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Ronald Zehrfeld Keine Reue über Judo-Aus

Ronald Zehrfeld
© CoverMedia
Der Schauspieler Ronald Zehrfeld wuchs in der ehemaligen DDR auf und musste nach der Wende seine Karriere als Judoka aufgeben. Mittlerweile hat er mit der Entscheidung seinen Frieden geschlossen.

Obwohl für Ronald Zehrfeld (35) der Olympia-Traum als Judo-Kämpfer platzte, öffneten sich nach dem Fall der Mauer viele Türen für ihn.

Der Schauspieler ('Der rote Kakadu') war als Kind professioneller Judo-Sportler und gewann mit elf Jahren die DDR-Jugendmeisterschaft. Nach der Wende musste er den Sport aufgeben, da sein Trainingsstützpunkt aufgelöst wurde. Doch seiner anfänglichen Trauer über den geplatzten Olympia-Traum folgte schnell Freude. "1989 bis 1991 war ich noch ein wenig traurig, aber andererseits waren die 90er-Jahre in Berlin eine der spannendsten Zeiten in meiner Biografie. Ich habe das ganz anders miterlebt! Es gab sofort Ablenkung. Als ich 13 bis 20 war, also bis 1997, ist so viel passiert. Da war kein Weg zu weit, kein Berg zu hoch. Vielleicht ist ein Olympia-Traum zerplatzt, aber ich vermisse nichts, weil ich einen Ausgleich bekommen habe", erklärte der gebürtige Ost-Berliner, der nach dem Fall der Mauer erstmal eine Weltreise machte, im Gespräch mit 'Planet Interview'.

In seinem neuen Film 'Wir wollten aufs Meer' übernimmt der mittlerweile etablierte Darsteller die Rolle des Matze, der unbedingt aus der DDR flüchten möchte - ein Charakter, vor dem Zehrfeld viel Respekt hat. "Das System hat Biografien zerstört", sagte er über den totalitären Staat, in dem er aufwuchs. "Menschen wurde viel Lebenszeit gestohlen. Da wurde über Leichen gegangen. Und Menschen kamen in ihrem Leben an Punkte, wo klar war, wenn du etwas Bestimmtes erreichen möchtest, musst du hier oder da ein paar Informationen abliefern. Da musste man erstmal den Arsch in der Hose haben und sagen: Ich verrate nix. Der Film handelt von Freundschaft, Verrat und Macht in einem totalitären System und was es mit dir macht", erklärte Ronald Zehrfeld.

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