Paula Schramm im GALA-Interview: "Wir führen ein Nomadenleben"

Paula Schramm liebt die Freiheit und sammelt auf Reisen neue Erfahrungen. Jetzt drehte sie für "Rosamunde Pilcher" in Cornwall. Im GALA-Interview spricht sie über ihren Traumjob als Seglerin und gibt Einblicke hinter die Pilcher-Kulissen

Paula Schramm, 29, hat ihre Schauspielkarriere in der "KIKA"-Serie "Schloss Einstein" begonnen. Dort spielte sie jahrelang den frechen, selbstbewussten Internatsliebling Emily. Seitdem spielt die Mutter eines Sohnes die verschiedensten Rollen und beweist jedes Mal aufs Neue ihr schauspielerisches Talent. Wenn sie mal nicht vor der Kamera steht, genießt sie die frische Luft auf der See, das Reisen um die Welt und das Kochen.

Rosamunde Pilcher (†)

Zehn Fakten zur Erfolgs-Autorin

Rosamunde Pilcher (†)

Rosamunde Pilcher: Paula Schramm gibt Einblicke hinter die Kulissen

GALA: Gibt es eine witzige Anekdoten vom "Rosamunde Pilcher"-Set?

Paula Schramm: Ne (lacht). Also das Einzige, was passiert ist: Ich habe mit meinem Kollegen Max Urlacher den schlimmsten Lachkrampf meines Lebens bekommen. Das war so furchtbar, dass wir den Dreh kurz unterbrechen mussten. Mir sind die Tränen vor lauter Lachen runtergelaufen. Da ich keine wasserfeste Mascara hatte, musste ich neu geschminkt werden. Aber das ist jetzt nicht so wahnsinnig lustig.

Sie spielen in der Jubiläumsfolge mit. Warum lieben die Menschen "Rosamunde Pilcher"-Filme so sehr?

Ich glaube, da spielen mehrere Sachen mit rein. Wahrscheinlich steht die Landschaft ziemlich weit vorne, aber das ist nur meine Vermutung. "Rosamunde Pilcher" ist dieses Versprechen, dass am Sonntagabend neben dem Krimi einfach alles gut wird. Es gibt eine Liebesgeschichte, die den Zuschauer träumen und vielleicht mal nicht über die schweren Sachen im Leben nachdenken lässt.  In den Pilcher-Filmen gibt es zwar auch immer Konflikte, aber am Ende wird alles gut. Es ist sehr wichtig, dass am Ende die Liebe gewinnt. Die Zuschauer gehen sonntags gut schlafen und die Woche kann beginnen.

Deswegen entschied sich Paula Schramm für eine vegetarische Lebensweise

Sie leben vegetarisch. Was ist Ihr Lieblingsrezept?

Für mich muss es immer ganz viele verschiedene Sachen geben. Ich finde es total langweilig, nur ein Gericht zu essen. Ich bin Tochter eines Fleischhändlers und ich liebe Sellerie-Schnitzel, weil es mir so ein bisschen das Gefühl von Schnitzel gibt. Sonst liebe ich einfach Gemüse in jeglicher Form. 

Ihr Vater ist Fleischhändler, Sie Vegetarierin. Wie passt das zusammen?

Das frage ich mich auch immer. Also als ich Mutter geworden bin, habe ich in jedem Ratgeber gelesen, dass die Geschmacksnerven sich in den ersten paar Jahren festlegen. Bei mir liegt es daran, dass mir die vegetarische Lebensweise besser schmeckt und es mir dadurch auch einfach besser geht. Bei mir kam das aber auch vor allem durch das Umweltbewusstsein heraus. Durch meinen Vater weiß ich, wie viele ungute Sachen in dieser Industrie passieren und dass wir viel zu viel Fleisch essen. Mir hat es dann nicht mehr geschmeckt. Ich finde es spannender, mit Gemüse zu kochen. 

Ernähren Sie Ihren Sohn auch vegetarisch?

Nein, das kann ich nicht, er liebt Fleisch. Ich bin auch gar nicht dogmatisch. Ich finde, jeder sollte so leben, wie er möchte. Ich finde das auch falsch, Kindern mit irgendwelchen Zwängen das Essen beizubringen. Ich hoffe einfach, dass er sieht, wie ich sonst koche und dass irgendwann der Funke überspringt. Er will zum Beispiel gar kein Gemüse essen, das ist total schwierig. 

Zwischen Flughafen, Bahnhof und Heimathafen

Wie bringen Sie Kind und Karriere unter einen Hut?

