Andrea Sawatzki: Ich analysiere die Menschen

TV-Star Andrea Sawatzki ist gut darin, Menschen zu lesen. Das kam ihr auch beim Schreiben ihres ersten Romans zugute.

Andrea Sawatzki

(50) entwickelte als Schauspielerin eine psychologische Ader.

"Durch die Schauspielerei interessiere ich mich sehr für die Psychologie der Menschen, analysiere, wieso sie auf eine gewisse Weise handeln und reagieren", erzählte die Deutsche ('Meine Tochter, ihr Freund und ich') im Interview mit 'abendzeitung-münchen.de'. Diese Gabe kam der Darstellerin beim Schreiben ihres Debüt-Romans 'Ein allzu braves Mädchen' zugute, mit dem sie am Samstag das Münchner Kriminalfestival eröffnen darf. Neben ihrer Beobachtungsgabe ließ sich der Star bei seinem Krimi auch ein wenig von beruflichen Träumereien inspirieren. "Es ist bestimmt so, dass ich mir manchmal überlegt habe, was ich gern gespielt hätte oder gerne spielen würde", sinnierte Andrea Sawatzki und ergänzte: "Wahrscheinlich ist das Schreiben dadurch entstanden, dass es nicht immer interessante Rollen gibt. Ideen habe ich eigentlich ständig, so wie ich auch ständig schreiben kann."

Allerdings hatte die rothaarige TV-Dame auch recht prominente Unterstützung. Bevor sie sich an ihr Erstlingswerk machte, konsultierte sie den amerikanischen Meister des Horrors, (65, 'Feuerkind'), wenngleich nur in Buchform. "Mein Mann Christian legte mir 'Das Leben und das Schreiben' nahe. Das habe ich zweimal gelesen. Dann habe ich losgelegt", berichtete die gebürtige Bayerin. Von dem Schriftsteller lernte sie das schnörkellose Formulieren, sagte sie. "Zum Beispiel, dass man gerade die Teile, an denen man besonders hängt, rausschmeißt, weil sie oft für den Leser nicht rüberkommen. Und dass man vorsichtig sein soll mit Adjektiven, dass man die Sätze in Anschaulichkeit ertränken kann. Man soll schnörkellos bleiben, konkret, den Bildern im Kopf folgen."

Mit dem Buch erfüllte sich der Fernsehstar einen langgehegten Wunsch. "Der Wunsch zu schreiben hat schon sehr lange in mir existiert. Mein Vater war Schriftsteller, ich bin mit Büchern groß geworden und liebe es, zu lesen. Im Sommer 2011 habe ich dann ernsthaft überlegt, ein Buch zu schreiben", erinnerte sie sich. Dass sie ihren Wunsch in die Tat umsetzte, passt zu ihrem Lebensmotto: "Ich finde auch, und das hat gar nichts mit dem Alter zu tun, dass man seine Zeit nutzen sollte. Das Leben ist so kurz. Da sollte man so viel wie möglich ausprobieren", erklärte Andrea Sawatzki.

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