VG-Wort Pixel

Rüdiger Nehberg (†) "Das Risiko war immer mein Hobby"

Rüdiger Nehberg 
Rüdiger Nehberg 
© Picture Alliance
Er hat im Tretboot den Atlantik überquert, ist zu Fuß durch die Wüste gelaufen und hat sich ohne Ausrüstung durch den Regenwald gekämpft. In einem seiner letzten Interviews spricht Rüdiger Nehberg mit DB MOBIL über Gefahr als Antrieb, Abenteuer im Alltag und über seinen unerfüllten Lebenstraum.

Anfang April ist Survival-Experte und Aktivist Rüdiger Nehberg (†) mit 84 Jahren gestorben. Unter anderem nur mit einem Tretboot hat er den Atlantik überquert. In einem seiner letzten Interviews hat er über sein Abenteuerleben und die ständige Gefahr gesprochen. 

Interview: Katja Heer

Rüdiger Nehberg: "Die Angst hat sich relativiert"

DB mobil: Herr Nehberg, was war das größte Abenteuer, das Sie je erlebt haben?

Rüdiger Nehberg: Das Größte waren immer die ersten Male - zum Beispiel meine erste Atlantiküberquerung im Tretboot 1987. Alles war für mich neu, ich wusste nichts. Der erste Sturm, die erste große Welle, bei der ich dachte, sie würde mich unter sich begraben. Bei der zweiten und dritten Überquerung kannte ich gefühlt jeden Längen- und Breitengrad. Da war es fast zur Gewohnheit geworden.

Sie sind dreimal über den Atlantik gefahren - je auf einem Tretboot, einem Floß und einem Baumstamm - und hatten Angst vor Wasser?

Ja, aber die habe ich mir in Lehrgängen von Kampfschwimmern in Eckernförde abtrainieren lassen. Die haben mich an Händen und Füßen gefesselt ins Wasser geworfen und mir gezeigt, wie man sich rettet: in Rückenlage bringen und die Unterschenkel nutzen - wie ein Fisch seine Schwanzflosse. Oder wie man sich im Notfall über Wasser hält: Hemd dicht am Hals zusammenhalten, unterm Arm hindurch Luft zum Rücken blasen. Das Luftpolster trägt einen. Wenn nötig, bläst man nach. Mit solchen Trainings hat sich meine Angst allmählich relativiert.  

"Bei allem bleibt ein Restrisiko - das macht den Reiz aus"

Wie haben Sie sich gegen die anderen Gefahren gewappnet?

Ich hatte Medikamente gegen Seekrankheit mit, eine Rinne zum Auffangen von Regenwasser und gegen Piraten einen Revolver und eine mehrschüssige Schrotflinte, die ich zum Glück nicht benutzen musste. Dennoch bleibt bei allem ein Restrisiko. Das macht für mich den Reiz der Unternehmungen aus. Das Risiko war immer mein Hobby.

Das gesamte Interview können Sie auf DB Mobil lesen. 

Verwendete Quellen:"DB Mobil"

Gala

Mehr zum Thema


Gala entdecken