Rudi Assauer: Schlimmer Familienstreit nach seinem Tod

Nach dem Ableben von Rudi Assauer offenbart sich, wie zerrüttet das Verhältnis seiner Angehörigen wirklich ist. Ein Rechtsanwalt klärt über die juristischen Gesichtspunkte auf

Rudi Assauer + Bettina Michel anlässlich des 70. Geburtstags des ehemaligen Schalke-Managers

Rudi Assauer, †74, ist am 6. Februar nach langer Krankheit verstorben. Der ehemalige Schalke-Manager war einem Alzheimer-Leiden erlegen. Dieses hatte er bereits 2012 in seinem Buch "Ich will mich nicht vergessen" publik gemacht. Er hinterlässt die beiden Töchter Bettina Michel, 53, und Katy Assauer, 48. Ersterer, die ihren Vater bis zu seinem Tod pflegte, wird vorgeworfen, Rudi Assauer gegen seinen Willen vom Rest der Familie isoliert zu haben. Eine Anschuldigung, die jetzt noch vor der Beerdigung des einstigen Fußballprofis mit einer Todesanzeige in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" zu einer Schlammschlacht auszuarten scheint. 

Rudi Assauer: Großer Krach vor seiner Beerdigung

Das Ableben des 74-Jährige fördert nun zu Tage, was offenbar schon seit langer Zeit im Verborgenen brodelte. Zwei Lager stehen sich nun gegenüber: Auf der einen Seite die Assauer-Tochter Bettina und seine Sekretärin Sabine Söldner, die, laut "Bild"-Informationen, die Generalvollmacht für Rudi über dessen Tod hinaus hat. Auf der anderen sind Katy Assauer, Simone Thomalla, 53, und Sophia Thomalla, 29, sowie Beate Schneider, zwischen 1987 und 1999 Lebensgefährtin Rudi Assauers

Die Gruppe um Katy Assauer und die Thomallas drückte ihre Trauer mit einer Todesanzeige in der "WAZ" aus. "Man sieht die Sonne untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel wird", heißt es dort einleitend. Doch gleich im folgenden Absatz scheinen die Frauen zum Schlag auszuholen. "Auf dem schweren Weg, den Du gegangen bist, waren Nähe und Abstand zu Deinen Lieben nicht mehr von dir bestimmbar. Jetzt nehmen wir Dich wieder in den Arm und verabschieden und unendlich traurig…" Versteckt sich hier ein Angriff gegen Bettina Michel?

Rudi Assauer, Todesanzeige in der "WAZ"

 
"Ich bin unendlich traurig… Als wir uns nach neun wunderschönen Jahren getrennt haben, ist eine Tür zugegangen, die ich leider nie wieder habe öffnen können. Meine Gedanken sind bei seiner Tochter Katy", erklärte Simone Thomalla unmittelbar nach dem Tod Assauers. Ich Tochter Sophia schreibt auf Instagram: "Leider war eine Beziehung zum Schluss nicht wirklich da, heißt, ich werde mich nicht verabschieden dürfen."

Untersagte Bettina Michel den anderen den Kontakt?

Bereits 2013 verriet die heute 53-Jährige gegenüber GALA, dass ihr Vater nichts mehr mit Simone Thomalla zu tun haben wollte: "Wenn er sie im Fernsehen sieht, sagt er: ,Mach das weg! Schalt um, die will ich nicht sehen!‘ Dafür habe ich Zeugen." Außerdem habe sie ihren Vater gepflegt, die anderen hätten sich hingegen nie um ihn gekümmert. War es also der Wunsch des kranken Mannes, diesen Teil seines Angehörigenkreises aus seinem Leben fernzuhalten? Man wird es nicht mehr erfahren.

Katy Assauer übt jedoch noch weitere Kritik. Vom Todeskampf ihres Vaters habe sie zu spät erfahren. Sekretärin Söldner habe offenbar nur eine SMS geschickt. Deren vermeintliche Worte: "Der Chef hat es geschafft." Abschied habe sie dann nur noch im Bestattungsinstitut nehmen können. Im Beisein eines Angestellten.

