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Rick Kavanian Das macht der "Bullyparaden"-Star heute

Rick Kavanian
Rick Kavanian
© 2022 Constantin Film Verleih GmbH/Viktor Strasse
Rick Kavanian ist schon seit vielen Jahren als Schauspieler, Komiker und Synchronsprecher tätig und vor allem für seine Zusammenarbeit mit Michael "Bully" Herbig und Christian Tramitz bekannt. Im GALA-Interview erzählt Rick von seinen neuesten Projekten und ob sich die Fans auf ein Comeback des "Bullyparaden"-Trios freuen können.

Für die junge Generation Ende der 1990er und Anfang der 2000er-Jahre ging in dieser Zeit nichts an Michael "Bully" Herbig, 54, Christian Tramitz, 66, und Rick Kavanian, 51, vorbei. Mit ihrer ProSieben-Show "Bullyparade" und den gemeinsamen Filmen wie "Der Schuh des Manitu" und "(T)Raumschiff Surprise – Periode 1" beherrschten sie die deutsche TV- und Kinolandschaft im Comedy-Bereich.

GALA hat mit einem der drei Kult-Comedians, Rick Kavanian, über seine aktuellen Jobs, den Hype um Social Media und die Zukunft des "Bullyparaden"-Trios gesprochen.

Mit Hape Kerkeling in der Fortsetzung von "Club Las Piranjas"

GALA: Herr Kavanian, wir sind ein bisschen neidisch: Denn während wir hier in Deutschland sitzen, befinden Sie sich für Dreharbeiten auf Mauritius. Kein schlechter Ort, um zu arbeiten …

Rick Kavanian: Ich schäme mich fast ein bisschen dafür, weil es hier so wunderschön ist. Ich drehe gerade mit Hape Kerkeling die Fortsetzung zu "Club Las Piranjas". Ich spiele Tony Brandl – einen Sanitärfachmann, der mit seiner Familie Urlaub macht.

Oh, der Kultklassiker von 1995. Wird die Fortsetzung viel mit dem ersten Film zu tun haben?

Wir werden viel Neues sehen, aber es gibt ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Charakteren. Und auch die Musik wird eine große Rolle spielen.

Haben Sie vorher schon mal mit Hape gedreht?

Wir haben beide 2021 in dem Film "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" gespielt, hatten aber keine gemeinsamen Szenen. Jetzt drehe ich das erste Mal mit Hape zusammen und es macht sehr viel Spaß.

Rick Kavanian als Einhorn Stormy in "Mia and Me – Das Geheimnis von Centopia"

Kommen wir auf Ihre neueste Synchronrolle zu sprechen. Sie synchronisieren in "Mia and Me – Das Geheimnis von Centopia" das Einhorn Stormy. Es handelt sich aber nicht um ein typisches Einhorn. Stormy ist ziemlich cool, gleichzeitig aber auch dramatisch in seinen Gefühlen. Konnten Sie sich gleich mit Stormy identifizieren?

Rick Kavanian spricht Einhorn Stormy in "Mia and me – Das Geheimnis von Centopia"
Rick Kavanian spricht Einhorn Stormy in "Mia and me – Das Geheimnis von Centopia"
© 2022 Constantin Film Verleih GmbH/Viktor Strasse

Auf jeden Fall. Stormy ist zwar dramatisch, zieht sich aber auch gerne zurück, weil er die Erfahrung gemacht hat, dass er manchmal zu viel Glamrock und zu laut ist und die anderen damit verschreckt. Er hat zwei extreme Seiten.

Interessanterweise bin ich selbst auch so. Vor dem Mikrofon oder auf der Bühne bin ich ziemlich laut, außerhalb davon setze ich mich gerne mal hin, schaue hier auf Mauritius einfach nur aufs Meer und sage gar nichts.

Inwiefern unterscheidet sich Ihre Arbeit als Schauspieler bzw. Synchronsprecher, wenn Sie Erwachsene oder Kinder unterhalten? 

Ich möchte am liebsten Erwachsene und Kinder gleichzeitig erreichen. Ich habe das Gefühl, je älter ich werde, – ich bin jetzt 51 – desto mehr habe ich das Bedürfnis, die ganze Familie zu unterhalten. Meine Vorstellung ist, dass dort mehrere Generationen sitzen und sich gut amüsieren.

Keine Lust auf Social Media

Apropos verschiedene Generationen: Bei der Recherche über Sie fällt sofort auf, dass Sie in den sozialen Medien sehr zurückhaltend sind. Das ist mittlerweile ziemlich ungewöhnlich. Was sind die Gründe?

Wie soll ich sagen, mir liegen die sozialen Medien nicht so. Ein Grund ist sicher, dass ich voll und ganz die Zeit genieße, in der keine Kamera oder kein Mikrofon läuft. Es ist mir sehr wichtig, meine Privatsphäre zu wahren und mein Privatleben als Rückzugsort zu behalten. Von daher bin ich in der Hinsicht eher zurückhaltend.

