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Sky du Mont "Ich habe mir ein Grab gekauft"

Sky du Mont
Sky du Mont
© Lumma Foto / imago images
Sky du Mont spricht im GALA-Interview über seinen Beziehungsstatus, das Leben mit einem Teenager-Sohn – und seine Gedanken zum Thema Tod.

Dieser Mann ruht in sich. Das merkt man schon bei den ersten Sätzen, die er mit seiner unverkennbaren, charmant-sonoren Stimme spricht. Dabei gäbe es auch mit 75 Jahren manchen Grund für einen erhöhten Pulsschlag bei Sky du Mont. 2016 ließen er und seine vierte Frau Mirja sich nach 16 Ehejahren scheiden. Aktuell stellt sich die Frage: Was ist dran an den Liebesgerüchten um ihn und eine britische Autorin? Darüber und über seinen klaren Plan für die letzte Phase seines Lebens spricht der Schauspielstar, der zurzeit als Erzähler mit der "Rocky Horror Show" durch Deutschland tourt, im GALA-Interview.

Sky du Mont: Über seine Kinder und seinen Beziehungsstatus

GALA: Wie schauen Sie heute auf die vergangenen Jahre, die bei Ihnen sehr bewegt waren?

Sky du Mont: Mein Leben hat sich in den sechs Jahren seit der Scheidung sehr verändert. Nicht nur, weil ich alles verkauft habe, um Mirja auszuzahlen. Zum Glück war ich immer fleißig und stehe gut da. Ich arbeite viel als Schauspieler, mache viele Sprachaufnahmen und Werbung. Und ich schreibe Bücher.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrer Ex-Frau?

Zwischen uns ist alles sehr friedlich, wir verstehen uns sehr gut. Alle drei Wochen sind meine Kinder bei mir. Das macht mich glücklich.

Verstehen Sie Ihre Scheidung als persönliche Niederlage?

Das Ende unserer Ehe ist eine Niederlage für uns beide. Wenn man heiratet und Kinder bekommt, dann sollte es im besten Falle für immer sein. Ich sehe unser Ende vielleicht auch deshalb mehr als Niederlage, weil ich natürlich um einiges älter bin.

Mirja du Mont und Sky du Mont
Mit Mirja war Sky du Mont 16 Jahre verheiratet. Als das Paar sich kennenlernte, war sie 21, er 50.
© VISTAPRESS / imago images

Ihr Sohn Fayn wird demnächst 16. Wie ist es für Sie, immer wieder mal einen Teenager im Haus zu haben?

Fayn hält mich jung – ich finde, das ist ein großes Privileg. Er ist zwar sehr selbst­ständig und ein cooler Junge, aber ich mache ihm morgens Früh­stück, die Pausen­brote und bringe ihn zur Schule. Meine Tochter studiert schon in Berlin. Das ist sehr inspi­rierend. In mei­nem Alter hat man ja eigentlich schon Enkelkinder.

Wären Sie gern Opa?

Was für ein Glück, dass ich noch keiner bin! Enkelkinder machen einen innerlich noch ein wenig älter. (lacht)

Wessen Verdienst ist es, dass Sie als Familie weiter so harmonisch funktionieren?

Es liegt an beiden Elternteilen. Was nützt es, wenn eine Ehe zu Ende ist, dann Tabula rasa zu ma­chen und zu schimpfen? Nichts! Ich nehme das hin und glaube, ein kultivierter Mensch zu sein.

Würden Sie ein fünftes Mal heiraten?

Auf keinen Fall! Die Zeiten haben sich geändert, man kann heute auch ohne Trauschein zusammen sein. Alles andere macht es nur kompliziert.

Wie ist Ihr aktueller Beziehungsstatus? Ihnen wurde ja eine Beziehung mit einer britischen Autorin nachgesagt.

Ich bin in einer neuen Beziehung, aber "England" war es nie und ist es auch jetzt nicht. Ich bin sehr, sehr glücklich im Augen­blick, schon seit einiger Zeit, und das liegt an meinem Beziehungs­status.

Er denkt auch an den Tod 

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie ans Älterwerden denken?

Dann fällt mir die mangelnde Toleranz auf, die man dem Alter entgegenbringt. Und auch die mangelnde Toleranz so­ wohl von manchen alten wie jungen Menschen, die alles ablehnen, was neu ist. Aber ich will optimistisch bleiben.

Welche Wünsche ans Leben haben Sie noch?

Ich möchte eigentlich nur gesund bleiben. Und ich wünsche mir, dass meine beiden Kinder mich um einiges überleben werden.

Im September erscheint Ihr neues Buch mit dem Titel "Ungeschönt". Sie befassen sich dort auch mit dem Tod.

Meine Mutter starb vor knapp zwei Jahren und hinterließ ein ziemliches Chaos. Wir mussten ein Grab finden, einen Sarg aussuchen und dazu tausend Entscheidungen treffen. Das hat mich geärgert. Ich habe mir ge­dacht, dass ich das meinen Kindern ersparen will.

Mit welcher Konsequenz?

Ich habe mir ein Grab gekauft.

Wie lief das genau ab?

Ich bin ein sehr organisierter Mensch. Ich bin an einem sonnigen Tag auf dem ältesten Friedhof Hamburgs spazieren gegangen, direkt an der Elbe, und habe mich auf eine Bank gesetzt. Die Sonne schien und die Vögel zwitscherten. Da kam mir diese Idee, ein Grab zu kaufen. Meine Mutter ist ja nur einen Tag vor ihrem 99. Geburtstag gestorben. Auch mein Vater ist so alt geworden. Also würde ich sagen, ich habe auf jeden Fall noch 25 Jahre zu leben. Zumal ich sehr viel gesünder lebe als die beiden. (lacht)

Haben Sie auch schon Ihr Testament gemacht?

Ja, meine Kinder müssen sich um nichts kümmern. Die können, wenn sie wollen, trauern, wenn ich eines Tages tot bin. Alles andere ist organisiert.

Gala

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