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Romy Schneider (†) Ex-Mann verliert den Prozess gegen Alice Schwarzer

Romy Schneider (†) und Daniel Biasini 1979 in Paris.
Romy Schneider (†) und Daniel Biasini 1979 in Paris.
© Getty Images
Romy Schneiders Ex-Ehemann Daniel Biasini kämpft um ihre Würde – und muss sich im Prozess gegen Alice Schwarzer geschlagen geben. Zum zweiten Mal.

"Romy wird als naives Dummchen dargestellt, ich als Manipulator, Dieb und Gigolo. Alice Schwarzer hat keinen einzigen Beweis, aber offensichtlich Spaß daran, Figuren ganz nach eigenen Fantasien darzustellen", sagt Daniel Biasini, 72, nach dem Prozess in Paris gegenüber "Bild".

"Ich wollte Romys Ehre retten"

Der französische Schriftsteller verklagt den Verlag "l’Archipel", der Alice Schwarzers, 78, Buch "Romy Schneider intime" 2018 in Frankreich veröffentlichte, auf 40.000 Euro Schmerzensgeld. Zudem sollten zehn Passagen entfernt werden.

Bereits im Dezember 2019 verlor Biasini in erster Instanz, danach reichte er eine Verleumdungs-Beschwerde vor dem Berufungsgericht ein. "Ich wollte Romys Ehre retten", so der 72-Jährige zu "Bild". Doch er schaffte es nicht: Daniel Biasini muss nun 2000 Euro an den Verlag zahlen sowie die Anwaltskosten der Gegenseite tragen.

Besonders bitter: Bei dem Termin durfte er nicht aus seinem Plädoyer vortragen, mit dem er die Anschuldigungen widerlegen wollte. Da er keinen Anwalt dabei hatte (in Frankreich Vorschrift), durfte er das Papier weder vortragen noch abgeben. "Ich werde nicht weiter vor Gericht kämpfen, aber ich fordere Alice Schwarzer auf, sich mit mir öffentlich auseinanderzusetzen. Wo auch immer", erklärt Biasni nach dem Prozess. Alice Schwarzer gab gegenüber "Bild" über eine Sprecherin bekannt, dass sie das "Urteil für angemessen" hält.

Worum geht es genau?

In den betroffenen Buchpassagen geht es um die Ehe von Daniel Biasini und Romy Schneider. So schreibt Alice Schwarzer beispielsweise, dass Romy Schneider ihrem Mann Jachten, Ferraris und Reisen bezahlt haben soll. Und, dass Biasini sich in Liaisons vergnügte. Zudem befeuert Schwarzer das Gerücht, dass Biasini an einer Fehlgeburt Schneiders mitschuldig gewesen sei, weil er wegen überhöhter Geschwindigkeit einen Autounfall verursachte. Vorwürfe, die Biasini schwer belasten. "Alice Schwarzer ist eine Lügnerin", sagt der 72-Jährige. 

Noch schwerwiegender ist für Biasini allerdings die Behauptung, Romy Schneiders Mutter Magda habe ein Verhältnis mit Adolf Hitler, †56, gehabt. Schwarzer schreibt in ihrem Buch, dass ihr Romy Schneider 1976 während eines Interviews anvertraute: "Meine Mutter schlief mit Hitler". Dem widerspricht Daniel Biasini: "Romy hat niemals gesagt, dass ihre Mutter mit Hitler geschlafen hat. Weil es zu 100 Prozent falsch ist. [...]."

Romy Schneider: Biografin zweifelt an den Geschichten von Alice Schwarzer

Einen ähnlichen Konflikt mit Alice Schwarzer hatte auch Bettina Dahse, Biografin der Film-Ikone. "Warum sollte Romy Schneider ausgerechnet einer ihr unbekannten Journalistin ein so großes Geheimnis verraten? Alle Familiengeheimnisse, Intimes, völlig offenlegen? Das passt nicht zu Romy Schneider", zweifelt die Autorin im GALA-Interview an. Nach der Veröffentlichung von Schwarzers Buche "Romy Schneider: Mythos und Leben" im Jahr 1998 und den daraus entstandenen Schlagzeilen gingen Bettina Dahse und Horst Fehlhaber, Witwer von Magda Schneider, †87, vor Gericht.

"2009 haben wir vor dem Landgericht Frankfurt am Main einen gerichtlichen Vergleich erreichen können, dass Alice Schwarzer nicht mehr sagen darf, dass Magda Schneider mit Adolf Hitler befreundet war. Sie konnte nicht einen einzigen Beweis für eine Freundschaft zwischen Adolf Hitler und Magda Schneider erbringen. Darum hat sie ja die Unterlassung unterschrieben!“, so Dahse [Anm. d. Red.: Magda Schneider ist Adolf Hitler 1941 zusammen mit einem Dutzend anderer Gäste aus Berchtesgaden begegnet. Eva Braun hat dieses Treffen auf Farbfilm festgehalten].

Verwendete Quellen: bild.de, eigenes Interview

aen Gala


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