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Sarah McBride Die Geschichte der ersten trans Senatorin der USA

Sarah McBride
Sarah McBride
© Getty Images
Sarah McBride ist die erste trans Senatorin der USA. Die Geschichte der Demokratin ist mutig, bewegend und vor allem eins: ein wahrer Hoffnungsschimmer für junge Menschen.

Sie war Praktikantin im Weißen Haus, als Barack Obama, 59, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika war. Nun wurde Sarah McBride, 30, als erste trans Senatorin in den Senat des US-Bundesstaats Delaware gewählt - und das mit 86 Prozent! Wieso das so wichtig ist.

Sarah McBride: Engagierte Jugend

Beginnen wir mit ihrer Jugend. Schon früh engagierte sich Sarah McBride als Wahlkampfmitarbeiterin in Delaware und unterstütze einige politische Kampagnen, darunter auch die des Generalstaatsanwalts von Delaware, Beau Biden, †46. 2011 wurde McBride schließlich zur Präsidentin der Studentenschaft der "American University" gewählt. Während ihrer letzten Woche in diesem Amt machte sie in der Studentenzeitung "The Eagle" ihre Geschichte öffentlich und bewegte mit ihrem klugen und emotionalen Text eine ganze Nation. 

Unterstützung von Lady Gaga und Familie Biden

Unter anderem auch Lady Gaga, 34, die Sängerin wurde auf Sarah McBride aufmerksam und unterstützte die junge Aktivistin mit ihrer "Born This Way"-Stiftung. Und nicht nur das: Nach ihrem mutigen Artikel bekam sie auch einen Anruf von Beau Biden. "Sarah, ich wollte nur, dass du weißt, ich bin so stolz auf dich. Ich liebe dich, und du bist immer noch ein Teil der Biden-Familie", soll er ihr gesagt haben. Und die Familie hielt Wort: Für McBrides Autobiografie verfasste der aktuelle Präsidentschaftskandidat Joe Biden, 77, das Vorwort.

2012 absolvierte Sarah McBride ein Praktikum im Weißen Haus und war damit die erste trans Frau, die dort in irgendeiner Funktion angestellt war. Sie arbeitete im Büro für öffentliches Engagement und zwischenstaatliche Angelegenheiten und beschäftigte sich hauptsächlich mit LGBTQ-Themen.

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Jill Biden unterstützt die junge Aktivistin

Und sie hinterließ einen bleibenden Eindruck: 2015 erzählte die ehemalige Vize First Lady, Jill Biden, 69, bei einem öffentlichen Auftritt Sarahs Geschichte. "Wir glauben, dass junge Menschen dafür geschätzt werden sollten, wer sie sind, unabhängig davon, wie sie aussehen, woher sie kommen, mit welchem Geschlecht sie sich identifizieren oder wen sie lieben", sagte Jill Biden. 

Mehr Rechte für die LGBTQ-Gemeinschaft

Nach ihrer Zeit im Weißen Haus trat Sarah McBride dem Vorstand der Organisation "Equality Delaware" bei, schnell war sie das Aushängeschild, wenn es um Gerechtigkeit und LGBTQ-Fragen im Bundesstaat Delaware ging. Ihr Aktivismus führte sogar dazu, dass Delaware 2013 ein Gesetz über die Rechte von trans Personen verabschiedete und McBride zudem zur nationalen Pressesekretärin der Menschenrechtskampagne beförderte.

"Ich kandidiere, um in dieser Gesellschaft etwas zu verändern"

Am 9. Juli 2019 machte McBride dann ihren nächsten großen Schritt: Sie kandidiert für den Senat von Delaware. "Ich kandidiere nicht, um Geschichte zu schreiben oder Schlagzeilen zu machen", sagte McBride. "Ich kandidiere, um in dieser Gesellschaft etwas zu verändern und diese so gut wie möglich zu repräsentieren. Ich bin mir der Verantwortung, die ich trage, bewusst."

Sarah McBride: Ein Hoffnungsschimmer für junge Menschen 

Mit ihrer Geschichte will sie vor allem junge Menschen bewegen und ermutigen, endlich zu sich zu stehen. "Ich bin mir bewusst, wie wichtig es für mich als Kind gewesen wäre, wenn die Geschichte einer trans Person, die in den Senat eines Bundesstaates gewählt wurde, im Internet aufgetaucht wäre (...). Ich war besorgt, dass es in dieser Welt keinen Platz für jemanden wie mich gab", erklärt McBride.

Wieso Sarah McBride Leben retten kann

Das sieht Mara Keisling, Exekutivdirektorin des Nationalen Zentrums für die Gleichstellung von trans Personen, genauso. "Wenn ich in den 1960er Jahren mit Vorbildern wie Sarah aufgewachsen wäre, weiß ich nicht, ob mein Leben anders verlaufen wäre", sagt Kiesling gegenüber dem US-Portal "People". "Kinder sehen diese lustige, kluge, großartig sprechende Sarah McBride, die Senatorin ist. Sie kann buchstäblich Leben retten. Sie kann buchstäblich die Inspiration sein, die ein Kind braucht, um weiterzumachen."

Die Demokratin kämpft auch für ihren toten Ehemann

Und das wird sie. Sarah McBride wird nach ihrer Vereidigung die erste trans Senatorin in den USA sein. Ihre Ziele: LGBTQ-Themen, ein besseres Gesundheitswesen sowie bezahlten Krankheitsurlaub "Ich hoffe, der heutige Abend zeigt jedem LGBTQ-Kind, dass unsere Demokratie auch für sie groß genug ist", schrieb sie kurz nach ihrem Sieg auf Twitter. Und sie wird weiterkämpfen, nicht zuletzt für ihren 2014 verstorbenen Ehemann Andrew Cray. Die beiden LGBTQ-Aktivisten gaben sich das Ja-Wort, nachdem bei Andrew Cray Krebs im Endstadium diagnostiziert wurde. Vier Tage nach der Trauung starb Cray im Alter von 28 Jahren. 

2018 veröffentlichte Sarah McBride übrigens ihre Autobiografie "Tomorrow Will Be Different". Bleibt zu hoffen, dass der Titel auch für die Zukunft von Amerika gilt.

Verwendete Quellen:People, Twitter, New York Times, Independent

Gala


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