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Robin Williams beging Selbstmord Hollywood sucht nach dem Sinn


Robin Williams' Tod löste weltweit eine Welle der Bestürzung aus. In Hollywood ist eine Diskussion über die besondere Gefahr von Depressionen bei berühmten Persönlichkeiten entfacht

Die Nachricht vom plötzlichen Tod des beliebten Komikers Robin Williams stürzte Hollywood in einen tiefen Schockzustand. Wie der Polizeichef des Marin County, Lt. Keith Boyd, am Dienstag (12. August) bekannt gab, hatte sich der Schauspieler am Montagvormittag in seinem Haus in Tiburon nahe San Francisco mit einem Gürtel erhängt und sich mit einem Messer versucht, die Pulsadern aufzuschneiden. Er wurde von seiner Assistentin tot in seinem Schlafzimmer gefunden, der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Ob Williams unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stand, wird ein toxikologischer Bericht klären, dessen Ergebnis in zwei bis sechs Wochen erwartet wird.

Das tragische Ableben der Hollywood-Legende sorgte nicht nur bei den Fans des Schauspielers weltweit für Bestürzung, sondern schockierte auch zahlreiche Prominente in Hollywood. Im Stundentakt twitterten Dutzende von Stars wie Ben Affleck und Matt Damon ("Er half Matt und mir unsere Träume zu verwirklichen.") ihre Gefühle, nachdem sich die Nachricht von Tode Williams' wie ein Lauffeuer verbreitete.

Prominente wie Bill Cosby ("Ich bin schockiert."), Billy Crystal ("Ich finde keine Worte."), Whoopi Goldberg ("Billy Crystal hat recht ... es gibt keine Worte dafür."), Lindsay Lohan ("Ich werde seine Freundlichkeit nie vergessen.") oder Ben Stiller ("Ein Tweet kann die Trauer nicht beschreiben.") machten ihre Trauer öffentlich. "Eine derart große Anteilnahme am Tod eines Stars hatte es zuletzt bei Michael Jackson gegeben", sagte der Moderator einer Morgenshow beim lokalen Sender KTLA.

Auf seinem Stern am berühmten "Walk Of Fame" auf dem Hollywood Boulevard legten Fans Blumen und Kerzen nieder. Viele hinterließen auch selbstgemalte Karten mit Aufschriften wie "Danke Robin für die vielen Lacher, die du mir beschert hast". Viele der Touristen, die momentan in Los Angeles Urlaub machen, besuchten den Stern und ließen sich davor fotografieren.

Auf der Anzeigetafel am berühmten "Comedy Store" am Sunset Boulevard, wo Williams zu Beginn seiner Karriere viele Auftritte als Stand-Up Komiker hatte, prangt der Schriftzug "RIP Robin Williams". Auch die Improvisations-Bühne "Laugh Factory", einige Blocks weiter südlich am Sunset Boulevard, würdigte ihren einstigen Comedy-Star mit der Botschaft: "Robin Williams - Rest in Peace - Make God Laugh".

Fans legten sogar an jenem Haus in Boulder, Colorado, Blumen und Kerzen nieder, das in den Siebziger Jahren als Kulisse für die TV-Serie "Mork vom Ork" diente. Mit der Serie feierte Williams seinen Durchbruch als Komiker. Selbst die Parkbank im Bostoner "Public Park", auf der Williams und Matt Damon eine Szene für den Film "Good Will Hunting" drehten, wurde kurzerhand zu einem Memorial für den verstorbenen Schauspieler. Viele Fans schrieben mit Kreide Botschaften auf den Asphalt vor der Bank und legten Blumen nieder.

In der Nachbarschaft von Robin Williams' Wohnhaus in Tiburon nördlich von San Francisco herrscht ebenfalls Entsetzen. Die Anwohner berichten der "Los Angeles Times", Williams sei ein sehr privater Mensch gewesen. Gelegentlich sah man ihn mit seinem Fahrrad die Straße an der Küste entlang fahren, berichten einige. Ansonsten lebte Williams mit seiner Frau eher zurückgezogen in dem einstöckigen Haus im spanischen Stil, von dessen Rückseite aus Williams einen tollen Ausblick auf seine Lieblingsstadt San Francisco hatte. Vor dem Anwesen tummeln sich Dutzende Kamerateams der TV-Anstalten, viele Anwohner beobachteten das Treiben verstört von ihren Gärten aus.

Vor dem Haus, in dem Robin Williams starb, haben Kamerateams Position bezogen. Fans legen Blumen nieder.
Vor dem Haus, in dem Robin Williams starb, haben Kamerateams Position bezogen. Fans legen Blumen nieder.
© Splashnews.com

Unterdessen wird in Hollywood viel über die Ursachen des Todes gesprochen. Dass Robin Williams unter starken Depressionen litt, hatte auch seine Sprecherin Mara Buxbaum bestätigt. Nun wird diskutiert, wie gefährlich diese Krankheit besonders für Prominente ist, die dauerhaft im Rampenlicht stehen. Robin Williams hatte auf den ersten Blick alles: Eine seit mehr als 30 Jahren florierende Karriere als Komiker und Schauspieler, einen Oscar für seine Rolle in "Good Will Hunting", eine große Fangemeinde weltweit und mit Susan Schneider eine liebevolle Frau, mit der er seit Oktober 2011 glücklich verheiratet war.

John Lloyd, selbst Komiker und Produzent, erklärte: "In kreativen Berufen ist Depression sehr weit verbreitet. Denn kreative Menschen nehmen die Welt nicht einfach hin wie sie ist, sie wollen sie ständig verändern. Und wer die Welt retten will, der kommt letztlich schnell an seine Grenzen und ist frustriert, weil das nicht funktioniert." Lloyd weiß auch, dass "vor allem Komiker sehr extreme Menschen sind, die sich immer wieder in sehr extreme Situationen bewegen. Sie müssen witzig sein, auch wenn sie eigentlich traurig sind. Robin Williams war ein Genie, das gefangen war in dieser Welt der Extreme."

Das Thema Depression ist kein Neues in Hollywood, doch der Tod von Robin Williams bringt es wieder dominant auf die Tagesordnung. Schauspieler wie Owen Wilson, Gwyneth Paltrow, Jim Carrey, Catherine Zeta-Jones und Anne Hathaway haben bereits öffentlich gemacht, dass sie unter Depressionen leiden, in der Hoffnung, dass ihre Offenheit Menschen in ähnlichen Situationen hilft. Der Tod von Robin Williams wird die Diskussion sicher noch eine Weile weiter beflügeln.

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