VG-Wort Pixel

Pinar Atalay "Meine Eltern gucken jede Sendung"

Pinar Atalay
© Reiner Zensen / imago images
Als eine ihrer ersten Aufgaben bei RTL wird Pinar Atalay den drei Kanzlerkandidaten auf den Zahn fühlen. GALA wollte wissen, ob sie Lampenfieber hat und wo sie privat Kraft tankt.

Sie ist in Millionen Wohnzimmern ein gern gesehener Gast. Sieben Jahre lang führte TV-Journalistin Pinar Atalay, 43, durch die ARD-"Tagesthemen", nun präsentiert sie dem RTL-Publikum die Nachrichten. Ihr Start beim neuen Sender ist spektakulär: Beim ersten Wahl-Triell der Geschichte nimmt sie mit ihrem Kollegen Peter Kloeppel die Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz ins Kreuzverhör (29. August, 20.15 Uhr). GALA fragte die Hamburgerin, wie sie vom Job abschaltet – und welches Talent sie noch gerne hätte.

Pinar Atalay im GALA-Interview

GALA: Sie haben vor der Kamera eine so aufrechte Haltung. Machen Sie Ballett?
Pinar Atalay: Ich versuche, im Studio tatsächlich immer möglichst gerade zu stehen. Ich bin viele Jahre geritten, das hilft dabei. Leider sind die Muskeln aber nicht mehr ganz so stark, weil das doch schon lange her ist. (lacht)

Auch Ihre frühere ARD-Kollegin Judith Rakers reitet. Sind Sie schon mal gemeinsam ausgeritten?
Nein, noch nicht. Ich weiß aber, dass sie ganz wunderbar reitet. Meine Karriere liegt wie gesagt doch etwas länger zurück. Aber das wäre mal etwas – ein Ausritt mit Judith.

Wie können Sie privat sonst noch abschalten?
Beim Spazierengehen. Ich lege wirklich Wert darauf, unbedingt frische Luft zu bekommen. In Hamburg ist ja das Schöne, dass man sich immer irgendwo am Wasser aufhalten kann. Das mache ich dann auch gerne mal.

Ehemann Reha Omayer und Pinar Atalay beim 71. Hamburger Presseball 2020
Ehemann Reha Omayer und Pinar Atalay beim 71. Hamburger Presseball 2020
© imago images

Und Sie lieben Musik.
Ja! Ich würde unglaublich gerne ein Instrument spielen. Klavier oder Gitarre zum Beispiel. Aber ich kann es leider nicht. Dafür freue ich mich sehr darauf, irgendwann mal wieder Konzerte besuchen zu können.

"Ich kann mir keine spannendere Sendung vorstellen"

Ihr erster großer Auftritt bei RTL wird das Wahl-Triell sein. Was ist für Sie der Reiz dieser Sendung?
Eine solche hochpolitische Live-Sendung ist für Nachrichten-Journalistinnen und -Journalisten natürlich besonders. Sie ist ein, wenn nicht der Höhepunkt im Bundestagswahlkampf, und in diesen Zeiten kann ich mir keine spannendere Sendung vorstellen. In diesem Jahr haben wir die Besonderheit, dass erstmals drei Kandidatinnen und Kandidaten dabei sind – und keine amtierende Kanzlerin. Eine Herausforderung wird sein, alle gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen.

Haben Sie Lampenfieber?
Ich bin es gewohnt, dass ich erst relativ spät am Tag erfahre, wen ich am Abend überhaupt sprechen werde und dass ich meine Interviews daher meist unter Zeitdruck vorbereite. Deshalb ist es dieses Mal sehr gut, weil ich jetzt schon weiß, wer es sein wird. Für die Sendung selbst ist Vorbereitung alles. Das mache ich immer sehr akribisch. Ich möchte für die Zuschauerinnen und Zuschauer herausfinden, was die drei ihnen zu bieten haben.

Ihr neuer Kollege Peter Kloeppel ist dabei an Ihrer Seite. Wie läuft die Zusammenarbeit?
Peter und ich telefonieren sehr viel miteinander, damit wir uns gegenseitig auf dem Stand halten, denn wir werden am Triell-Abend als Team dort stehen. Und natürlich haben wir uns jetzt auch schon häufiger persönlich gesehen, etwa in Redaktionssitzungen.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Instagram integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
DATENSCHUTZ-EINSTELLUNGEN
Hier können Sie die Einstellungen für die Anbieter ändern, deren Inhalte sie anzeigen möchten. Diese Anbieter setzen möglicherweise Cookies und sammeln Informationen zu Ihrem Browser und weiteren, vom jeweiligen Anbieter bestimmten Kriterien. Weitere Informationen finden Sie in den Datenschutzhinweisen.

Wie bleiben Sie auch bei einer dramatischen Nachrichtenlage professionell?
Ich bin seit mehr als 20 Jahren Nachrichtenjournalistin, in dieser Zeit habe ich vieles miterleben müssen. Natürlich sind es oft die grausamen Dinge, die uns erreichen. Das bewegt auch mich. Aber wenn ich vor die Zuschauerinnen und Zuschauer trete, dann stelle ich die Nachricht in den Vordergrund, da geht es nicht um mich. Was aber nicht heißt, dass ich nicht emotional berührt davon wäre.

Vor Ihrer Karriere als Journalistin haben Sie eine Boutique geführt. Gibt es ein Fashion-Teil, das für Sie einfach immer dazugehört?
Ich beschäftige mich damit ehrlich gesagt nicht so sehr. Es ist eher so, dass ich in Hamburg immer etwas Wetterfestes mithabe. Da kann es ja doch mal regnen. Deshalb habe ich meist einen Schal dabei.

Am liebsten diskutiert sie mit ihrem Vater

Ihre Eltern kamen als türkische Gastarbeiter nach Deutschland. Inwieweit hat Ihr Elternhaus Ihre Laufbahn beeinflusst?
Zu Hause wurden immer Nachrichten geguckt, es wurde täglich Zeitung gelesen, und wir haben politisch diskutiert. Das mache ich auch heute noch sehr gerne, besonders mit meinem Vater. Meine Eltern sind sehr interessiert daran, was so passiert in der Welt.

Was sagen sie zu Ihrem Beruf?
Meine Eltern gucken jede Sendung, die ich moderiere. Und das finde ich herzallerliebst.

Auch am 29. August?
Auch da werden sie auf jeden Fall wieder vor dem Fernseher sitzen.

Gala


Mehr zum Thema


Gala entdecken