Sabine Lisicki + Steffi Graf: "Jetzt ist die nächste Zeit"

Sabine Lisicki gilt als Hoffnungsträgerin im deutschen Tennis, als eine Erbin von Stefanie Graf. "Gala" traf die beiden Sportlerinnen kurz vor dem Turnier in Wimbledon

Mit sieben Jahren fing sie an zu kämpfen.

Sabine Lisicki betrat damals zum ersten mal einen Tennisplatz, übte Vorhand, Rückhand, Aufschlag. Seitdem gilt für sie: "Ich liebe Tennis." Es war 1996, das Jahr in dem Stefanie Graf, die damals von allen nur "Steffi!" gerufen wurde, die French Open, Wimbledon und die US Open gewann. Genau wie "Steffi!" es schon im Jahr zuvor getan hatte.

Die Legende: Stefanie Graf, 43, hat den Tennissport lange Jahre dominiert, war 377 Wochen die Nummer eins der Weltrangliste, gewann 22 Grand-Slam-Titel. 1999 beendete sie ihre Karriere. Seitdem kümmert sie sich um "die Familie und die Stiftung" (in genau dieser Reihenfolge) und zeigt sich nur selten auf Society-Events, wie hier bei einer Charity-Gala ihres Sponsors Longines zugunsten von Grafs "Children for Tomorrow".

Seit damals hat sich das Damen-Tennis grundlegend geändert. Wenn in diesen Tagen Frauen wie Maria Sharapova (Weltranglistenplatz 1), Li Na (Platz 11) und eben auch Sabine Lisicki in Wimbledon um den Einzug ins Finale kämpfen, dann gibt es nicht mehr die eine alle anderen besiegende Lichtgestalt, dann ist das Spiel schneller und athletischer, das Marketing aggressiver geworden. Die deutschen Hoffnungen ruhen auf Sabine Lisicki, 22 Jahre jung, derzeit auf Platz 13 der Weltrangliste, extrem talentiert - und eine der sportlichen Erbinnen von Stefanie Graf. Die deutsche Tennis-Legende ist längst im selbst gewählten Teilzeit-Ruhestand und sagt im Gespräch mit "Gala": "Ob ich im aktuellen Umfeld genau so erfolgreich gespielt hätte? Ich weiß es nicht. Ich bin mir nur sicher, dass ich körperlich nicht mehr hätte machen können. Es hätte mir aber geholfen wenn ich mir mehr Pausen genommen hätte. Ein Turnier hat geendet und schon musste ich mit dem nächsten angefangen." Mit diesem Rhythmus hat auch Lisicki zu kämpfen. Ihre Saison geht von Januar bis November. Und wo Training und Turniere nicht ermüdend genug sind, da fordert der Jetlag seinen Tribut. Dazu kommen die Verletzungen: Immer wieder hatte Lisicki in den vergangenen Jahren und Monaten mit Sprunggelenk- und Knöchelproblemen zu kämpfen, stürzte in der Weltrangliste ab. Darüber zu jammern, das ist nicht ihre Art. Beim Treffen in Paris sagt sie lapidar: "Ich habe immer bis zum allerletzten Punkt gekämpft, dafür war ich schon als Kind bekannt. Das ist wichtig, wenn man allein da draußen steht."

Wie in der Branche üblich, vertraut sie auf einen Mental-Trainer, der ihre positive Grundeinstellung auch nach Verletzungsphasen stärkt. Lisicki sagt, ihr Glas sei immer halb voll, nie halb leer. Sie trainiere inzwischen halt noch etwas intensiver, und achte noch mehr auf ihre Fitness. Ein typischer Tag in ihrem Trainingslager in Florida: "Zwei mal Tennis, ein mal Fitness, noch mal Tennis und hinterher vielleicht noch ein Läufchen." Vater Richard ist ihr Trainer, für sie ist diese Konstellation stärkend, so habe sie immer einen Vertrauten auf der Tour dabei. Und außerhalb des Platzes? "Außerhalb ist außerhalb." Soll heißen: Privat lässt sie sich von Papa nicht reinreden. Allein: Sabine Lisicki lebt für den Applaus auf dem Center Court, nicht fürs "Außerhalb". Beim Treffen in Paris hat sie sich elegant angezogen: schwarzer Hosenanzug, Silberschmuck, High Heels. Sie sieht riesig aus, aber eben nicht überragend. Es ist offensichtlich, dass sich die Tennis-Spielerin Sabine Lisicki im Tennis-Outfit am wohlsten fühlt. Sie ist Sportlerin - kein Glamour-Girl.

Gutes Team: Bei einem Nachwuchs-Turnier am Rande der French Open suchte Longines die "Future Tennis Aces". Lisicki und Graf suchten mit - und verstanden sich hervorragend.

Nach Paris ist sie gekommen, weil sie als "Rising Star" für die Uhrenmarke Longines wirbt und die wiederum in Paris ein Nachwuchsturnier veranstaltet, um die Sabine Lisicki der Zukunft zu finden. Gemeinsam mit Stefanie Graf steht sie einen Tag später auf dem Tennisplatz, beide sollen ein paar Bälle hin und herschlagen. Am Rand hängen Plakate, die verkünden: "We miss you Steffi." Für Lisicki wird applaudiert, für Stefanie Graf gejubelt. Es ist verrückt, findet die Tennis-Gräfin. Seit 13 Jahren sei sie glückliche Tennis-Pensionärin: "Wir reden doch immer darüber, wie anstrengend der Sport ist, körperlich, aber auch emotional. Wie schwer es ist, eine Balance zu finden - und ich habe mich sehr auf diese Balance gefreut." Sie genieße es nun, den deutschen Nachwuchs zu sehen. Und Sabine Lisicki sagt nur: "Steffi hat Unglaubliches erreicht, aber: Das ist gewesen. Jetzt ist die nächste Zeit." Sie meint: Ihre Zeit, möglichst bald will sie ein Grand-Slam-Turnier gewinnen. Dafür wird Sabine Lisicki kämpfen - wie sie es schon immer getan hat. Alexander Stilcken

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