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Rupert Everett Schwule Väter findet Rupert "das Schlimmste"

Rupert Everett
© Reuters
Schauspieler Rupert Everett, eigentlich ein Vorkämpfer für Schwulenrechte, fällt seinen Freunden überraschend in den Rücken: In einem Interview sagt er, es gäbe nichts Schlimmeres als schwule Väter

Der britische Schauspieler Rupert Everett, selbst seit Jahrzehnten offen schwul lebend, hat mit einem aktuellen Interview für Missstimmung bei Schwulen und Lesben und ihren Gleichstellungsorganisationen gesorgt. Im Gespräch mit der "Sunday Times" sagte der 53-Jährige, er stimme mit seiner Mutter überein, wenn sie sagt, Kinder bräuchten eine Mutter und einen Vater. "Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als von zwei schwulen Vätern aufgezogen zu werden", so der ehemals Vorzeigeschwule mit dem Hang zur kontroversen These. Und weiter: "Einige Leute stimmen da vielleicht nicht mit mir überein. Fein - das hier ist meine Meinung. (...) Ich spreche nicht für die schwule Gemeinschaft. (...)

Doch Everett holt noch weiter aus und ergänzt, dass er Elternschaft offenbar generell kritisch sieht. "Sunday Times" zitiert den Briten weiter: "Die einzige Gemeinschaft, zu der ich mich zähle, ist die Menschheit und wir haben jetzt schon zu viele Kinder auf diesem Planeten, also ist es gut, nicht noch mehr zu bekommen." Hintergrund des Gesprächs: Rupert Everetts Mutter hat wohl gerade seinen neuen Freund kennengelernt. Wünschte sich aber dennoch, Rupert sei heterosexuell und habe eine hübsche Frau und Kinder - er sei so toll mit Kindern und potenziell auch ein wunderbarer Vater. Doch sie denke, Kinder bräuchten Mutter und Vater. Und er sei deswegen nicht sauer auf sie. Die 77-jährige Mrs Everett ist selbst Teilnehmerin an dem Interview.

Es ist nicht das erste Mal, das Everett seine schwulen Freunde und Fans mit harschen Aussagen befremdet. 2009 riet der Brite, der sich schon 1989 outete und damit zu den ersten seiner Zunft gehörte, jungen Schauspielern, ihre sexuelle Präferenz geheimzuhalten, wenn sie regelmäßig Jobs bekommen wollten. "Es funktioniert nicht, du wirst irgendwann auf eine Mauer treffen", warnte er seine jungen Kollegen und sagte auch, sein Coming-out habe seine Hollywoodkarriere ruiniert.

Rupert Everett war insbesondere zwischen 1997 und 2004 sehr erfolgreich in Filmen wie "Shakespeare in Love", "Die Hochzeit meines besten Freundes", "Ein Sommernachtstraum", "Ein perfekter Ehemann" und "Stage Beauty". Seiner sexuellen Orientierung zum Trotz galt er als echter Frauenschwarm und war über einen längeren Zeitraum mit Madonna befreundet. Sein letzter großer Erfolg waren die Auftritte als schräge Internatsvorstehrein in "St. Trinian". Everett arbeitet gerade daran, sein zweites "Tell all"-Memoirenbuch zu veröffentlichen und spielt derzeit in Hampstead die Rolle des Oscar Wilde im Theaterstück "The Judas Kiss".

cfu

gala.de


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