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Sasha "Ohne meine Frau wäre ich aufgeschmissen"

Sasha (bürgerlich Sascha Röntgen- Schmitz) mit seiner Ehefrau Julia, die gleichzeitig seine Managerin ist.
Sasha (bürgerlich Sascha Röntgen- Schmitz) mit seiner Ehefrau Julia, die gleichzeitig seine Managerin ist.
© Michael Wigglesworth / imago images
Sasha wird 50. Im GALA-Interview spricht der Sänger über seine große Liebe und das schwierige Verhältnis zu seinem Vater.

Mit seinem Ohrwurm "If you believe" sang er sich 1998 in die Herzen seiner Fans, viele Hits folgten. Jetzt hat Sasha seine Autobiografie unter diesem Titel herausgebracht. Im Januar wird der Sänger, der seit sechs Jahren glücklich mit Ehefrau Julia verheiratet ist und einen dreijährigen Sohn hat, 50 – Zeit für eine Zwischenbilanz.

Sasha im GALA-Interview: "Ich weiß nicht, ob ich ein besserer Vater hätte sein können"

GALA: Sie gelten als Frauenschwarm. In Ihrem Buch ist zu lesen, Sie seien ein Mamakind. Hatten Sie also schon immer einen besonderen Draht zu Frauen?
Sasha: Sie meinen, ob ich ein Frauenversteher bin? So weit würde ich nicht gehen, Frauen bleiben ein Mysterium für mich – genau wie ihre Handtasche, das unergründliche Universum. (lacht) Als Kind habe ich auch schon immer viele Freundinnen gehabt. Mir war es egal, ob ich mit den Jungs Fußball spiele oder mit den Mädchen Gummitwist. Ich habe das gemacht, was mir Spaß macht.

Die Beziehung zu Ihrem eigenen Vater dagegen war nicht immer leicht. Ihre Eltern waren zweimal verheiratet und haben sich zweimal getrennt. Hat das beeinflusst, wie Sie Ihre Rolle als Vater leben?
Ehrlich gesagt, nicht so wirklich. Ich wusste nur, dass ich ein Papa sein will, der da ist. Das hat mein Vater natürlich nicht geschafft. Aber das ist geklärt. Ich weiß, wieso er so wenig da war, und habe gelernt, die Dinge in Zusammenhang zu setzen. Als Jugendlicher sah das auch mal anders aus, da hatte ich auch mal Hass und Wut auf ihn. Aber irgendwann hat sich das relativiert, als mir klar wurde: Oh, mein Vater war 18, als ich zur Welt kam. Wenn ich mir das vorstelle, ich weiß auch nicht, ob ich da ein perfekter Vater hätte sein können.

Wie würden Sie Ihr heutiges Verhältnis beschreiben?
Wir sind nicht Best Buddys, aber auch keine Feinde. Dafür bin ich zu erwachsen. Er ist da, er denkt auch an den Geburtstag unseres Sohnes Otto und ist Opa. Alles geschmeidig. (lacht)

Der Popsänger ist stolzer Papa eines Sohnes

Apropos: Gerade erst hat Ihr Kleiner seinen dritten Geburtstag gefeiert.
Ja, er hatte mit seinen Freunden seine erste richtige Geburtstagsparty. Das war ein Traum. Er wollte Rockstar- Party feiern. Es ist doch Wahnsinn! Ich habe ihm das nie gesagt, aber er mag "Rockstar-Musik". Alles, was laut ist. Und jetzt hören wir im Auto immer "Rockstar-Musik". Er hat sich ein Schlagzeug gewünscht, um Gottes Willen! Das Letzte, was ich einem drei- oder auch zehnjährigen Kind schenken würde, ist ein Schlagzeug. Ohne Kellerraum, aus dem kein Sound rauskommt – bitte nicht. Aber er hat es sich so sehr gewünscht, was will man da machen? 

Ist ihm schon klar, was sein Papa beruflich macht?
Er versucht es herauszufinden. Ich glaube, er schnallt es schon ein biss­chen, denn ich bin ja auch schon mal zwei Tage oder Nächte nicht da, weil ich Shows habe. Das findet er natürlich superblöd, aber es ist dann auch wieder okay, weil er es nicht anders kennt.

