Sidney Lumet Abschied von einem großen Regisseur


Regisseur Sidney Lumet erlag am Wochenende in seiner Manhattaner Wohnung seiner Krebserkrankung

Bekannt wurde Sidney Lumet mit Filmen, wie "Mord im Orient-Express", "Die zwölf Geschworenen" oder "Serpico". Am Samstag (9. April) starb der Regisseur mit 86 Jahren in Manhattan an den Folgen einer Lymphknotenerkrankung. Dies teilte laut Medienberichten seine Stieftochter Leslie Gimbel mit.

Lumet wurde 1924 in Philadelphia geboren und war vor seiner Karriere als Regisseur zunächst selbst als Schauspieler tätig. In den 50er Jahren zog es ihn dann aber hinter die Kamera und er machte sich als Regisseur einen Namen. Bei über 70 Film- und Fernsehproduktionen wirkte er mit und befasste sich darin überwiegend mit der dunklen Seite der menschlichen Seele. Seine Themen: Vorurteile, Korruption, Mord und Betrug. So beschäftigte sich Lumet 1976 in "Network" mit den Machenschaften eines Fernsehsenders, 1965 mit der Situation von Holocaust- Überlebenden in "Der Pfandleiher" oder 2007 - in seinem letzten Film "Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You’re Dead" - mit der Korruption bei der Polizei.

Neben der Auswahl anspruchsvoller Themen zeichnete sich Sidney Lumet vor allem durch seine exakte Schauspielerführung aus. Unter anderem arbeitete er mit Sean Connery, Marlon Brando, Katherine Hepburn, Al Pacino und Dustin Hoffman. Viele der Schauspieler mit denen Lumet zusammengearbeitet hatte, verdanken dem Regisseur mit jüdisch-polnischer Abstammung ihren Oscar. Doch er selbst wurde für seine Leistungen nie mit einem Academy Award ausgezeichnet. 2005 erhielt er jedoch einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk und kommentierte seine Auszeichnung mit den Worten: "Verdammt, ich wollte ihn und ich finde, ich habe ihn auch verdient".

Sidney Lumet war insgesamt viermal verheiratet und hinterlässt zwei Töchter sowie einen Sohn.

kma

gala.de

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