Quentin Tarantino: "Gute Filme sind wie guter Sex"

Quentin Tarantino liefert mit seinem Western "The Hateful 8" wieder ein Meisterwerk ab - und schockiert seine Fans mit der Ankündigung, aufzuhören

Quentin Tarantino

Für Tarantino-Fans ist es eine böse Drohung: Nur zehn Filme will der Regisseur in seinem Leben abliefern – acht hat er schon gedreht. Seinen neuesten, "The Hateful 8", hält er selbst für seinen besten. Wie der Filmemacher, berühmt für seine Bildgewalt und seine mitreißenden Soundtracks, in Zukunft weiterarbeiten will, verrät er im GALA-Interview.

"Sex haben und Filme drehen ist fast dasselbe", haben Sie mal gesagt. Hatten Sie beim Dreh zu "The Hateful 8" guten Sex?

Judith Williams

Die Unternehmerin und ihre Tochter teilen eine Liebe

Judith Williams mit ihren Töchtern Sophia und Angelina
Judith Williams und ihre Töchter Sophia und Angelina sind ein eingespieltes Team.
©Gala

(lacht) Das kann man wohl sagen! Und das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn ich konnte mit acht fantastischen Schauspielern wochenlang meinen – vielleicht bisher besten – Film drehen. Am Ende ist Film ja nichts anderes als der Versuch, die guten Momente, die man beim Sex hoffentlich oft hat, auf andere Art wiederzuerwecken. Dreharbeiten haben sehr viel mit intensiver Kommunikation zu tun. Ja, ich will sogar sagen: mit intimer Kommunikation. Und das empfinde ich als ziemlich sexy.

Ab dem 28. Januar im Kino: "The Hateful 8", Tarantinos aktueller und achter Film. Kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg suchen acht brutale Männer und die Gefangene Daisy auf einer Hütte Schutz vor einem Schneesturm. Das Treffen endet in einem heftigen Showdown.

Vor allem wenn man, wie bei "The Hateful 8", sieben Männer und eine Frau in eine verschneite Blockhütte sperrt …

Ja, da kann es durchaus zu diversen Körperkontakten kommen. Aber im Ernst: Beim Drehen wird das Script ja zum ersten Mal lebendig. Und das ist für mich ein richtig magischer Moment.

Für die weibliche Hauptrolle haben Sie Jennifer Lawrence vorsprechen lassen, sich aber für Jennifer Jason Leigh entschieden. Warum?

Das hatte nichts mit den schauspielerischen Qualitäten von Jennifer Lawrence zu tun. Ich finde sie ganz wunderbar. Aber ich kehre mit diesem Film auf gewisse Weise zu meinen Anfängen in den Neunzigern zurück. "The Hateful 8" ist sozusagen "Reservoir Dogs" auf Western gedreht. Und ein bisschen wie die TV-Kultserie "Bonanza" – allerdings ohne Little Joe! Dafür war Jennifer Lawrence zu jung. Ich wollte eine Schauspielerin, die in den Neunzigerjahren ihre großen Filme gemacht hat. Für mich war Jennifer Jason Leigh damals der weibliche Sean Penn. Und sie hat sich bei mir die Seele aus dem Leib gespielt.

Wie wir Sie kennen, wird es auch diesmal wieder brutal und blutig zugehen.

Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit dem Vorwurf, dass es in meinen Filmen zu viel Gewalt zu sehen gibt. Ich sage es Ihnen frei heraus: Mir gefallen Gewaltdarstellungen im Kino! Nur gut müssen sie sein! Wer sich ein Tarantino-Movie ansieht, der weiß hoffentlich, was ihn erwartet. Kein Mensch würde sich darüber beklagen, dass es in einem Laurel-&-Hardy-Film zu viel Slapstick gibt. Oder dass in "Ein Amerikaner in Paris" getanzt wird.

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