Stan Lee (✝): Herr der Helden und König der Cameos

Der Tod von Stan Lee macht zwar traurig, doch ein Blick auf sein Leben zeigt: Perfekter hätte er es sich selbst nicht ersinnen können

Stan Lee in der Pose seiner Superhelden-Erfindung Spider-Man

Stan Lee liebte sein Leben. Das hatte er immer wieder und zuletzt erst mit seinen 95 Jahren im April dieses Jahres gegenüber der "New York Times" bekräftigt. Und warum auch nicht? In seiner Variante des amerikanischen Traums wurde er nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, sondern vom Kopierassistenten zur Comicbuch-Legende - und Millionär.

Stan Lee ist mit 95 Jahren in Los Angeles verstorben

Stan Lee (✝)

Vater der Superhelden verstorben

Stan Lee (✝) durfte sich künstlerisch austoben

Beide Lieben seines Lebens waren früh gefunden und als Erfinder einiger der beliebtesten Superhelden der Comic-Geschichte wurde ihm die Freude zuteil, sich nicht nur in unserem schnöden Universum austoben zu dürfen, sondern auch in einem zweiten, einem fantastischen. Einem, in dem er selbst als König der Cameos regierte.

Aus Lieber wird Lee

Die Eltern von Stan Lee, der als Stanley Martin Lieber in New York geboren wurde, stammten aus Rumänien und wanderten in die USA aus. Schon als Jugendlicher hatte ihr Sohnemann seine Passion gefunden, verdiente sich bei Timely Publications als Kopierassistent seine ersten Sporen und wurde mit 17 zum jüngsten Redakteur der Comic-Branche ernannt. Aus Timely Publications wurde etwas später übrigens ein gewisser Verlag namens Marvel Comics und aus Stanley Martin Lieber schließlich Stan Lee.

Stan Lee machte Trainingsfilme für die US-Army

Nicht einmal der Zweite Weltkrieg konnte ihn von dieser Leidenschaft abhalten. Statt im Schützengraben zu liegen, hielt er in sicherem Abstand zur Front die Truppenmoral hoch, verfasste Slogans, Comics und Trainingsfilme für die US-Army. Als die realen Bösewichte besiegt waren, kehrte er zu jenen der Comicwelt zurück.

Stan Lee (✝)

So verabschieden sich die Stars

Stan Lee - So verabschieden ihn die Stars


Schlechter Ruf und die Wiederbelebung

Was heutzutage Rap-Musik und gewalttätige Videospiele sind, waren in den 1950er Jahren Comics. Diese Schundheftchen seien für die Verrohung der Jugend verantwortlich, viele Comicverlage zensierten sich daraufhin selbst. Lees geliebtes Superhelden-Genre schien vor dem Aussterben. Er habe zu dieser Phase ernsthaft darüber nachgedacht, der Comic-Branche den Rücken zuzukehren. Ein Glück, dass er es nicht getan hat.

Die "Fantastic Four"

Es war allerdings die Konkurrenz von DC, die die Renaissance der Superhelden Ende der 1950er Jahre einleitete. Um ihnen in nichts nachzustehen, sollte Lee ebenfalls kreativ werden. Gemeinsam mit Jack Kirby erschuf er daraufhin die ersten seiner vielen Helden - die "Fantastic Four".

Das Geheimnis seines Erfolgs

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und weitere Helden erblickten das Licht der Welt. Gemeinsam mit Kirby brachte Lee unter anderem noch den Hulk, Thor, Iron Man sowie die gesamten X-Men auf den Weg. Doctor Strange und Spider-Man folgten derweil in Zusammenarbeit mit Steve Ditko, der blinde Held Daredevil war eine Koproduktion mit Bill Everett.

Was Lees Helden so besonders machte, war deren Tiefgang. Keiner der Helden ist eindimensional, sie haben Kanten und Makel. Mehr als einmal stritten die rechtschaffenen Helden untereinander, hatten trotz ihrer übernatürlichen Fähigkeiten auch weltliche Probleme. Kurzum: Mit ihnen konnte man sich identifizieren.

Der Vorzeige-Gast

Als im Jahr 2000 mit "X-Men" die Superhelden auch die Leinwand eroberten, begann eine inzwischen legendäre Tradition. Als Hot-Dog-Verkäufer lieferte Lee seinen ersten Cameo-Auftritt in einem Superheldenfilm ab, unzählige weitere sollten folgen. Etwa als einfacher Fußgänger, Busfahrer, Barkeeper, Thors Friseur oder, natürlich in "Deadpool", als DJ in einem Strip-Schuppen.

Seinen bislang letzten Auftritt gab es als Fußgänger mit Hund in "Venom" zu bestaunen. Ob weitere Cameo-Auftritte schon im Kasten sind? Der nächste Film aus dem Universum wäre "X-Men: Dark Phoenix" am 14. Februar 2019, "Captain Marvel" (7. März 2019) und "Avengers 4" (26. April 2019) folgen.

Nur eine Liebe? Von wegen!

Trotz des unendlichen Marvel-Universums hatte Lee auch in der wirklichen Welt eine große Liebe, die er früh entdeckte und die ihm nur der Tod nehmen konnte. In den 1940er Jahren lernte er Joan Boocock kennen, 1947 heiratete er sie. Unglaubliche 70 Jahre sollten die beiden verheiratet sein, ehe Joan am 6. Juli 2017 verstarb - ebenfalls im Alter von 95 Jahren. Hätte Stan Lee sein eigenes Leben erfinden müssen, er hätte wohl kein Wörtchen davon umgeschrieben.

Comic-Doppelgänger

Diese Stars haben Disney-Zwillinge

Als wir dieses Foto von Donald und Melania Trump aus London entdecken, müssen wir sofort an einen berühmten Disney-Film denken.
Nein, nein. Wir wollen Donald Trump jetzt nicht mit dem Biest vergleichen. Natürlich geht es uns nur um das Dress von Melania, das uns stark an Belles gelbes Ballkleid erinnert. Weitere Parallelen sehen wir nicht. Ist doch ganz klar ...
Tierisch lustig: Auch wenn Prinz William garantiert kein Lama ist, erinnert er beim wilden Gestikulieren doch stark an Kuzco, den verwandelten König aus Disneys "Ein Königreich für Lama".
Angelia Jolie und Brad Pitt als "Pocahontas" und "John Smith"  "Pocahontas" ist der erste Disney-Film, der auf einer wahren Begebenheit basiert. Angelina Jolie und Brad Pitt wären die perfekte Besetzung.

23

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche