Shermine Shahrivar: „So konnte es nicht weitergehen, auch nicht für meine Tochter

Shermine Shahrivar will jetzt in Kalifornien leben. Was sie dort sucht und was sie dort schon gefunden hat, erzählt sie im GALA-Talk. 

Shermine Shahrivar

Sie ist viel ruhiger geworden, richtig sanft. Das ist gleich zu Beginn unseres Video-Telefonats zu spüren, als Shermine Shahrivar, 37, über die vergangenen Monate spricht. Im Februar ist das Model zusammen mit Tochter Dahlia, 6, nach Los Angeles geflogen. Ihr Ziel: aufräumen mit ihrem alten Leben in Berlin. Dass das mehr als eine Floskel war, wird in unserem Gespräch klar. Das einstige Society-Girl zeigt sich verletzlich und stark zugleich. 

Shermine Shahrivar im GALA-Interview 

GALA: Was war der Auslöser dafür, nach Los Angeles zu gehen?

Shermine Shahrivar: Als im Januar meine Mutter starb, hat mir das den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich hatte Angstzustände und ich habe das Haus tagelang nicht mehr verlassen, mich eingeigelt. Ich habe mich gefühlt, als säße ich in einem tiefen schwarzen Loch. So konnte es nicht mehr weitergehen, auch nicht für meine Tochter Dahlia. Ich musste irgendwie wieder mit mir klarkommen und entschloss mich dann, zu lieben Freunden nach Los Angeles zu gehen, um erst mal Abstand zu finden.

Shermine Shahrivar

"Ich date keine deutschen Männer mehr"

Shermine Shahrivar
Shermine Shahrivar hat einen Schlag bei Männern. Kein Wunder, die Miss Deutschland von 2004 ist nicht nur wunderschön, sondern auch sehr charismatisch.
©Gala

Wie sieht Ihr Alltag dort aus?

Ich stehe früh auf und gehe abends früh schlafen, dazwischen mache ich Yoga und wandere eine Stunde in den Bergen. Gestern habe ich sogar Julia Roberts getroffen. Ansonsten mache ich nicht viel, ich bin gern allein. Malibu hat eine ganz besondere Magie für mich, ich habe hier wieder zu mir zurückgefunden.

Und wovon leben Sie zurzeit?

Von meinen Ersparnissen. Ich hoffe aber, bald wieder Arbeit zu finden.

Sie wirken ausgeglichen. Das war früher nicht so. Sie waren oft in den Schlagzeilen, vor allem wegen Ihrer Beziehungen mit prominenten Männern. Inzwischen ist es um Ihr Liebesleben still geworden.

Ja, ich bin jetzt seit fast vier Jahren Single. Ich habe aus den Fehlern meiner früheren Beziehungen gelernt und gemerkt, dass das Leben, das ich früher geführt habe, mich persönlich nicht weitergebracht hat. Natürlich war da viel Spaß und Glamour, aber mir hat auch etwas gefehlt. Ich habe lange gebraucht, um mir das einzugestehen, und habe mich konsequent aus diesem Leben zurückgezogen. In diesem Zug habe ich auch meinen kompletten Freundeskreis neu geordnet.

Was genau lief damals schief?

Die Trennung von Dahlias Vater Markus 2013 war schlimm für mich. Damit begann alles. Ich war überfordert, ich konnte als Alleinerziehende vorerst nicht mehr arbeiten, hatte kein Einkommen mehr, habe nur noch rotiert, war mental am Ende und ich fühlte mich auch nicht mehr wirklich als Frau. Ich hatte das Gefühl, komplett meine Identität zu verlieren. Aus dieser Situation muss man sich erst einmal wieder befreien. Heute habe ich wieder neue Kraft, darauf bin ich sehr stolz.

"Ich brauche keinen Mann, um glücklich zu sein" 

Ihre Erkenntnis aus dieser Phase?

Dass man immer bei sich bleiben muss. Und zu sich stehen sollte. Mit allem Drum und Dran. Ich weiß heute, dass es schwierig ist, eine neue Beziehung zu einem neuen Mann zu beginnen, wenn du ein kleines Kind hast. Du bist auf der einen Seite Frau und wirst begehrt, du bist aber auch Mutter. Und das im richtigen Moment miteinander zu verbinden - das ist ein Balanceakt. Der Rückzug nach Los Angeles hat mir gutgetan, ich weiß heute einfach mehr, was ich will. Und vor allem noch viel mehr, was ich nicht mehr will. Ich brauche keinen Mann, um glücklich zu sein. Ich bin eine Stehauf-Frau und versuche, immer mein positives Mindset zu bewahren. Das wird übrigens auch ein Thema in meinem Buch "Happy Life Diät" sein, das bald erscheint.

Wie kommen Sie heute mit Dahlias Vater zurecht?

Wie haben eine gute Beziehung. Er ist in viele Entscheidungen involviert, auch wenn Dahlia zu 90 Prozent bei mir ist.

"Mein Traum wäre es, jemanden hier aus der Gegend kennenzulernen"

Können Sie sich vorstellen, in Amerika zu bleiben?

Ja, die Überlegung gibt es. Ich fliege im Juli noch mal nach Deutschland, um ein paar Dinge zu regeln, dann komme ich für länger zurück. Dahlia soll hier auch bald zur Schule gehen.

Möchten Sie sich denn wieder verlieben?

Natürlich, mein Traum wäre es, jemanden hier aus der Gegend kennenzulernen, der sich mit Dahlia versteht - und nicht in der Öffentlichkeit steht. (lacht)

Wie könnte derjenige noch Ihr Herz erobern?

Das frage ich mich auch, ich führe ja gerade ein sehr freies und glückliches Leben. Aber Ehrlichkeit und Humor wären mir wichtig. Dahlia sagte kürzlich zu mir "Mami, du liebst mich doch so doll, da ist doch gar kein Platz mehr für einen anderen Menschen." Da musste ich erst kurz schlucken, aber ich hoffe natürlich trotzdem, dass eines Tages der Richtige für uns beide kommt. Ich bin aber lieber allein, als faule Kompromisse zu machen.

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