Heiraten und Kinderkriegen hatte Sasha eigentlich nie geplant – dann kam Traumfrau Julia

Jetzt sind Sie stolzer Familienvater. Dabei wollten Sie eigentlich weder heiraten noch Kinder kriegen.
Stimmt, das war nie der Plan. Für meine Frau Julia auch nicht. Deshalb sind wir auch so ein extrem tolles Paar, weil wir uns mehr oder weniger beim ersten richtigen Date alles gesagt haben, was Phase ist. Da gehörten Heiraten und Kinderkriegen nicht dazu. Das hat sich dann so ergeben.

In Ihrem Buch beschreiben Sie Ihre Frau als "Das Wunder namens Julia".
Ich habe Julia in einer Silvesternacht hinter mir bemerkt. Ich bin eher wissen­schaftlich drauf, und so was kann man nicht erklären. Ich habe getanzt und war in Action, aber ich habe gemerkt, da ist was hinter mir, und ich muss mich jetzt umdrehen, sonst verpasse ich was. Und da stand sie. Da bin ich zu ihr hingegangen und habe gesagt: "Da bist du ja endlich." 

Das Geheimnis von mehr als sechs Jahren Ehe

Sie sind seit mehr als sechs Jahren verheiratet. Alles dauerharmonisch, oder gibt’s auch mal Streit?
Na, so ganz ohne Streit wäre es auch seltsam. Wenn nicht mal die Sicherun­gen durchbrennen dürfen, ist es auch keine gute Beziehung.

Das Gute ist, wir haben beide die Fähigkeit, uns zu entschuldigen, wenn wir meinen, was falsch gemacht zu haben.

Sind Sie als Eltern gut organisiert?
Ja, Julia macht das alles. Ich mache nur, was ich machen soll. (lacht) Ich hab auch gute Ideen, aber ich verlasse mich da voll und ganz auf sie. Wenn sie das nicht machen würde, hätten wir Chaos. Ohne sie würde das nicht gehen.

Thema Organisation: Haben Sie Ihren Führerschein gemacht?
Ich habe nie Zeit – das schiebe ich natürlich vor. Wobei: Ich kann tatsäch­lich nicht jeden Mittwoch um 16 Uhr Fahrstunde haben, das geht nicht mit meinem Terminkalender. Andererseits hätte ich auch Lust, mich dabei medial begleiten zu lassen. Und ich kann das meiner Frau nicht mehr antun, die muss immer die ganzen langen Strecken abreißen, meine Schwieger­eltern wohnen ja in der Nähe von Köln. Das ist mir wirklich unangenehm.

War es immer klar, dass Sie den Namen Ihrer Frau annehmen? Sie heißen jetzt Röntgen-Schmitz.
Eigentlich schon. Ich hänge nicht an dem Namen Schmitz, das ist der Name meines Vaters. Ich hätte Julia nie ge­zwungen, diesen Namen anzunehmen, weil es auch kein besonderer ist, sondern ein westfälischer Allerweltsname.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich so erfolgreich sein werde"

Sie haben in letzter Zeit viele liebe Menschen verloren. Hat sich Ihr Blick aufs Leben verändert?
Nachdem Roger Cicero gegangen ist, haben ein paar gute Freunde und ich einander geschworen, aufeinander auf­zupassen. Das war so völlig unverhofft aus dem Nichts und hat uns ganz schön überrascht. Wenn die Einschläge näherkommen, wird man sich schon der eigenen Sterblichkeit bewusst. Wenn man mal einen schlechten Tag hatte, kann man sich dieses Gefühl ganz gut wieder herholen und sagen: "Nee, komm, alles halb so wild."

Sie sind seit vielen Jahren als Musiker erfolgreich. Müssen Sie sich manchmal kneifen?
Natürlich habe ich nie gedacht, dass ich als kleiner Junge aus Soest mal so erfolgreich sein werde, aber ich habe es mir so gewünscht. Hat auch lange genug gedauert. 

Live auf der Bühne: Ab 8. Oktober 2022 geht Sasha mit "This Is My Time – Die Show!" auf Tour.
Live auf der Bühne: Ab 8. Oktober 2022 geht Sasha mit "This Is My Time – Die Show!" auf Tour.
© Ulrich Stamm/Geisler-Fotopress / Picture Alliance

Der größte Wunsch des Sängers: Einmal um die Welt reisen

Gibt es etwas, dass Sie sich noch wünschen?
Es gibt eine Sache, die würde ich gern mit meiner Frau und meinem Sohn machen, bevor er eingeschult wird: einmal um die Welt reisen! Wenn er dann schon schnallt, dass wir in Hongkong sind ... Ich habe schon seit über 20 Jahren den Traum vom All­-around­-the­-World­-Ticket.

Gala


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