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Ronja Forcher über ihre Hochzeit "Bloß keine alten, verstaubten Traditionen"

Ronja Forcher
© Tobias Rachl
Ronja Forcher ist verlobt! Im Sommer hat "Der Bergdoktor"-Star "Ja" zu seiner großen Liebe Felix Briegel gesagt und könnte seitdem nicht glücklicher sein. Im GALA-Interview verrät die Schauspielerin, wie ihre Traumhochzeit aussehen soll.

"Irgendwann habe ich mir gedacht: Wow, der ist schon nicht so schlecht. So intelligent. So lustig. Und diese Augen! Spätestens da war’s um mich geschehen", erzählt Ronja Forcher, 24, im Gespräch mit GALA, als sie über ihre große Liebe und zukünftigen Ehemann Felix Briegel spricht.

Ronja Forcher schwärmt von ihrem Verlobten

Im Sommer 2020 haben sich die beiden verlobt, ein paar Wochen später sind sie in ihre erste gemeinsame Wohnung in Hannover gezogen – und schweben noch immer auf Wolke sieben. "Da wir uns vertrauen und lieben, hat sich an unserer Beziehung nichts geändert, es fühlt sich nach wie vor wunderschön an", sagt die Schauspielerin. Pures Glück eben.

GALA: Sie haben sich vergangenen Sommer verlobt: Herzlichen Glückwunsch! Was hat sich seitdem in Ihrer Beziehung verändert?
Ronja Forcher: Dankeschön! Seit der Verlobung nicht so viel, wie waren auch davor Hals über Kopf verliebt ineinander. (lacht) Nun gut, wir sind vor ein paar Tagen zusammen gezogen in Hannover, das ist doch schon auch was… 

Vor allem, weil Sie vorher eine Fernbeziehung geführt haben...
Wenn ich die letzten vier Jahre betrachte, bin ich richtig stolz auf Felix und mich. Natürlich hatte ich 2017 Angst, als es hieß: So und jetzt wohnen wir mindestens vier Jahre, die Dauer seiner Ausbildung, über acht Zugstunden voneinander entfernt. Aber ich habe gelernt, dass Vertrauen der Schlüssel ist: Vertrauen in sich, in den anderen und in das Leben. Wir sind sehr glücklich, wenn wir beieinander sind, aber genauso erfüllt und glücklich, wenn wir nicht zusammen sind.

Man darf in einer Beziehung niemals dem Partner oder der Partnerin die Verantwortung für sein eigenes Glück geben. In einer Fernbeziehung schon gar nicht.

Und wenn man zusammen wohnt?
Das gleiche gilt auch, wenn man nun zusammenzieht: Vertrauen ist der Schlüssel zum Glück! Da wir uns vertrauen und lieben, hat sich an unserer Beziehung nichts geändert, es fühlt sich nach wie vor wunderschön an. Mittlerweile sind wir eben auch zusammengezogen. Ich wohne nun mit Felix in einer tollen Wohnung in Hannover. Weil ich das oft gefragt werde: Auf meinen "Bergdoktor"-Dreh hat das keinerlei Auswirkungen und ja, die Lilli wird es auch weiterhin beim "Bergdoktor" geben. (lacht) Ich drehe nach wie vor für den "Bergdoktor" und bin auch für andere Aufträge offen. Im Gegenteil: Nun kann ich öfters Einladungen in Berlin wahrnehmen. Empfänge, Premieren, Get-together – das wird mir weitere Türen öffnen. Ich freue mich sehr darauf!

Wie sieht Ihre Traumhochzeit aus?
Kurz gesagt: Genau so, wie wir sie wollen. Wir möchten es entspannt angehen. Kein großes Fest, Hauptsache unsere Liebsten sind dabei. Und bloß keine alten, verstaubten Traditionen, die wir nicht wollen. In der Natur wäre mir am liebsten. Aber da hat Felix natürlich ein Wörtchen mitzureden. Ich weiß nur: Wir werden uns an diesem Tag von nichts und niemandem stressen lassen. Und an einen genauen Termin denken wir derzeit auch nicht. Felix schließt gerade sein Schauspielstudium in Hannover ab und dieses Jahr wird sehr aufregend und ereignisreich für beide von uns. Da brauchen wir nicht auch noch Hochzeitsstress. (lacht)

Sie engagieren sich sehr für Nachhaltigkeit und bewussten Konsum. Wird Ihre Hochzeit eine "Öko-Hochzeit"?
Je globaler die Welt wird, je unruhiger es in der Welt wird, umso wichtiger wird Regionalität und nachhaltiges Handeln bei den Menschen. Ja, auch bei so etwas Besonderem wie einer Hochzeit. Ich handle in meinem Leben schon immer bewusst und dieses Thema ist für mich enorm wichtig. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass uns der Klimawandel vor enorme Herausforderungen stellt und daher muss jeder einzelne etwas dagegen tun. Auch und vor allem im privaten Bereich. Eines weiß ich schon ganz bestimmt:

Fleisch wird es bei unserer Hochzeit sicher nicht geben. 

Wann wussten Sie, dass Felix "der Eine" ist?
Als wir uns kennengelernt haben, weil wir im selben Theaterstück gespielt haben, war Felix gerade mal 18. Ich war 20 Jahre alt. Lustigerweise haben wir am Ende des Stücks geheiratet ... Irgendwann habe ich mir gedacht: Wow, der ist schon nicht so schlecht. So intelligent. So lustig. Und diese Augen! Spätestens da war’s um mich geschehen. Und auch über 4 Jahre später ist Felix der Mensch, der mich am Besten kennt und immer an meiner Seite ist. 

