Russell Brand: "Sex, Prunk, Drogen - nichts hat funktioniert"

Nachdem sich Russell Brand selbst gerettet hat, will der britische Stand-up-Comedian nun der ganzen Welt aus der Patsche helfen - mit nichts weniger als einer Revolution

Hätte Russell Brand nicht die Kurve gekriegt, hätten wir ihn jetzt nicht hier im verträumten Londoner Stadtteil Hoxton treffen können, sondern womöglich in einer der beliebten Entzugskliniken für Superprominente. Schlimmstenfalls hätten wir nach Bunhill Fields fahren müssen, auf einen der schönsten Friedhöfe Londons. Aber Russell Brand hat die Kurve gekriegt. Kennt man seine bewegte Biografie, ist er wohl gerade sogar in der Form seines Lebens.

Er sitzt, nein, er springt vor seinem "Trew Era"-Café herum und erklärt lautstark, was ihn gerade so aufwühlt, warum er auf die Straße geht, warum er umstürzlerische Literatur schreibt, warum er neuerdings in politischen Talkshows Fragen beantwortet und auf seinem Youtube-Kanal "The Trews" genüsslich das Establishment auseinandernimmt. Seine Quintessenz vorweg: "Revolution! Wenn wir uns retten wollen, brauchen wir eine Revolution!" So hat Russell Brand nicht immer gesprochen. Zwar galt der Arbeitersohn aus Essex schon in seiner Jugend als ein Typ, der es versteht, mit Worten umzugehen. Doch mit dieser Gabe trieb es ihn in den Neunzigern zuerst einmal in die Arme von Kindersendern, Musikkanälen und Trash-Formaten.

Daniela Katzenberger

Tochter Sophia bekommt besonderen Unterricht

Daniela Katzenberger
Daniela Katzenberger schickt Tochter Sophia in den nächsten Wochen in die Sommerschule.
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Auf dem Pilgerweg des Ruhms, im Tempel des Konsums

Dort moderierte er wie so viele seiner Art. Die Welt wollte er damals noch nicht retten, die Provokation allerdings setzte er schon gezielt ein. Er wollte zeigen, dass es dieses dickliche und in Armut aufgewachsene Arbeiterkind sehr wohl zu etwas bringen kann. Sein schwarzer Humor kostete ihn jedoch gleich mehrere Jobs – bei MTV entließ man ihn, nachdem er nach den Terrorattacken vom 11. September in Osama-Bin-Laden-Montur an seinem Arbeitsplatz erschien. Der Karriere taten derartige Eskapaden keinen Abbruch. Denn Provokation ist im Repertoire eines Stand-up-Comedians perfekt aufgehoben. Und als ein solcher Bühnenschreck machte er sich fortan einen Namen, bekam Preise, wurde plötzlich als Moderator der MTV Video Music Awards gebucht, durfte sogar in zahlreichen Hollywood-Filmen mitspielen.

Zwischendurch fiel er noch bei der BBC durch schlechte Scherze in Ungnade und landete mal eben mit seiner Autobiografie einen Megaseller. Mit einem erfolgsverwöhnten Tausendsassa wie Brand wollte man einfach zusammensein. Auch US-Sängerin Katy Perry, die ihn 2010 ehelichte und immerhin für ein gutes Jahr seine Frau war. Doch mit dem Ruhm kamen die Verlockungen. Russell Brand gab sich nahezu allen hin. "Ich ging den Pilgerweg des Ruhms, ich ging in die Tempel des Konsums, stand in den Hallen der Celebritys – und ich merkte, dass sie leer sind", erklärt er.

"Wenn wir nicht für die Gemeinschaft leben, sind wir tot"

"Nichts, was ich ausprobiert habe, hat funktioniert. Ruhm brachte mir nichts, Drogen brachten mir nichts, Sex brachte mir nichts, Prunk brachte mir nichts. Je mehr ich die Dinge bekam, die ich vorher wollte, erhärtete sich in mir die Einsicht, dass das alles Placebos sind." Seine Rettung waren konsequenter Drogenentzug und die Berührung mit der Spiritualität. Brand meditiert seitdem, er glaubt, er vertraut, er hat sich seinem Innern zugewandt. "Ich habe erkannt, dass die Lösung nicht im Materiellen liegt, sondern im geistigen Raum. Wenn wir nicht ein freies, authentisches Leben führen, wenn wir nicht im Göttlichen sind und für die Gemeinschaft leben, sind wir tot."

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Und so wie er heute redet, handelt er mittlerweile auch. Sein neues Buch "Revolution – Anleitung für eine neue Weltordnung" fußt auf dem dringenden Bedürfnis, mit den destruktiven Kräften dieser Erde abzurechnen – und gleichzeitig Vorschläge für eine nachhaltige Lebensweise zu machen. Dabei sieht sich Brand als Verstärker von Handlungsoptionen, von Ideen, deren Umsetzung die Welt zu einer besseren machen könnte. "Bevor wir neue gerechte Systeme installieren, müssen die Systeme abgeschafft werden, die uns nicht guttun und nicht dem Allgemeinwohl dienen", sagt Brand und meint damit in erster Linie die Vertreter des Turbokapitalismus, herzlose Banker, Börsenhaie, Konzernlenker, Regierungschefs.

Erster Erfolg als Weltenretter

"Der erste Schritt auf dem Weg zu einer Revolution wäre, eine große Zahl von Menschen mit Informationen zu versorgen darüber, dass es weit hoffnungsvollere, freudvollere, tragfähigere Alternativen gibt als die Ideologie, die die Welt an den Rand des Abgrunds gebracht hat. Wenn wir nur als arbeitende und konsumierende Individuen nach unseren eigenen Ängsten und Wünschen denken und leben, ist es sehr leicht, uns fremdzusteuern. Daher müssen wir endlich eine kollektive Identität entwickeln und uns an unseren Seelenkern erinnern: dass wir Stammeswesen sind!" Mit solchen Sätzen bringt Russell Brand die britische Politik gegen sich auf, und nicht selten reagieren deren Protagonisten mit Häme und Unverständnis.

Dennoch: Diejenigen, die er an der Basis erreichen will, lieben ihn, verstehen ihn. Das ist allein bei unserem Besuch in London-Hoxton zu bemerken, wo Brand andauernd von Fußgängern und Nachbarn angesprochen wird. Denn genau hier in der Whitmore Road hatte er im vergangenen Jahr seinen ersten konkreten Erfolg als Weltenretter eingefahren. Den Wohnblock, den ein US-Investor in ein megateures Luxus-Flat verwandeln wollte, konnte Russell Brand durch seinen öffentlichkeitswirksamen Einsatz zurück in die Hände der bisherigen Mieter geben. Die liegen ihm bis heute zu Füßen. Zuweilen stehen sie um ihn herum wie die Jünger um den Heiland.

Eine Szene, die der Bühnenmensch Brand genießt. "Ja, manchmal fühlt sich mein Ego davon gestreichelt. Das gebe ich zu." Und was bringt ihn dann wieder zurück auf den Boden? "Der Gedanke, dass ich nur der Kerl aus Essex bin, dass ich eine Mutter habe, die Barbara heißt, und einen Vater, der Ron heißt. Ich habe erkannt, dass es besser für mich ist, Teil des Kollektivs zu sein – so sehr ich mich auch mag."

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