Ricky Gervais bei den Golden Globes: Diese Rede war ein Schlag unter die Gürtellinie

Die Moderation von Ricky Gervais hatte es definitiv in sich. Der Brite eröffnete 2020 bereits zum fünften Mal die Golden Globes. Bekannt für seine sarkastischen Sprüche, schlug er auch in diesem Jahr des Öfteren gewaltig unter die Gürtellinie.

Ricky Gervais

Mit einigen fiesen Sprüchen haben wohl alle gerechnet, als es hieß, dass Ricky Gervais, 58, auch in diesem Jahr die Golden Globes moderieren würde. Dass manch ein Hollywood-Star von ihm jedoch so verbal attackiert wurde, da staunten selbst Tom Hanks, 63, Jennifer Aniston, 50, und Co. Mit diesen fünf Sprüchen sorgte Ricky Gervais selbst bei den Promis für fassungslose Gesichter. 

Ricky Gervais über Felicity Huffman

Ob harmlose Witze, sarkastische Anschuldigungen oder einfach peinliche Kommentare - Ricky Gervais erntet für seine Moderation bei den diesjährigen Golden Globes nicht nur Lacher, sondern auch ungläubige Blicke und Unverständnis. Beginnend bei seiner Andeutung auf die Schauspielerin Felicity Huffman, 57. Diese musste sich 2019 für die Bestechung einer Elite-Universität verantworten und für 14 Tage ins Gefängnis. "Ich bin in einer Limousine hierhergekommen, für die sie das Nummernschild gefertigt hat", sagt Ricky Gervais mit verschmitztem Lächeln. Er deutet dabei an, Huffman hätte das Nummernschild während ihres Aufenthalts im Gefängnis gefertigt. Ein noch harmloser Einstieg in das, was noch kommen sollte. 

Golden Globes

Elton John zieht blank, Brad Pitt wechselt das Lager und Babyalarm in Hollywood

Elton John
Bernie Taupin und Elton John arbeiten seit vielen Jahren zusammen, sie schrieben unter anderem zusammen "Candle in the Wind". Der Liedtexter und der Sänger sind aber auch privat miteinander befreundet.
©Gala

Ricky Gervais' Anspielung auf Jeffrey Epstein

Dieses Thema hat 2019 über Monate die Medienlandschaft dominiert: Jeffrey Epstein, †66, der aufgrund von Frauenhandel und dem Aufbau eines pädophilen Missbrauchrings angeklagt wurde, starb 2019 in seiner Gefängniszelle. Epstein soll jahrelang minderjährige Frauen zur Prostitution gezwungen haben - viele prominente Gesichter sollen darin verwickelt gewesen sein, unter anderem der Sohn von Queen Elisabeth II, Prinz Andrew, 59. Auch bei diesem Thema nimmt Gervais kein Blatt vor den Mund. Als er über seine eigene Serie "Afterlife" spricht, in der es um einen Mann geht, der nach der Krebserkrankung seiner Frau Selbstmord begehen will, sagt er: "Spoiler-Alarm: Staffel zwei ist in Arbeit, also hat er sich am Ende offensichtlich nicht umgebracht. Genau wie Jeffrey Epstein“, so der Moderator. "Haltet die Klappe! Ich weiß, er ist euer Freund, aber das ist mir egal“, stichelt er weiter. Nach Epsteins Selbstmord im Gefängnis wurden schnell Theorien laut, der US-Milliardär sei umgebracht worden, damit das volle Ausmaß der beteiligten Stars und Politiker nicht ans Licht der Öffentlichkeit komme. Gervais spielt mit seinem bissigen Kommentar darauf an, Epstein habe sich nicht selbst das Leben genommen.

Auch Leonardo DiCaprio bleibt nicht verschont

Als er auf das politische und soziale Engagement der Firmen und Schauspieler zu sprechen kommt, zieht Gervais einen unglaublichen Vergleich: "Ihr sagt, ihr seid woke [politisch sensibilisiert, Anm. d. Red.], aber die Firmen, für die ihr arbeitet, sind nicht zu fassen. Apple, Amazon, Disney - wenn ISIS einen Streaming-Service starten würde, würdet ihr direkt euren Agenten anrufen." Spätestens nach dieser Anschuldigung ist den meisten der Gäste das Lachen vergangen. Eine weitere bissige Bemerkung zielt direkt auf Leonardo DiCaprio, 45, ab. "‘Once Upon a Time… in Hollywood‘ ist fast drei Stunden lang. Leonardo DiCaprio besuchte die Premiere und am Ende war sein Date zu alt für ihn." Ein geradezu harmloser Witz im Vergleich zu Gervais anderen Sprüchen. Hier konnte selbst DiCaprio mitlachen. 

Golden Globes 2020

Die schönsten Paare auf dem Red Carpet

Nicole Kidman und Gatte Keith Urban sind alte Hasen auf den roten Teppichen dieser Welt – da sitzen die dramatischen Posen natürlich perfekt.
Premiere: Bei den Golden Globes zeigen sich Rachel Bilson und Bill Hader erstmals als Paar.
Wer ist hier sexier? Joe Manganiello oder Sofia Vergara?
Die Zwei strahlen noch immer wie frisch verliebt: Alex Rodriguez und Jennifer Lopez.

14

Gervais verbale Attacke auf Judi Dench

Ok, über Humor lässt sich ja bekanntlich streiten. So wird Ricky Gervais für einige seiner Witze und seinen Rundumschlag gegen Hollywood auch von manchen gefeiert. Doch seine Bemerkung zu Judi Dench, 85, ist an Unverschämtheit und Peinlichkeit kaum zu übertreffen. Er spielt auf ihre Rolle in der Musical-Verfilmung "Cats" an, die von Kritikerin und Zuschauern niederschmetternde Kritiken bekommen hat. Dench verteidigte den Film, sagte, sie sei für diese Rolle geboren worden. Darauf bezogen holt der Moderator zu seinem wohl respektlosesten Schlag aus. "Judy Dench verteidigte den Film, sagte, es war die Rolle, für die sie geboren wurde. Weil sie nichts lieber tut, als sich auf den Teppich zu werfen, ihr Bein zu heben und ihr eigenes [Schimpfwort Anm. der Redaktion] zu lecken." Ein Spruch, der bei den meisten Fassungslosigkeit hervorrief.

Sein Vergleich zwischen Greta Thunberg und den Stars

Zum Schluss holt der britische Komiker dann gegen die versammelten Gäste aus: Ihre politische Meinung, Doppelmoral und ihre sozialen Aufrufe seien allesamt geheuchelt. Niemand von ihnen wüsste wirklich, wie die Welt dort draußen aussieht. "Ihr alle habt weniger Zeit im Klassenzimmer verbracht als Greta Thunberg", klagt Gervais die Stars an und beendet damit seine sarkastische Tirade auf Hollywood.

Für Ricky Gervais ist es angeblich das letzte Jahr als Moderator der Golden Globes, wie er selbst verkündet - vermutlich einer der Hauptgründe, weshalb er sich solche Attacken rausnehmen konnte. "Ich habe nichts mehr zu verlieren", sagt er selbst, bevor er mit seinem Monolog startet. Ob dies ein Abschluss ist, den er sich wünscht? Dem Briten werden sicherlich nicht alle Stars nachtrauern. 

Verwendete Quellen: Rolling Stone, Eigenrecherche

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche