Sharon Stone: Die unglaubliche Mrs. Stone

Sie ist 55 und sieht super aus ... Doch Sharon Stone begeistert nicht allein durch ihre Jugendlichkeit und die glamourösen Auftritte - sondern auch mit starken Worten, mit Witz und Herz

Der Traum in Blau lässt keinen Raum für Mogeleien: Roberto Cavalli hat Sharon Stone dieses Kleid hauteng auf den Leib geschneidert. Gnadenlos würde es jedes Pölsterchen, jede Delle verraten. Doch diese Frau hat nichts zu verbergen. Bei den Filmfestspielen in Cannes präsentierte die einstige Sirene aus "Basic Instinct" bei jedem Auftritt ihren beneidenswert fitten Körper. Außerdem hat die 55-Jährige eine umwerfende Ausstrahlung. Sexy, klug, souverän. Mit sich im Reinen.

Jeden Abend ein großer Auftritt: Zur Premiere von "Behind The Candelabra" (mit Michael Douglas, ihrem Filmpartner aus "Basic Instinct") kam Sharon Stone in Cannes in atemberaubendem Blau.

Als sie bei der Amfar-Gala die Bühne betritt, plaudern die Gäste an den Dinnertischen zunächst ungeniert weiter. "Schhh!", zischt Sharon Stone ins Mikrofon. Klare Ansage, sie will das Geld der Leute, viel Geld für den Kampf gegen Aids! Routiniert moderiert sie die Versteigerung für die Anti-Aids-Stiftung Amfar und nutzt dabei die Klaviatur der Emotionen. Ihre tiefe, rauchige Stimme klingt mal verführerisch, mal salopp, dann wieder ernst und eindringlich. Als sie von einem Mädchen aus Mississippi erzählt, das dank der Spenden aus dem Vorjahr mit einem neuen Medikament geheilt werden konnte, bricht ihre Stimme. Im Saal fließen Tränen.

Rebecca Mir

So sexy schwingt das Model den Putzlappen

Rebecca Mir
Rebecca Mir weiß nicht nur, wie sie ihr eigenes Gesicht zum Strahlen bringt, sondern auch ihren Spiegel. Und wie sie das macht, begeistert nicht nur ihre weiblichen Fans.
©Gala

Cannes 2013

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In diesem Moment geht es nicht darum, wie Sharon Stone aussieht oder welches Kleid sie trägt, sondern darum, was sie sagt. Lange kannte sie das nicht. Noch vor fünf Jahren, als sie vom Luxuslabel Dior auserkoren wurde, um als Testimonial für die Anti-Aging-Linie "Capture Totale" zu werben, war sie über die Begründung völlig überrascht: Die Beauty-Manager wollten sie, weil sie eine Persönlichkeit suchten, "die etwas zu sagen hat". Das hat sie mittlerweile auf vielen Gebieten. Seit Jahren setzt sie sich für den Kampf gegen Aids und auch gegen Malaria ein. 2008 prangerte sie im Vorfeld der Olympischen Spiele von Peking die Menschenrechtsverletzungen in China an. Auch bei der Amfar-Gala in Cannes fordert sie die Gäste immer wieder auf, gegen Ungerechtigkeit aufzubegehren.

Ihre Fixpunkte: Sharon Stone mit den Adoptivsöhnen Roan, 12, Laird, 8, und Quinn, 6. "Sie aufwachsen zu sehen hat aus mir einen neuen Menschen gemacht", sagt sie.

Als den Zeitpunkt ihrer eigenen Bewusstseinswerdung nennt sie einen krankheitsbedingten Einschnitt in ihrem Leben, die Gehirnblutung vor zwölf Jahren. "Altern ist viel besser, als tot zu sein", sagt Sharon Stone. "Ich weiß, wovon ich rede!" Die großen Fixpunkte ihres Lebens sind ihre drei Adoptivsöhne. Partner dagegen sind nice to have, bestimmen aber seit der Scheidung von Verleger Phil Bronstein vor neun Jahren nicht mehr ihr Leben. "Mit dem Älterwerden entferne ich mich von dem anstrengenden Zustand, alle paar Sekunden von einem Mann umschwirrt zu werden", sagt sie. Zuletzt schwirrte Martin Mica um sie herum, ein 27-jähriges brasilianisches Männermodel - bei der "Basic Instinct"-Premiere 1992 wurde der gerade eingeschult. Inzwischen sind die beiden wieder getrennt, er begründete das uncharmant mit dem Hinweis: "Sie ist in einem anderen Jahrzehnt aufgewachsen." So was lächelt Sharon Stone einfach weg.

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Im Hier und Jetzt kokettiert sie immer dann mit ihrem Sexbomben-Image von einst, wenn es von Nutzen ist. Zum Beispiel bei der Amfar-Versteigerung, als sie das Gebot für 20 Designerkleider über die Millionengrenze treiben will. "Muss ich mein Kleid etwa auch dazugeben?", raunt sie und zeigt ihre mit einer goldenen Schlange verzierte Rückansicht. Und an anderer Stelle, als ein Bieter zögert, zwei Millionen für einen Flug ins All zu zahlen, reizt sie mit einem Extra: "Okay, es gibt einen Kuss von mir dazu."

In ihrem Hauptjob braucht sie solche Tricks nicht mehr, allein in diesem Jahr ist sie für vier Filme gebucht. Prompt taucht nach ihren fulminanten Auftritten in Cannes das Gerücht auf, "Basic Instinct 3" sei nun tatsächlich in der Planung. Ach, woher! Sharon Stone hat Wichtigeres vor.

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