Ich habe großen Respekt davor, wenn Kollegen das gut machen und in den sozialen Medien auch etwas zu erzählen haben, aber … Ach, vielleicht bin ich auch einfach zu alt dafür. (lacht) Ich verstehe zwar den Gedanken dahinter, um Bekanntheit zu erlangen, aber ich denke nach wie vor, dass es andere Möglichkeiten dafür gibt. Außerdem sehe ich es auch ein bisschen kritisch, ständig damit beschäftigt zu sein. Ich erlebe Menschen, die mitten im Gespräch ihr Handy rausholen, weil sie gerade was entdeckt haben und eine Insta-Story machen wollen … Das finde ich schwierig. Ich selbst komme sehr gut ohne soziale Medien und oft auch sogar ohne Handy zurecht.

Das heißt, Sie legen auch mal Ihr Handy für eine Zeit lang weg, um zu entspannen?

Absolut! Eine wahre Geschichte: Wir waren letztens mit ungefähr zehn Leuten von der Filmproduktion essen. Ich hatte das Bedürfnis, für die Kollegen eine Flasche Wein auszugeben und habe gesagt: "Ich möchte gerne einen Toast aussprechen auf all diejenigen, die ihr Handy auf dem Hotelzimmer gelassen haben." Und was war? Ich war der einzige. Jeder hatte sein Handy dabei. Die haben mich sehr interessiert angeguckt und waren beeindruckt. Aber ganz ehrlich: Man muss es einfach nur machen. Also, mir tut es gut, mal zwei Stunden ohne Handy zu sein. Was wird schon in diesen zwei Stunden passieren?

Comeback des "Bullyparaden"-Trios?

Das Ende der "Bullyparade", durch die Sie und Ihre Kollegen Michael "Bully" Herbig und Christian Tramitz berühmt wurden, liegt 20 Jahre zurück. Wie ist Ihre Erfahrung mit der nachfolgenden Generation? Merken Sie, dass die "Bullyparade" auch bei den jüngeren Zuschauern noch ein Thema ist?

Rick Kavanian, Michael "Bully" Herbig und Christian Tramitz bei der Premiere von "Bullyparade – Der Film" 2017 in München
Rick Kavanian, Michael "Bully" Herbig und Christian Tramitz bei der Premiere von "Bullyparade – Der Film" 2017 in München
© Vistapress / imago images

Das ist das Besondere an der "Bullyparade": Ich werde heute noch auf "Schuh des Manitu" und "(T)Raumschiff Surprise" angesprochen. Es gibt viele jüngere Menschen, die den "Bullyparade"-Film von 2016 gesehen haben und dadurch Lust bekommen, sich auch die alten Sketche anzusehen. Plötzlich spricht mich ein 12-Jähriger an und fragt: "Hey, du bist doch der, der damals Klatschkaffee mit Dimitri gemacht hat!". Das ist total abgefahren und freut mich total.

Als wir damals mit der "Bullyparade" gestartet sind, war es ja nicht unser Ziel, dass man 20 Jahre später noch darauf angesprochen wird. Aber heute schmeichelt es einem natürlich, wenn die nächste und übernächste Generation noch Interesse daran hat.

Wie genau kann man sich das vorstellen, wenn Sie und Bully aufeinandertreffen?

Wenn Bully und ich uns sehen, lachen wir natürlich viel miteinander. Wir können aber auch sehr ernste Sachen miteinander besprechen. Wir sind normaler und bodenständiger, als man denkt. Wir reden manchmal ganz aufgeregt miteinander, über uns, über die Arbeit, das Leben, über das, was in der Welt passiert. Es gibt aber auch Tage, wo wir uns treffen, ein Glas Wein miteinander trinken und uns anschweigen. Einfach Dinge, die man unter ganz normalen Freunden macht.

Gehört dazu auch, an einem neuen Drehbuch zu schreiben? Können die Fans auf etwas Neues vom "Bullyparaden"-Trio hoffen?

Ich würde es mir total wünschen. Bully hat gerade mit seinen Dingen viel zu tun, ich bin auch beschäftigt, Christian ebenfalls. Wir haben so eine Art Stammtisch. Wir versuchen, uns viermal im Jahr zum Essen zu treffen. Dabei schwelgt man in Erinnerungen und plötzlich sagt einer: "War schon toll damals, was wir miteinander auf die Beine gestellt haben."

Uns drei verbindet etwas Besonderes, nicht nur menschlich, sondern auch beruflich. Wir funken, besonders was die Arbeit angeht, auf einer sehr ähnlichen Frequenz. Und natürlich kommt dann mal der eine und sagt: "Wäre das nicht was …" , der zweite sagt dann "Wäre schon schön" und dann fragt der Dritte "Ja, aber wie …?" Also, man merkt schon, dass das Thema alle drei immer wieder beschäftigt. Konkrete Pläne gibt es zwar gerade nicht, aber wenn einer von uns die richtige Idee hat, ich wäre sofort dabei. Spannend wäre vielleicht auch mal was, womit man nicht rechnet, was man von uns nicht erwartet.

"Mia and Me – Das Geheimnis von Centopia" erscheint am 26. Mai 2022 in den deutschen Kinos.

Gala


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