf einem guten Weg: Ballaststoffe sind sehr wichtig für die Darmgesundheit. Wenn jemand keine Probleme hat, sollte er auch nicht auf eine eingeschränkte Ernährung umstellen.

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