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Campino Nicht zu wählen ist keine Alternative 

Campino
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Rocker Campino übte Kritik an deutschen Politikern: Früher hätten sie noch eine Mission gehabt, heute handeln sie oftmals aus einem Karrierestreben heraus.

Für Campino (51) ist der Gang zur Urne ein Muss.

Der Frontmann der Toten Hosen ('Altes Fieber') verfolgte schon immer interessiert das politischen Geschehen in Deutschland und nahm noch nie ein Blatt vor den Mund. Auf dem Gurtenfestival in Bern sprach der Rocker jetzt mit dem 'SRF' über die bevorstehende Bundestagswahl am 22. September. Enttäuscht verfolgt er den deutschen Wahlkampf, der "flau" verlaufe, da der Wahlausgang seiner Meinung nach schon bekannt sei: "Es ist schade, dass es keine Alternative zu Merkel zu geben scheint", bedauerte er im Interview. Trotz dieser Theorie kommt es für den Musiker nicht in Frage, sich den Gang zur Urne zu sparen: "Nicht-Wählen ist keine Alternative, auch wenn's wirklich keinen Spass mehr macht, an die Urne zu gehen", betonte er.

Früher gab es laut Campino noch wesentlich mehr gute Politiker, deren Mission darin bestand, Deutschland besser zu machen. Heutzutage habe man oft das Gefühl, dass Politiker aus eigenen Interessen heraus handeln, kritisierte er: "Das Problem ist, dass die Personaldecke an guten Politikern in Deutschland sehr dünn geworden ist. In der Generation davor hat man, speziell bei den Grünen, noch Leute gehabt, die in den Gründerjahren dabei waren und auf die Strasse gegangen sind. Jede Menge Politiker hatten da noch die Mission, dieses Land besser zu machen, da ging's nicht nur um Karriere. Jetzt hat man immer mehr den Eindruck, dass einige Leute voll professionell im Geschäft sind. Völlig Wurst welche Partei, Hauptsache man hat die besten Aufstiegsmöglichkeiten. Das ergibt so eine aalglatte Linie, die Politiker sind in der Lage, Salti zu veranstalten, wenn sie merken, dass etwas nicht gut ankommt."

Ein kleines Lob an die Bundeskanzlerin gab es von dem bekennenden Grünen-Wähler dennoch: "Merkel hat sich einen Namen gemacht als relativ praxisnahe Person, sie ist kein Parteisoldat und hat Dinge gemacht, die man der CDU nicht zugetraut hätte. Sie ist oft sehr passiv, aber das ist in gewissen Situationen das Beste, was man machen kann."

Ob Campino seine Stimme per Briefwahl abgibt? Zur Zeit ist er nämlich mit seiner Band auf Tour. Auch nach knapp 31 Jahren Bandgeschichte können sich die Toten Hosen bei ihrer 'Der Krach der Republik'-Tour über zahlreiche Fans freuen. Bis Oktober sind die Alt-Punks unterwegs und genießen den Zuspruch ihrer Anhänger. Im Publikum sind nicht nur die treugebliebenen aus den 80ern sondern auch viele neue Fans: "Unser Publikum ist heute sehr gemischt. Es gibt welche, die uns schon sehr lange begleiten und mit uns älter geworden sind und junge Leute, die uns erst später entdeckt haben … Das Schöne ist, dass sich beides so mischt", freuten sich die Toten Hosen gegenüber der 'Neuen Presse'.

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