Ralf Bauer "Ich bin eher chaotisch veranlagt"

Ralf Bauer
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Ralf Bauer ist für eine TV-Dokumentation mit dem Motorrad durch Nordirland gereist. Im Interview erzählt er, wie er einmal wegen eines Lippenstifts fast verhaftet wurde, was nie in seinem Koffer fehlt und warum man in Nordirland Lasagne bestellen sollte

"Es gibt Schlimmeres"

, sagt Ralf Bauer einfach. Er steht gerade am Flughafen von Köln und merkt, dass sein Koffer nicht angekommen ist. Die letzten Passagiere greifen nach ihren Gepäckstücken, doch Bauers Koffer ist nicht dabei. Der Schauspieler ist morgens in München gestartet, ist erst nach Berlin und nun nach Köln geflogen. Am nächsten Tag soll es weiter nach Los Angeles gehen, ein Fotoshooting steht an.

Doch den 44-Jährigen kann ein verloren gegangener Koffer nicht aus der Ruhe bringen, er hat Erfahrung im Reisen. Für eine NTV-Dokumentation war er nun eine Woche lang mit dem Motorrad in Nordirland unterwegs. Im Interview mit Gala.de erzählt er von seinen abenteuerlichsten Streifzügen.

Ralf bauer erkundet des Nordwesten Nordirlands und gönnt sich zwischendurch eine Pause.
Ralf Bauer erkundet den Nordwesten Nordirlands und gönnt sich zwischendurch eine Pause.
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Herr Bauer, wie oft verreisen Sie?

Ganz unterschiedlich, das kommt auf meine Projekte an. Bald drehe ich in Schweden, vorher geh ich vielleicht nach Indien für eine Charityaktion. Jetzt am Wochenende bin ich in Los Angeles und mache ein Projekt mit einem richtigen Hollywoodstar - mehr darf ich dazu nicht verraten. Privat fliege ich aber auch gerne nach Thailand in den Wellnessurlaub, dort habe ich noch nie schlechte Erfahrungen mit Massagen gemacht. Und ich habe jetzt durch meine Nordirlandreise wieder großen Gefallen am Motorrad gefunden. Ich bin die ganze Strecke von München aus innerhalb einer Woche gefahren, es war toll.

Was hat Sie in Nordirland beeindruckt?

Es war immens kalt, aber die Landschaft ist einfach atemberaubend. Vor allem die Küstenstraßen. Ich habe für diese Reise endlich einmal Sachen bei Facebook gepostet. Und die Leute fanden die Fotos immer sensationell, wie im Bilderbuch, trotz meiner einfachen kleinen Kamera. Wirklich wunderschön.

Mit dem Motorrad durch Nordirland: Ralf Bauer war unterwegs.
Mit dem Motorrad durch Nordirland: Ralf Bauer war unterwegs.
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Was sollte man in Nordirland unbedingt machen?

Man sollte einmal Lasagne gegessen haben, weil die immer mit Pommes serviert wird! Das ist unvorstellbar: Wenn man schon Kohlenhydrate en masse auf dem Teller hat, gibt es immer noch Pommes dazu. Unsere Reiseleiterin hat gesagt, in Irland ist ein Gericht ohne Pommes kein Hauptgang.

Wohin verreisen Sie am Liebsten?

Was ich sehr gerne mag ist Ligurien in Italien. Da war ich 1990 zum ersten Mal und dachte: Wenn ich einmal sterben werde, dann möchte ich eingeäschert werden und meine Asche soll über dem ligurischen Meer verstreut werden. Mir gefällt einfach das italienische Essen und die Sprache. Wenn ich jetzt in Imperia wäre, würde ich mich an den Hafen setzen und einen Aperitiv trinken - ich trinke immer Aperol mit Eiswürfeln und einer Scheibe Orange. Dazu würde ich Spaghetti al Pesto bestellen - herrlich.

Was für ein Reisetyp sind Sie?

Ich bin eigentlich eher chaotisch veranlagt, einfach drauslosfliegen oder fahren. Der Rest wird sich dann schon ergeben. Kann auch sein, dass ich am Flughafen manchmal noch nach einem Hotel suche, in der Stadt in der ich gelandet bin.

Für "Das ist mein Nordirland" erkundete Ralf Bauer eine Woche lang die grüne Insel.
Für "Das ist mein Nordirland" erkundete Ralf Bauer eine Woche lang die grüne Insel.
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Können Sie sich an ein abenteuerliches Reiseerlebnis erinnern?

Oh, da gibt es viele! In Peru wurde ich zum Beispiel einmal von einer Horde Kinder umzingelt, denen ich eigentlich nur ein Eis kaufen wollte. Doch es wurden immer mehr und plötzlich hingen sie regelrecht an mir, sind mir auf den Rücken gesprungen und haben an mir gezogen. Irgendwann ist mir dann die Touristenpolizei zur Hilfe gekommen, das war ein Riesenaufstand.

Fällt Ihnen noch eines ein?

Bei einem Zwischenstopp in Kuba wurde ich einmal zwei Stunden lang von der Geheimpolizei festgehalten. Die haben meinen Koffer auseinandergenommen und eine Creme gefunden, die ich günstig in den USA gekauft hatte. Dort war ein gratis Lippenstift dabei und das kam ihnen sehr verdächtig vor. Ich konnte ihnen mit meinen wenigen Brocken Spanisch nicht erklären, was es mit diesem Lippenstift auf sich hatte. Irgendwann ließen sie mich zum Glück gehen.

Welche Sprachen sprechen Sie?

Richtig gut: Deutsch ... Aber ich kann mich eigentlich überall verständigen, spreche gut Englisch und Französisch, im Restaurant auch Italienisch. Und Türkisch, Arabisch, Persisch und Griechisch kann ich so tun, als ob.

Was fehlt nie in Ihrem Reisekoffer?

Teebaumöl habe ich immer dabei. Das ist ein Allheilmittel bei Infektionen, sowohl äußerlich als auch innerlich. Ich hab einmal von einer Tibeterin den Tipp bekommen, einen Tropfen Teebaumöl in einem Glas Wasser zu mischen. Damit spült man sich dan Mund aus und trinkt tatsächlich auch einen Schluck. Gegen Säure, Hitze und Stress ist Kardamom gut. Das kau ich dann immer, auch in Deutschland.

Sarah Stendel

"Das ist mein Nordirland" wird an folgenden Terminen auf NTV ausgestrahlt:
Dienstag, 19.07. 2011, 16:05 Uhr
Sonntag, 24.07. 2011, 11:30 Uhr
Montag, 25.07. 2011, 02:35 Uhr
Sonntag, 07.08. 2011, 06:10 Uhr


gala.de

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