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Rudi Assauer Auftritt nach Alzheimer-Enthüllung


Kurz nachdem er mit seiner Autobiografie seine Alzheimer-Erkrankung offengelegt hatte, trat Rudi Assauer nun live im Fernsehen auf

Er war Visionär, Macho, Meister der Selbstinszenierung: Nun ist Rudi Assauer vor allem ein kranker Mann. Beim ZDF-Fernsehfrühstück spricht der 67-Jährige erstmals öffentlich über seine schwere Alzheimer-Erkrankung. Für viele Zuschauer ein erschreckender Anblick, wirkt der ehemalige Super-Macho des deutschen Fußballs doch blass und plötzlich alt, ist jedoch ruhig und sehr ernsthaft. "Es geht mir sehr gut", beteuert er gleich zu Beginn des Interviews.

Begleitet wird Assauer von Tochter Bettina, seiner Sekretärin Sabine Söldner und seinem langjährigen Freund, dem Sportkommentator Werner Hansch. Es sind auch diese Vertrauten, die größtenteils das Reden übernehmen. So ist es Tochter Bettina, die "Volle Kanne"-Moderator Ingo Nommsen von Assauers Einzug bei ihr berichtet, während Freund Hanisch, noch den glorreichen Karrierezeiten Assauers nachsinnt. Dem ehemaligen Schalke-Manager fällt das Antworten hingegen sichtlich schwer: Kurz und langsam äußert er sich auf direkte Fragen.

So ist es auch Assauer selbst, der die größten Schwierigkeiten mit seiner Krankheit hat. "Es ist eine schwierige Situation", gesteht er im Interview. "Wenn ich irgendwas sagen will, und dann hab ich’s vergessen … Dann ärgere ich mich darüber." Eine Situation, die für alle Beteiligten schwer zu ertragen ist. Und möglicherweise auch als Grund für das Scheitern seiner zweiten Ehe angesehen werden kann. Erst im April 2011 war Assauer mit seiner damaligen Freundin vor den Traualtar getreten. Hingegen habe sich seine Beziehung zu Tochter Bettina durch die Krankheit entscheidend verbessert: "Durch die Krankheit hat sich mein Vater geöffnet. Er sorgt sich, ist feinfühliger geworden. Er kann aber nicht mehr lange allein sein, nur ganz kurz. Dann fängt er an, mich zu suchen."

Dennoch blicken alle Anwesenden der Zukunft positiv entgegen. Zwar könne man die Krankheit nicht heilen, aber durch viel Training, Witz und Leichtigkeit wäre Assauer sicher in der Lage "noch ganz lange unter uns zu sein". Assauers Entscheidung, seine Krankheit publik zu machen, kommt ihm außerdem zugute. So sei schon viel mehr Ruhe eingekehrt und alles sei gut organisiert. Gute Voraussetzungen also, um mit dieser schlimmen Diagnose zu leben.

eal

gala.de

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