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Raffaello Follieri Mein bitter-süßes Leben mit Anne Hathaway


Große Liebe, herbe Enttäuschung: Vier Jahre lang war Raffaello Follieri der Traummann von Anne Hathaway. Doch dann ruinierte er alles mit einem Betrugsskandal. "Gala" traf ihn in Rom

Die ganze Welt liegt ihr zu Füßen:

Kritiker sind voll des Lobes über Anne Hathaways Performance als Catwoman in dem Kassenknüller "The Dark Knight Rises". US-Präsident Barack Obama bezeichnete sie als "das Beste am ganzen Film", und die amerikanische Presse handelt sie bereits als Oscar-Kandidatin. Auch privat badet die Schauspielerin momentan im Glück: Sie ist verlobt mit Darsteller-Kollege Adam Shulman, Hochzeit im nächsten Jahr nicht ausgeschlossen, wie sie jetzt verriet.

2012 hat die 29-Jährige also endlich wieder all das aufgebaut, was vor rund vier Jahren nahezu in Trümmern lag. "Gala" traf den Mann, der dafür verantwortlich war, im Nobelhotel "Excelsior" in Rom: Raffaello Follieri, 34, Spross einer reichen Familie aus Bari. Von 2004 bis 2008 war der Unternehmer der Freund der Schauspielerin. "Wir haben uns auf einer Party kennengelernt. Ich habe ihr jeden Tag Blumen geschickt", erzählt er.

Follieri - smart, gut aussehend, immer bestens gekleidet - war derjenige, der Anne schon damals im wahrsten Sinne des Wortes die Welt zu Füßen legte, sie mit teuren Geschenken überhäufte, in die Dominikanische Republik oder zum Jacht-Urlaub ins Mittelmeer flog. Er war ihr Traumtyp – und derjenige, der sie letztendlich aufs Schlimmste enttäuschte. Jetzt redet er zum ersten Mal über die Beziehung.

Zur Erinnerung: Im Juni 2008 wurde Follieri in New York festgenommen. Die Anklage: schwerer Betrug, Geldwäsche und Hochstapelei. Das Luxusleben, mit dem er Anne Hathaway verwöhnt hatte, soll er vor allem mit den Geldern seiner Investoren bezahlt haben. Follieri bekannte sich schuldig, wanderte für viereinhalb Jahre in den USA hinter Gitter. Vor einigen Wochen wurde er nun entlassen und nach Italien abgeschoben. Draußen, auf der Via Veneto, flimmert eine Backofenhitze von 41 Grad, Raffaello Follieri trägt einen hellgrauen Maßanzug.

"Im Gefängnis habe ich abgenommen, aber das meiste habe ich mir wieder angefuttert. Das gute Essen meiner Mutter“, sagt er und erzählt ein wenig über seine Zeit im Knast. Wie er mit 120 Personen in einem Raum schlafen musste ("Ich habe gelesen, Sport gemacht und bin Streit aus dem Weg gegangen"). Wie er vor allem zur Weihnachtszeit depressiv wurde, wie er sich schämte, wenn seine Eltern zu Besuch kamen. "Ich habe Fehler gemacht", sagt er rückblickend. "Gewisse Dinge hätte ich bleiben lassen sollen."

Follieris "Fehler" und seine Verhaftung waren ein gefundenes Fressen für die US-Medien. 2008 war Anne Hathaway nach "Plötzlich Prinzessin" und "Der Teufel trägt Prada" auf dem Sprung in die A-Liga Hollywoods. In aller Breite wurden die Details des Skandals und der mondäne Luxus-Lebensstil des Paars veröffentlicht. "Die Prinzessin und der Betrüger", titelte "People". Pikant: Anne Hathaway war in eine Stiftung von Raffaello involviert – es wurde sogar darüber spekuliert, wie viel sie von den Betrügereien wusste. Oder ob sie den Behörden half, ihren Freund zu fassen, um nicht belangt zu werden. "Wenn ich in Italien geblieben wäre, hätte man mich sicher nicht ausgeliefert", sagt Follieri.

Für die christlich erzogene New Yorker Schauspielerin, die aus einer vierköpfigen Familie stammt und in gutbürgerlichen Verhältnissen aufwuchs, müssen die Schlagzeilen eine Katastrophe gewesen sein – und die Enttäuschung über ihren Freund riesengroß. Jedenfalls trennte sie sich sofort von Follieri und brach jeden Kontakt ab. 2010 äußerte sich Hathaway während eines "Gala"-Interviews in Venedig über diese schwere Zeit. "Ich habe mir jeden Morgen vorgestellt, es sei fünf Jahre später und ich an einem ganz anderen Punkt in meinem Leben. Natürlich kam der Tag, an dem es nicht mehr funktionierte. Ich musste mich mit meinem Kummer auseinandersetzen. Damit fertig werden. Es war nicht einfach, aber ich habe es geschafft."

Dennoch: Trifft man die Darstellerin heute, spürt man nach wie vor eine Unsicherheit, als fühle sie sich nicht wohl in ihrer Haut. Stets wirkt sie etwas zu bemüht. Bemüht, es allen recht und bloß nichts falsch zu machen. Klar, in ihrem Kopf muss lange die Frage herumgeschwirrt haben, wie sie auf einen wie Follieri reinfallen konnte, ob sie all der Pomp nicht vielleicht geblendet hat.

Adam Shulman, ein eher unscheinbarer TV-Schauspieler, ist jedenfalls das komplette Gegenteil von Follieri. Dass die Betrugsgeschichte schnell wieder Thema werden kann, erlebten die beiden 2010. Da wurde Shulman in New York dabei erwischt, wie er ein Stück Mauer stibitzte, auf das ein Graffito gesprüht war. Sofort galt auch er als zwielichtiger Typ und Anne als Frau, die immer an den Falschen gerät. Im Gespräch mit "Gala" räuspert sich Raffaello Follieri umständlich, dreht die Espresso-Tasse in der Hand, während er über seine prominente Ex-Freundin spricht. Man merkt, dass da nach wie vor Gefühle sind. "Ich habe damals nach meiner Verhaftung versucht, Anne anzurufen. Aber es gelang mir nicht, mit ihr zu sprechen", sagt er. Anfangs habe er darunter gelitten, dass er nie wieder etwas von Anne gehört hat. "Ja, wir haben damals über eine Hochzeit gesprochen, es war eine tiefe Beziehung. Für meine Aktionen habe ich gebüßt, und ich wünsche ihr alles Gute." Er steht auf, streicht seinen Anzug glatt, setzt die Ray-Ban-Sonnenbrille auf. Momentan arbeite er an einem Alternative-Energie-Projekt, erzählt er, kurz bevor er geht. Für die nächsten drei Jahre darf Raffaello Follieri nicht in die Staaten einreisen. Doch das ist eigentlich auch nicht so wichtig. Die Frau, die er liebt, ist für immer unendlich weit von ihm entfernt.

Roswitha vom Bruck, Hauke Herffs

gala.de

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