Ronja Forcher: Das ist ihr Liebesgeheimnis

Verraten Sie uns Ihr Liebesgeheimnis?
Liebe jeden Menschen, wie du geliebt werden möchtest und handle stets danach, denn jeder Mensch ist einzigartig und hat deine Aufmerksamkeit verdient. Und meine Großmutti hat mir mal gesagt: Es ist nie zu spät, jemandem eine Freude zu machen. Das gilt auch für mich selbst. Für die eigenen Wünsche und Ziele sollte man sich immer Raum und Platz schaffen. Und wenn es einem selbst gut geht, kann man auch eine bessere Partnerin/ein besserer Partner sein. 

Sie halten nichts von klassischen Rollenbildern. Welche Stereotype nerven Sie in unserer Gesellschaft?
Alle. Es ist nicht mehr zeitgemäß und unfair, Menschen in irgendwelche Schubladen zu stecken, nur weil sie das oder das sind, so oder so ausschauen, dieses oder jenes glauben etc.. Ich will als Mensch vollkommene Freiheit haben, so zu sein, wie ich will, egal, was "mein Körper mir vorgibt, wie ich zu sein habe".

Und wichtig zu betonen ist mir auch, dass nicht nur wir Frauen unter Stereotypen leiden, sondern Männer genauso. Wenn ein Junge sich beim Zeigen seiner Gefühle, beim Weinen, beim kreativen Tanzen/Malen/… plötzlich falsch oder unzureichend fühlt, weil er gelernt hat, dass Männer so etwas nicht dürfen, dann nimmt man ihm total viel Freiheit und Entfaltungsraum.

Jeder Mensch darf Gefühle haben und zeigen, darf mal schwach sein, darf um Hilfe fragen, darf das machen, was ihm Freude und Glück bereitet. Jeder Mensch. Egal welches Geschlecht. 

Würden Sie eine Rolle, die voller Klischees steckt, ablehnen?
Eine sehr interessante Frage, die ich natürlich nicht allgemein beantworten kann. In jeder Rolle steckt ein Potenzial und ein sogenannter Bogen. Wenn ich irgendwann mal eine Frau verkörpern würde, die voller Klischees steckt und ganz und gar nicht emanzipiert handelt, steckt darin auch die Möglichkeit, eine Entwicklung zusammen mit der Figur zu gehen, was sehr lehrreich sein kann – für mich und die Figur. 

"Als junge, kleine Frau muss man sich sehr laut Gehör verschaffen"

Gab es in Ihrer Karriere schon mal einen Moment, in dem Sie sich auf Ihr Geschlecht reduziert gefühlt haben?
Ja, oft. Als Frau, als junge Frau, als junge kleine Frau, muss man sich sehr laut Gehör verschaffen, damit Männer in Entscheidungs- oder Machtpositionen dich hören. Männer verstehen oft nicht so ganz, dass es nicht reicht, die "süße kleine Frau" vor sich zu respektieren und ihr ein offenes Ohr zu schenken, weil die ja eh so "sympathisch" ist. Respekt bedeutet nicht, der Frau zuzuhören, die man toll findet und ihre Wünsche zu respektieren und sie als eigenständiges Wesen zu sehen. Respekt bedeutet, allen Frauen zuzuhören und ihre Wünsche zu respektieren, auch wenn man manche nicht mag, nicht attraktiv findet, keine persönliche Beziehung zu ihnen hat.

Man muss Respekt und Anziehung oder Liebe voneinander trennen. 
Ronja Forcher
© Tobias Rachl

Mussten Sie schon einmal mit Vorurteilen kämpfen?
Ich bin eine kleine, mollige Frau mit großen, blauen Augen, die auch noch einen Tiroler Dialekt hat und aus den Bergen kommt. Ja, Vorurteile gibt es viele. Dass ich mehr bin als meine Herkunft und mehr auf dem Kasten habe als eine Heimatserie (gegen die ich nichts einzuwenden habe!) und ein Playboy Shooting (gegen das auch nichts spricht!) muss ich oft erst noch "beweisen". Aber was soll man machen, außer sich selbst immer treu bleiben. Wie die Menschen dich sehen oder was sie über dich sagen, sagt wenig über dich aus und viel über sie. Das darf man nie vergessen. Außerdem bin ich immer noch eine privilegierte weiße Frau im Herzen Europas.

Es gibt Menschen, die tagtäglich mit viel schlimmeren und herzzerreißenden Sachen konfrontiert werden als einem herablassenden Lächeln.

Das dürfen wir auch nie aus den Augen verlieren und müssen weiter dafür kämpfen, dass solche Ungerechtigkeiten aufhören. 

Wie sehen Ihre beruflichen Pläne aus?
Wir haben ja gerade die 14. Staffel von "Der Bergdoktor" gedreht, die dann ab Januar 2021 im ZDF ausgestrahlt wird. Dann noch das Winterspecial. Daher war ich oft am "Wilden Kaiser" in Tirol zum Drehen. Parallel schreibe ich an einem Buch, ein Liebesbrief an einen sehr wichtigen Menschen meiner Kindheit. Ich nehme außerdem Songs mit meinem Produzententeam vom Haus 2000 in Berlin auf. Dann bin ich gespannt auf weitere TV-Projekte und ich freue mich auf meine Lesetour. Und natürlich darauf, endlich wieder mal unsere Fans beim "Bergdoktor"-Fantag live treffen zu können. Ist derzeit mit Covid-19 ja leider nicht möglich. 

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala


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