Bruce Willis: Ein Welten-Retter wird 60

Er hat schon für Recht und Ordnung gesorgt, als heutige Action-Helden noch in die Windeln machten. Bruce Willis wird heute 60. Jahre alt.

Mit Bruce Willis feiert am heutigen Donnerstag einer der größten Action-Helden der Filmgeschichte runden Geburtstag. Mit seinen inzwischen 60 Jahren rettete er bereits unzählige Male die Welt, ob vor skrupellosen Terroristen oder gigantischen Asteroiden. Und auch wenn er langsam aber sicher ins Action-Rentenalter einzugehen droht, ein paar Mal wird er für die Menschheit sicherlich noch die Kohlen aus dem Feuer holen.

Es war das Jahr 1955 im beschaulichen Örtchen Idar-Oberstein in Reihinland-Pfalz. Als am 19. März der US-Soldat David Willis und seine Frau Marlene Eltern wurden, ahnte noch keiner, welch außergewöhnliche Karriere ihrem Söhnchen Bruce beschienen sein würde. Doch an seine Zeit in Deutschland kann sich Willis nicht erinnern, mit acht Monaten wird die USA, genauer gesagt New Jersey, seine Heimat.

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©Gala

Stottriger Start

Dass der Welt einer der bis heute erinnerungswürdigsten Action-Darsteller geschenkt wurde, verdanken Fans der rabiaten Streifen ausgerechnet einer großen Schwäche von Willis: Als Kind und Jugendlicher hat er mit starkem Stottern zu kämpfen. Im Interview mit dem US-Magazin "Reader"s Digest" erinnerte sich der Schauspieler einst an diese Zeit: "Als ich zwischen neun und siebzehn war, habe ich schrecklich gestottert. An der High School geschah dann ein regelrechtes Wunder. Ich spielte in einem albernen Stück (...), Connecticut Yankee in King Arthur"s Court. Und als ich die Bühne betrat, war das Stottern weg. Kaum stieg ich von ihr, stotterte ich wieder."

Schon wenig später weiß er: "Das ist es, ich bin zu Hause. Das ist, was ich machen möchte:" Das Talent war entdeckt, doch dessen Förderung kostete Geld. Weil auch seine Eltern nicht unbedingt mit unendlichen Finanzen gesegnet waren, musste Willis für seinen Traum hart schuften. Er arbeitete so lange als Sicherheitskraft für eine Chemiefabrik, bis er sich den Schauspiel-Unterricht am Montclair State College leisten konnte.

Vom Romantiker zur Ein-Mann-Armee

Heutzutage kennt man Willis in erster Linie als knallharten Action-Held. Dabei war er am Anfang seiner Karriere ein regelrechter Softie und Frauenschwarm. Als der Ruhm noch nicht erreicht und das Haupthaar noch voll war, spielte er überwiegend in romantischen Komödien, so etwa in "Blind Date - Verabredung mit einer Unbekannten", in der er wild mit Kim Basinger turtelte.

1988 dann der Durchbruch: Barfuß und im Unterhemd ballerte sich Willis in "Stirb langsam" durch den Nakatomi Plaza und schier unzählige Gegnerhorden. Das Action-Franchise wird so erfolgreich, dass stand heute insgesamt vier Fortsetzungen folgten - zuletzt 2013, mit einem deutlich gealterten, aber nicht minder schießwütigen John McClane. Unvergessen sein berühmter, wenn auch recht kreativ ins Deutsche übersetzte Satz "Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke" (im Original: "Yippie-Ya-Yeah, Motherfucker.")

Der Rest ist Geschichte. Ab diesem ikonischen Auftritt spielte Willis jedes Jahr in mindestens einem Blockbuster mit, den Rekord stellte er sogar erst 2012 auf: In unglaublichen sechs Filmen war er in diesem Jahr vertreten, von der Komödie "Moonrise Kingdom", dem Science-Fiction-Streifen "Looper", bis hin zu seiner Parade-Disziplin, dem Action-Feuerwerk à la "The Expandables 2".

Himbeere versus Oscar

Obwohl Willis in seiner langen Laufbahn in über 100 Produktionen zu sehen war, reichte es bislang noch nicht einmal für eine Oscar-Nominierung. Im Gegenteil, Willis gewann bereits dreimal die Goldene Himbeere als schlechtester Hauptdarsteller. Die Anti-Auszeichnung, die traditionell kurz vor der Oscar-Verleihung vergeben wird, erhielt er für seine Rollen in "Armageddon", "Das Mercury Puzzle" sowie "Ausnahmezustand".

Goldkehlchen

Und wenn er mal nicht vor der Kamera steht? Dann singt Willis leidenschaftlich gerne. Zwei Alben brachte er bereits auf den Markt, die LP "The Return of Bruno" erlangte gar Platin-Status. Noch heute tritt er sporadisch mit seiner Band auf - wenn es der vollgepackte Terminkalender zulässt, versteht sich.

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