Simone Thomalla und Rudi Assauer beim "Deutschen Fernsehpreis" 2008

Drama um Rudi Assauers Beerdigung

Kommenden Freitag soll Rudi Assauer in kleinem Kreise beerdigt werden. Ort der Beisetzung, allem Anschein nach streng geheim! Auslöser für noch mehr Zoff. Denn Katy habe ihre Schwester nun per Anwaltsschreiben dazu aufgefordert, ihr den Ort zu verraten. "Ich möchte nur meinem Vater das letzte Geleit geben. So wie er es gewollt hätte", so die 48-Jährige zu "Bild". Bettina hingegen macht deutlich: "Ich werde mich an dieser Schlammschlacht nicht beteiligen. Das hat der Papa nicht verdient." Doch darf sie tatsächlich ihre Schwester von der Beerdigung ausschließen? Rechtsanwalt Markus Mingers, 45, zu GALA: "Man hat nicht das Recht, einen Familienangehörigen von einer Beerdigung auszuschließen."

"Es gibt ein sogenanntes Totenfürsorgerecht. Und das haben die nahen Anverwandten, wie Ehegatten, Kinder und, bei jungen Leuten, die Eltern", so der Anwalt weiter, "Das schließt ein, dass sie das Recht haben, an der Beerdigung teilzunehmen und diese auch zu gestalten, aber auch die Pflicht, den Angehörigen angemessen zu bestatten." Fremde Dritte könnten von der Beerdigung ausgeschlossen werden, jemand der das Totenfürsorgerecht hat allerdings nicht. "Katy Assauer könnte eine einstweilige Verfügung beantragen, um ihr Recht auf Teilnahme durchzusetzen", fügt Mingers an. Einen Sonderfall stelle aber die Generalvollmacht von Sabine Söldner: "Wenn die Vollmacht die Totenfürsorge beinhaltet, könnte sie jemanden ausschließen." Jedoch ist es bisher unklar, was diese genau beinhaltet.

Die Abschiede 2019

Um diese Stars trauern wir

16. Juni 2019: Rolf von Sydow (94 Jahre)  Nur zwei Tage vor seinem 95. Geburtstag ist der deutsche Regisseur Rolf von Sydow gestorben. "Er ist friedlich zu Hause eingeschlafen", sagt seine Frau Susanne von Sydow gegenüber der BILD.   Rolf von Sydow hat bei zahlreichen Filmen und Serien, wie "Zwei Münchner in Hamburg", Regie geführt. 
13. Juni 2019: Wilhelm Wieben (84 Jahre)  Jahrelang gehörte Wilhelm Wieben zu den bekanntesten Gesichtern der Tagesschau, nun ist er nach Informationen der ARD im Alter von 84 Jahren gestorben. Seit 1966 arbeitete Wieben in der Redaktion der Tagesschau, seinen ersten Einsatz als Sprecher hatte er 1973. 25 Jahre später, 1988, feierte er ohne großes Aufsehen seinen Abschied. 
5. Juni 2019: Wolfram Eicke (63 Jahre)  Der beliebte Kinderbuchautor und Liedermacher Wolfram Eicke kam bei einem nächtlichen Badeunfall in der Neustädter Bucht tragisch ums Leben. Neben seiner Familie hinterlässt er auch trauernde Wegbegleiter wie Rolf Zuckowski und Hans Niehaus.
6. Juni 2019: Carl Schell (91 Jahre)  Carl Schell ist mit 91 Jahren verstorben. Der Bruder von Maximilian Schell, †83, war ebenfalls Schauspieler. Schon seit längerer Zeit hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, hatte unter anderem Durchblutungsstörungen in den Beinen, weshalb er zur Beerdigung seines Bruders im Rollstuhl kommen musste. Carl Schell starb am 6. Juni 2019 an Organversagen.

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Verwendete Quellen: Bild, WAZ

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