Schwedens König Carl XVI. Gustaf: Er bricht das Schweigen

Mehr als ein halbes Jahr nach den heißen Diskussionen um Affären und Bordellbesuche nimmt Schwedens König Carl Gustaf erstmals in einem Interview Stellung zu den Vorwürfen

Carl Gustaf

Schwedische Königsfamilie

Könige aus Ikea-Land

11. Juli 2019  Wenn die schwedische Königsfamilie ihren Sommersitz Schloss Solliden auf der Insel Öland besucht, wird die Zeit genutzt, um den "Öländer des Jahres" auszuzeichnen. Prinzessin Victoria und Königin Silvia tragen dabei traditionell die Tracht der Ostsee-Insel.
11. Juli 2019  Und wie immer sind viele Besucher in den Schlossgarten gekommen, die ihre Königsfamilie mit Blumen zu begrüßen.
11. Juli 2019  Die Prinzessin scheint sich genauso über die Auszeichnung zu freuen wie die Inselbewohner selbst.
Prinzessin Victoria als Party-Crasherin

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Die anhaltend scharfe Kritik an seiner Person macht dem schwedischen König Carl Gustaf zu schaffen. Seit im Herbst 2010 das von drei Journalisten verfasste Buch "Den motvillige monarken" ("Der widerwillige Monarch") erschien, das nicht nur Carl Gustafs Rechtschreibschwäche ud Gehemmtheit thematisiert, sondern auch seinen Hang zum Feiern in Nachtclubs und seine Kontakte zum Rotlichtmilieu, ist das Bild einer skandalfreien heilen Königsfamilie für die Schweden zerbrochen.

Übel nahmen sie ihrem König insbesondere, dass er beharrlich schwieg, während die Gerüchteküche weiter köchelte. Nachdem in den vergangenen Wochen eine Umfrage erneut seine Tochter Victoria auf und ihn vom Thron hinunterwünschte und es viel Getuschel um angebliche kompromittierende Fotos aus einem Nachtclub gab, entschloss der König sich zu einem Interview mit der Nachrichtenagentur "TT". Dies Interview vom Montag (30. Mai) beherrscht nun die schwedischen Zeitungen.

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"Es kann sie gar nicht geben", sagte Carl Gustaf über die Fotos, die ein ehemaliger Stripclub-Besitzer laut Angaben der Zeitung "Aftonbladet" als Beweis für außereheliche Liebeleien des Königs haben will. Sie waren in der vergangenen Woche zum Thema geworden, nachdem es hieß, ein Freund des Königs namens Anders Lettström habe versucht, die möglicherweise existierenden und möglicherweise kompromittierenden Fotos anzukaufen, um sie zu vernichten. "Es ist schwierig, etwas zu kommentieren, dass man selbst nie und auch sonst niemand je gesehen hat." Der Monarch äußerte sich über den Freundschaftsdienst außerdem mit den Worten "Ich selbst würde nie mit Kriminellen verhandeln."

Auch in Sexclubs in der amerikanischen Stadt Atlanta 1996 und im slowakischen Bratislava 2008 will der König nie gewesen sein, obwohl viele Zeugen in dem Buch berichteten, ihn gesehen zu haben. Alles eine Verwechslung, versicherte der in seinem grauen Anzug ernsthaft dreinblickende König im Interview. Ob er sich hier oder in anderen ähnlichen Situationen erpressbar gemacht haben könnte, fragte TT. "Nein, das verstehe ich nicht. Es gibt keine Situationen", antwortete Carl Gustaf.

Wie die Situation zwischen den Schweden und ihrem Königs sich weiter entwickelt und ob er mit diesem Interview punkten konnte, wird weiterhin auch von der Reaktion seiner Frau, Königin Silvia, abhängen. Die hatte sich nach einer kurzen Auftrittspause im Herbst hinter ihren Mann gestellt und weiter gemeinsam mit ihm Termine wahrgenommen. Bei einer Veranstaltung in der vergangenen Woche bemerkte die schwedische Presse jedoch, dass die deutschstämmige Silvia ohne ihren Ehering angereist war. Ein Palastsprecher soll auf eine Schwellung am Ringfinger als Erklärung verwiesen haben, berichteten die Zeitungen etwas spöttisch.

cfu

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