Rita Russek Die Aufreger sind abgefrühstückt

Rita Russek
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Schauspielerin Rita Russek findet nicht, dass ein Theaterstück von "Blut, Schweiß und Sperma" profitiert.

Rita Russek (60) möchte im Theater mehr sehen, als "nackte Hintern".

Bis 1986 war die Darstellerin ('Ihr mich auch!') als Ensemblemitglied des Bayerischen Staatsschauspiels in München engagiert und führte selbst auch Regie bei einigen Stücken. Im Interview mit 'Cover Media' sprach sie darüber, dass viele moderne Theaterstücke weniger mit ihrer Geschichte als mehr mit krassen Effekten glänzen sollten. "Es widert mich an, dieses 'Oh, ich habe einen Einfall-'Theater. Die Aufreger sind längst abgefrühstückt, diese Effekthascherei ist so langweilig", schimpfte Russek. "Es verlässt doch niemand mehr das Theater, weil nackte Hintern auf der Bühne rumhopsen. Die Leute ziehen sich einfach nur zurück und sind nicht mehr ansprechbar. Sie waren dann zwar in der Vorstellung und können zu Hause davon erzählen, dass sie modern sind und sich nicht abschrecken lassen - aber sie regen sich doch nicht mehr auf. Vor allen Dingen fühlen sie sich nicht wirklich provoziert."

Lieber würde die Künstlerin echte Schockmomente im Theater erleben - zum Beispiel durch revolutionäre Gedanken. Rita Russek erklärte: "Heutzutage kannst du durch Gedankenkonstrukte, die so nicht gedacht waren, provozieren. Dieses Tabu-Brechen-Wollen, indem ich möglichst viel Blut, Schweiß und Sperma auf die Bühne kippe, ist absolut nichtssagend."

(Foto: Christian Hartmann)

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