Also ich bin ein unfassbar chaotischer Mensch und total vergesslich (lacht). Mit Kind muss man einfach zum Organisationstalent werden – ob man will oder nicht. Mein Freund und ich haben synchronisierte Kalender. Bei uns ist jeder Tag durchgeplant. Letztens bin ich aus Griechenland gekommen, da hatte ich meinen Segelschein gemacht. Ich bin gelandet, mein Freund hat mir unserem Sohn bei der Ankunft gegeben und musste dann selbst zum Flieger rennen. Ich habe aber auch das Glück, dass meine Eltern mich gut unterstützen. Meine Mutter ist Kindergärtnerin und Karl darf da ganz viel bleiben – auch in ihrem Kindergarten. Das ist ehrlicherweise ein Jackpot!

Wofür haben Sie einen Segelschein gemacht?

Ich segele bei "Rose of Charity" mit. Ich wollte schon immer mal segeln können. Da ich jetzt "SOKO Hamburg"-Kommissarin bin, habe ich schon oft gesagt: 'Leute, ich hab jetzt den Schein! Ich muss mal mit einem Polizeiboot angedüst kommen!' (lacht). Ich habe einfach nur richtig Bock, mit einem Boot über die Elbe zu fahren. Aber noch steht nichts in den Drehbüchern. 

"Die prägendsten Reisen sind nicht immer die größten Reisen"

Auf Ihrem Instagram-Account sind zahlreiche Bilder von Ihren Reisen. Was begeistert Sie vom Reisen?

Wir führen ein Nomadenleben. Ich liebe es einfach, unterwegs zu sein. Ich kann nicht lange an einem Fleck zu sein, mich zieht es immer weiter. Ich finde vor allem das Reisen mit Kind wahnsinnig schön. Man macht noch einmal ganz andere Erfahrungen. Wir haben tatsächlich keinen Alltag. Wenn wir mal – was nicht oft vorkommt – zwei Wochen parallel freihaben sollten, dann reisen wir lieber irgendwo hin. Ich bin einfach gerne am Meer, liebe den Atlantik. Deswegen fand ich es total schön, in England zu drehen. Da spürt man die Kraft der Natur so stark. 

Welche Reise hat Sie besonders geprägt?

Am prägendsten war meine Reise nach Österreich zu diesem Dreh damals. Dort habe ich meinen Freund kennengelernt. Ich war auch mal mit "Französisch für Anfänger" in Albanien auf einem Filmfestival, das hat mich total fasziniert. Albanien ist auf jeden Fall ein Land, wo ich gern noch einmal hinmöchte. Die prägendsten Reisen sind nicht immer die größten Reisen. Vor allem beim Drehen finde ich es so toll, dass man Orte kennenlernt, die nicht sehr spektakulär klingen, sie aber trotzdem interessant sind. Man macht immer neue Begegnungen und reist an Orte, zu denen man sonst nie fahren würde. 

Wie reisen Sie am Liebsten?

Ich liebe das Zugfahren und finde es viel entspannter als Fliegen. Früher bin ich viel geflogen, aber das ist einfach zu stressig. Beim Zugfahren komme ich nebenbei noch zum Antworten. Zukunftsmäßig sehe ich natürlich das Segeln als Fortbewegungsmittel (lacht). Das ist natürlich die tollste Art, sich fortzubewegen: Auf dem Wasser. 

Paula Schramm: Mütter müssen wertgeschätzt werden

Welche Tipps geben Sie Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen bezüglich Erziehung der Kinder in der Öffentlichkeit?

Also ich wünsche mir so sehr, dass Frauen als Mütter sich endlich darüber definieren, was sie selbst machen wollen und was sie einfach cool finden, aber nicht darüber, andere negativ zu bewerten. Man muss sich einfach klar machen, dass jede Mama einfach das Beste für ihr Kind möchte. Es gibt eine Million verschiedene Wege, um dahin zu kommen. Man muss diese Wege nicht alle verstehen oder gut finden, aber die sind alle okay. Und trotzdem können wir uns alle als Mütter wertschätzen, denn der Tag hat für uns alle nur 24 Stunden und man muss einfach die Zeit aufteilen. 

Was sagen Sie dazu, dass manche Promi-Eltern ihre Kinder auf Instagram zeigen?

Also ich habe mich dagegen entschieden. Ich habe zum Beispiel noch nie das Gesicht meines Sohnes gezeigt oder ein Bewegtbild von ihm gepostet. Ich finde, wenn er das irgendwann möchte, kann er das machen. Ich habe schon als Kind gedreht und stand sehr früh in der Öffentlichkeit. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass das mein freier Wille war und das hat mich immer sehr stark gemacht. Die Entscheidung muss jeder für sich treffen. Gerade im Urlaub haben wir letztens Handy-Detox gemacht und haben die Handys nie mit an den Strand genommen. Wir haben am Strand gespielt, ohne ständig etwas zu filmen oder zu dokumentieren.

Ausgestrahlt wird Paula Schramms "Rosamunde Pilcher"-Abenteuer in der 150. Folge am 26. Mai um 20.15 Uhr auf ZDF.

Verwendete Quellen: eigene Recherche, Instagram

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche