Campino: Morgens kein Bier

Kultrocker Campino ist heute nicht mehr der Rebell, der er früher mal war. Schlechter sei sein Leben deswegen jedoch nicht.

Campino (50) steht zu seiner Rockstar-Vergangenheit. Sein heutiges Leben sieht jedoch anders aus.

"Ich bin heute nicht mehr der, der ich mal war", erklärte der Tote-Hosen-Sänger ('Tage wie diese') im Interview mit 'express.de'. "Aber ich bin heute der, weil ich mal so war. Da gibt es für mich keinen Bruch. Ich habe kein Problem damit, mit den Dingen aus der Vergangenheit konfrontiert zu werden. Ich stehe dazu." Obwohl der Musiker noch immer eine gute Party zu schätzen weiß, spielt das richtige Timing mittlerweile eine große Rolle. "Ich leiste es mir nicht mehr, morgens um 10 schon ein Bier aufzureißen, wenn ich noch etwas vorhabe", erzählte er.

Rauschzustände zu allen Tageszeiten hat er durch und damit abgeschlossen, ein Glas Wein gönnt sich der Star am Abend, wenn überhaupt. "Ich trinke nicht so viel, wie man vielleicht meint. Es gibt sogar Abende, da versuche ich es mit Tee und Wasser." Auch Nüchternheit habe ihren Reiz, das hat der gebürtige Düsseldorfer gelernt. "Es zahlt sich nicht aus, wenn ich mich während der Saison, in der wir alle fit zu sein haben, nachts abschieße und dann zwei Tage im Bett liege, weil ich einen dicken Kopf habe", lautet seine heutige Einstellung, auch wenn er sich dagegen sträubt, die Erkenntnis aufs Alter zu schieben. "Wenn es so wäre, wäre es schön. Aber ich habe noch genügend Flausen im Kopf, die mit Altersweisheit nichts zu tun haben." Seine Lust auf Unsinn sei ungetrübt und noch immer tue er Dinge, die er am nächsten Tag bereue, gestand der Musiker.

Obwohl er sich damit nicht gerade als Vorbild für seinen Sohn outet, hofft er doch, dass in seinem Fall der Apfel ein wenig weiter vom Stamm gefallen ist. Sein Nachwuchs heißt Lenny und ist neun Jahre alt - und wenn es nach Campino ginge, würde der Kleine einiges besser machen als sein Vater. "Nein danke! Alles braucht er nicht von mir zu übernehmen, und es wäre auch schön, wenn er sich in der Schule anders entwickelte als ich. Als Vater möchte ich es nicht immer mit einem Troublemaker zu tun haben", gab der Entertainer zu.

Nichtsdestotrotz ist er sich bewusst, dass sein Einfluss auf die Entwicklung seines Jungen Grenzen hat. Und damit kann er leben. "Lenny wird wie alle Kinder auf der Welt Optionen geboten bekommen, muss sich selber entscheiden, und ich werde das akzeptieren", betonte Campino und ergänzte: "Ich muss es aushalten können, wenn die Entwicklung in eine Richtung geht, die ich mir selber nicht gewünscht hätte."

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche