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Robin Thicke im Interview Wie die Familie ihm aus der Krise half

Robin Thicke
© Jack Buster
Es ist das erste Interview, das Robin Thicke im Rahmen der Ankündigung seines neuen Albums "On Earth, and In Heaven" in Deutschland gibt: GALA hat mit dem "Blurred Lines"-Sänger über den Erfolgsdruck, die dunklen Momente in der Vergangenheit und das Leben als Vierfach-Vater gesprochen.

Acht Jahre ist es her, dass Robin Thicke mit seinem Superhit "Blurred Lines" zusammen mit Rapper T.I. und Sänger Pharrell Willams praktisch die ganze Welt eroberte. Zahlreiche Höchst­platzie­rungen in den Musikcharts, mehrere Gold- , Platin- und Diamant-Auszeichnungen, über 14,8 Millionen Verkäufe. Ist dieser Erfolg überhaupt noch einmal zu schaffen? Eine Frage, die sich auch Robin Thicke gestellt hat.

Robin Thicke: Neues Album nach dem Tod seines Vaters

Robin Thicke veröffentlicht nach sieben Jahren neue Musik
Robin Thicke veröffentlicht nach sieben Jahren neue Musik
© Jack Buster

Robin, sieben Jahre nach deinem letzten Album gibt es endlich wieder neue Musik von dir. Warum hat es so lange gedauert?

Ich wollte ein Album machen, das sich richtig anfühlt. Ich hatte zuvor bereits an einem anderen Album gearbeitet, aber dann ist mein Vater Ende 2016 gestorben, und die Songs, die ich geschrieben habe, funktionierten für mich nicht mehr. Also habe ich von vorne angefangen.

In den letzten vier Jahren habe ich mich sehr ins Zeug gelegt. Als dann auch noch mein Mentor und Produzent Andre Harrell im Mai 2020 starb, habe ich mir selbst in den Ar*** getreten, um dieses Album auch ihm zu Ehren fertigzustellen.

Was bedeutet der Albumtitel "On Earth, and In Heaven" (dt. "Auf Erden und im Himmel") für dich?

Es geht zum einen um die Menschen, die ich in den vergangenen Jahren verloren habe – meinen Vater und meinen Produzenten. Ihr Verlust hat viel verändert. Zum anderen handelt das Album von Menschen, die hier auf der Erde bei mir sind und die mir so viel Liebe und Unterstützung geben: meine Lebensgefährtin April, die Kinder, meine Freunde und die Band.

Der Druck, erneut einen Superhit zu landen

Robin Thicke and Pharrell Williams auf der Bühne im Jahr 2014
Robin Thicke and Pharrell Williams auf der Bühne im Jahr 2014
© Getty Images

Nach dem Superhit "Blurred Lines" im Jahr 2013 hast du für deine neue Single "Take Me Higher" erneut mit Pharrell Williams zusammengearbeitet. Wie war das Gefühl nach so langer Zeit?

Tatsächlich haben wir den Song bereits vor einigen Jahren geschrieben – etwa zur gleichen Zeit wie "Blurred Lines". Als dann die Arbeit an meinem Album begann, haben wir uns wieder zusammengetan und den Song fertiggestellt. Ich fühle mich immer sehr geehrt und glücklich, mit Pharell zusammenzuarbeiten. Mein Ziel ist es, zeitlose Musik zu kreieren und Pharell tut genau das.

Hast du unter Druck gestanden, nach "Blurred Lines" den nächsten Hit landen zu müssen?

Ja, sicher. Ich habe mich selbst sehr unter Druck gesetzt. Schließlich habe ich mit den besten Produzenten der Welt gearbeitet und mir dadurch immer gedacht, es muss jetzt ein Nummer-eins-Hit dabei rauskommen. Aber durch den zwanghaften Versuch, diesen Erfolg wiederholen zu müssen, bekam ich irgendwann das Gefühl, mich selbst und meine Musik zu verlieren. Ich habe zuvor nie Musik gemacht, mit dem Ziel, einen Hit zu landen. Ich habe immer Musik mit dem Herzen gemacht. Es war eine große Befreiung, mich von dem Druck lösen und mich wieder auf das Wesentliche konzentrieren zu können, mich wieder ganz meiner Musik zu verschreiben.

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Endlich vollkommen im Reinen mit sich selbst

Du hast im Zuge der Promotion deines Albums den Satz gesagt: "Ich bin endlich die Person, die ich immer sein wollte – immer noch vollkommen am Ar***, aber über meinen eigenen Mist hinweg und mich selbst ernstnehmend." Kannst du das näher erklären?

Ich denke, wenn man in der Entertainment-Branche tätig ist, hat man am Anfang vielleicht die richtigen Absichten, aber dann kommt der Ruhm und der Erfolg und die Leute sagen dir, was man zu tun und zu lassen hat und plötzlich kommt man vom eigentlichen Weg ab.

Nach dieser Erfahrung und den Verlusten, die ich erlitten habe, bin ich mit meiner Unvollkommenheit im Reinen. Ich kann mich selbst endlich lieben und nehme mich und meine Musik sehr ernst. Nachdem ich das geschafft habe, kann ich das Leben mit meiner Familie und meinen Freunden genießen, die Art von Musik machen, die ich machen möchte, und mich in meiner Haut wohl fühlen.

Wie wichtig waren die negativen Erfahrungen, die du in den letzten Jahren gemacht hast, für das Album: die Drogen, der Sorgerechtsstreit mit deiner Ex-Frau, der Tod deines Vaters, der Verlust deines Hauses durch einen Waldbrand in Malibu?

Viele dieser Dinge konnte ich nicht kontrollieren. Und so fängt man an, sich mit dem Glauben zu beschäftigen und sich Fragen zu stellen wie "Wie kann ich weiter an Gott glauben? Wie halte ich meine Hoffnung und meinen Glauben in diesen schwierigen Zeiten aufrecht?".

Und dann gibt es Dinge, die ich hätte besser machen können. Ich habe mal ein paar Leute sagen hören: "Ich habe meine Vierziger damit verbracht, all meine Fehler aus meinen Dreißigern wieder gut zu machen." Genau das tue ich auch gerade. Ich habe mein wunderbares Leben auf so viele unterschiedliche Arten gelebt und dann gab es eben auch ein paar sehr dunkle und harte Jahre. Diese Zeit hat mich gelehrt, daran zu arbeiten, die beste Version von mir selbst zu werden, die ich sein kann.

Ich habe einen zehnjährigen Sohn, der auf mich schaut und sieht, wie ich mit Problemen umgehe. Ich muss ein Vorbild für ihn sein und ihm vorleben, wie man schwierige Momente im Leben handhabt, ohne dass man den positiven Blick und die Hoffnung verliert.

Wie ist denn die momentane Situation? Habt ihr euer Haus wieder aufgebaut? Und wie ist das Verhältnis zu deiner Ex-Frau Paula Patton?

Wir sind gerade dabei, das Haus wieder aufzubauen, aber es wird noch ungefähr ein weiteres Jahr dauern, bis es fertig ist. So lange wohnen wir zur Miete.

Mit meiner Ex-Frau läuft es wunderbar. Wir hatten in der Vergangenheit während der Scheidung eine schwere Zeit. Aber wir arbeiten zusammen daran, dass unser Sohn ein glückliches Leben führt. Er ist gut in der Schule, er hat gerade sogar einen Preis gewonnen.

Das Familienleben hat ihn verändert

Robin Thicke und seine Lebensgefährtin April Love Geary
Robin Thicke und seine Lebensgefährtin April Love Geary
© Getty Images

Im Dezember kam dein viertes Kind, Sohn Luca, zur Welt (die Töchter Mia Love, 2, und Lola Alain, 1, stammen aus der Beziehung mit April Love Geary, Sohn Julian Fuego, 10, aus der Ehe mit Paula Patton). Wie ist das Leben als Vierfach-Daddy?

Ich wollte immer nur Musik machen, so lange Zeit gab es nichts anderes für mich. Jetzt habe ich vier Kinder und den Wunsch, sie zu wunderbaren Menschen zu machen. Das ist wichtiger als alles, was ich jemals getan habe oder tun werde. Meine Kinder bringen mich zum Lachen, lassen mich lieben und geben mir das Gefühl, wichtig zu sein – an jedem einzelnen Tag.

Es ist doch aber sicher auch anstrengend mit drei kleinen Kindern zuhause?

Ganz ehrlich: klar. Im letzten Sommer konnte ich noch an meinem Album und anderen Projekten arbeiten. Dann kam das dritte Baby und alles wurde anders.  Aber irgendwie schafft es April immer noch, ständig zu lächeln. Ich würde sagen, die Hälfte der Zeit mag sie mich ... (lacht) Nein, Spaß. Es herrscht so viel Liebe in unserem Haus, wir fühlen uns sehr gesegnet. Nur, weil wir uns alle so sehr lieben und uns eine große Familie gewünscht haben, ist das alles überhaupt möglich. Ein Leben ohne unsere Kinder können und wollen wir uns nicht mehr vorstellen. Und Luca ist ein Engel. Ich hatte vorher schon gehört, dass das dritte Kind am einfachsten sein soll und es stimmt wirklich.

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Wie verstehen sich die Kinder untereinander?

Großartig! Besonders mein ältester Sohn Julian ist der perfekte große Bruder. Er singt und liest seinen Geschwistern vor dem Schlafengehen vor und schaut mit ihnen Filme. Julian liebt sie sehr, trotz des etwas größeren Altersunterschiedes.

Ist die Nachwuchsplanung denn nach vier Kindern abgeschlossen?

Ja, die Familie ist komplett. Wir sind sehr glücklich und haben in den nächsten achtzehn Jahren genug zu tun. (lacht)

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala


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