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Rod Stewart Vom Rockstar zum Super-Dad


Unglaubliche 265 Millionen Alben hat er verkauft, Drogen- und Alkoholexzesse überlebt. Heute zählt für Rod Stewart nur noch die Familie

Sechs Zentimeter sind sein ultimatives Maß.

So lang und keinen Millimeter kürzer müssen Rod StewartsHaare sein. Sein Friseur in Los Angeles hat sich deshalb extra einen Messstab zurechtgeschnitzt, den er bei jedem Besuch an des Superstars Frise anlegt.

In seiner Autobiografie "Rod" plaudert der britische Superstar amüsant und voller Selbstironie aus seinem bewegten Leben (Heyne,
In seiner Autobiografie "Rod" plaudert der britische Superstar amüsant und voller Selbstironie aus seinem bewegten Leben (Heyne, 480 S., 22,99 Euro)
© Heyne

Wenn sich die Haare morgens trotzdem nicht föhnen oder mit dem Toupierkamm aufplustern lassen, sagt "Hot Rod", wisse er instinktiv, dass er noch am gleichen Tag krank werde. Skurril? Nein, einfach nur authentisch. So wie der ganze Mensch Rod Stewart, der sich noch nie darum gekümmert hat, was andere von ihm halten. Erlebt hat er mehr als die meisten Rockstars, jetzt hat er seine Autobiografie geschrieben. Vor allem hat er überlebt, was nicht jedem seiner Freunde gelungen ist. Genau wie seine Best Buddys Ron Wood und Keith Richards stammt Rod Stewart aus einfachen Verhältnissen, besitzt eine Art Straßenköter-Instinkt, der ihn stets vor dem Schlimmsten bewahrte. So sei seine Maxime gewesen, Drogen immer nur außer Haus zu konsumieren. Das ersparte ihm lästige Polizeirazzien - und bewahrte ihn zudem vor der Versuchung, nachts am Küchentisch weiterzumachen.

Auch von den Steroiden, die er in den Achtzigerjahren röhrchenweise schluckte, um "wie ein Vögelchen" singen zu können, ließ er nach einer missglückten Blutwäsche die Finger. Und vor schlimmen Wochenend-Exzessen rettete ihn sein Sportsgeist. "Ohne Fußball geht sonntags bei mir gar nichts", erklärt der Mann, der als Teenie eine Profikicker-Karriere anstrebte und heute regelmäßig in einem Altherren-Team in Los Angeles spielt. Für den besten Rausch sorgte sowieso seine Lieblingsdroge: Blondinen, idealerweise mit ähnlicher Frisur wie seine eigene. Jeden Morgen toupierte er Kelly Emberg, der Mutter seiner Tochter Ruby, eigenhändig die Haare auf. Verlassen hat er sie trotzdem. Während seiner früheren Beziehungen ging Rod ständig fremd ("Nur Rachel Hunter habe ich in den acht Jahren Ehe nie betrogen!") oder schnappte sich eines der Girls, die ihm nach den Gigs dutzendweise in die Arme taumelten. Nur mit den Gespielinnen von Jimi Hendrix fing er grundsätzlich nie etwas an: Nachdem er einmal dessen bestes Stück gesehen hatte, wollte er sich nie mehr mit dem Gitarrengott messen.

Immer schon sein Lieblingsort: das Bett. Die raue Stimme und die knackige Figur machten Rod Stewart berühmt. Und natürlich Songs
Immer schon sein Lieblingsort: das Bett. Die raue Stimme und die knackige Figur machten Rod Stewart berühmt. Und natürlich Songs wie "Maggie May" und "Sailing".
© Picture Press
Die beiden Söhne mit Penny Lancaster -  Alastair, 6, und Aiden, 1, betreut er am liebsten selbst - hier in Paris.
Die beiden Söhne mit Penny Lancaster - Alastair, 6, und Aiden, 1, betreut er am liebsten selbst - hier in Paris.
© Splashnews.com

Heute ist er Yoga-Fan. Rod Stewart trinkt zwar noch, aber für seine Verhältnisse in homöopathischen Dosen: "Zwei bis drei Gläser Wein gönne ich mir täglich zum Dinner." Mehr gibt's nicht, dafür sorgt seine "diesmal wirklich letzte Ehefrau" Penny Lancaster. Acht Monate, nachdem seine große Liebe Rachel Hunter ihn verlassen hatte, traf er die Fotografin, die sich in das schwierige Familiengefüge - insgesamt hat Rod Stewart heute acht Kinder von fünf Frauen - problemlos einfügte. Ihr machte er den Heiratsantrag, von dem viele Frauen träumten: Im Eiffelturm-Restaurant "Le Jules Verne" fiel er 2005, flankiert von seinen künftigen Schwiegereltern, vor Penny auf die Knie. Sie weinte vor Rührung, er flehte: "Bitte, sag was! Mein Knie macht mich fertig." Romantik à la Rod Stewart eben.

Weil sich seine neue Frau unbedingt Nachwuchs wünschte, ließ er sich zu seinen zwei jüngsten Söhnen ("meine definitiv letzten Kinder") überreden. Heute sind Alastair und Aiden sein Lebensinhalt: "Als 67-jähriger Mann kann ich heute bedauern, dass ich diese Beziehung, diese Familie, nicht früher gefunden habe." Auch deshalb hegt und pflegt er sein neues Hobby "Familie" mit der gleichen Hingabe, die ansonsten nur seiner extra großen Modelleisenbahn zuteil wird. Im Gartenhaus seiner Villa (ein kleiner Palast für sich) lebt Tochter Kimberly, 33, mit der 14-monatigen Delilah aus ihrer Affäre mit Schauspieler Benicio del Toro. Auch Tochter Ruby, 25, zieht demnächst zurück zu dem Vater, den sie früher niemals hatte - sie möchte ihn endlich kennenlernen und Zeit mit ihm verbringen. Etwas Schöneres kann einem Menschen wohl kaum passieren ... Martina Ochs

gala.de

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