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Peter Maffay + Hendrikje Balsmeyer "Die Ehe würde nichts ändern"

Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer
 Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer
© F. Kern/Future Image / imago images
Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer über ihre Liebe, ihre Kinder – und wer sie dazu gebracht hat, wieder zu beten.

Eine neue Freundin. Und auch noch 38 Jahre jünger. Als Peter Maffay, der am 30. August seinen 73. Geburtstag feiert, und Hendrikje Balsmeyer, 35, sich 2015 ineinander verliebten, gaben wenige dem Paar eine Chance. Vier Ehen lagen bereits hinter Maffay. Und wie soll eine Beziehung auf Augenhöhe funktionieren, wo die junge Lehrerin den Rockstar als Fan kennengelernt hatte?

Sieben Jahre sind seither vergangen. Die Frage mit der Augenhöhe stellt heute niemand mehr, der das Paar gemeinsam erlebt. Hendrikje leitet die Vermarktung von Maffays Tabaluga-Stiftung, reist bei seiner gerade gestarteten Tour mit, und gemeinsam arbeiten beide an ihrer Kinderbuchreihe.

Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer: Töchterchen Anouk führte wieder das Tischgebet ein 

Im Mittelpunkt der Geschichten steht die kleine Anouk, die ganz bewusst so heißt wie ihre bald vier Jahre alte gemeinsame Tochter. Und seit einiger Zeit lebt auch noch Yaris, 18, Maffays Sohn aus seiner vierten Ehe, mit am Starnberger See. Über die neue Familienkonstellation, aber auch, warum sie nicht heiraten, spricht das Paar offen im GALA-Interview.

GALA: Herr Maffay, momentan coachen Sie bei "The Voice" junge Talente. Was geben Sie denen mit auf den Weg?
Peter Maffay: Dass eine Musikkarriere ein Marathon ist und kein Sprint. Man muss sich auf eine Reise mit Ups und Downs einstellen. Zudem frage ich, ob es einen Plan B gibt. Wer "Auf gar keinen Fall" antwortet, hat gute Voraussetzungen. Ohne Hintertürchen bringt man mehr Energie und Ehrgeiz mit.

Sie selbst hatten keinen Plan B?
Maffay: Definitiv nicht. Mit 15 oder 16 Jahren wusste ich, dass ich Musik machen möchte. Für immer.

Genau wie Ihr Sohn heute.
Maffay: Ich entdecke bei ihm öfter, dass er sich mehr wünscht, als er zu liefern bereit ist. Musik hat viel mit Talent zu tun, aber auch mit Disziplin und Arbeit. Klar hat er Optionen, die andere nicht haben. Aber wenn er sie nicht wahrnimmt, ist auch er schnell wieder draußen.

Wie schafft man es als Rockstar, seine Kinder von der Notwendigkeit eines Brot-Berufs zu überzeugen?
Maffay: Der Beweis, dass das funktioniert, steht noch aus. (lacht) Yaris kann ihn als Erster erbringen. Er hat absolut verstanden, dass er viel leisten muss, um selbstbestimmt leben zu können.

Yaris lebt mit in Tutzing. Wie wichtig ist Ihnen, dass Ihre Kinder gemeinsam aufwachsen?
Hendrikje Balsmeyer: Sehr wichtig. Ich freue mich total, dass Yaris bei uns wohnt. Er versteht sich super mit seiner kleinen Schwester, holt sie vom Kindergarten ab und spielt mit ihr. Und, was ich ihm hoch anrechne: Er hat mir, der Frau aus einer neuen Beziehung, sofort eine Chance gegeben.

Er kommt auch im neuen "Anouk"-Kinderbuch vor. Dort schwindelt er für seine kleine Schwester. Macht er das im echten Leben auch?
Balsmeyer: Klar. Falls sie zu viel genascht hat, würde er sofort sagen, dass er das erlaubt hat. Yaris hat sich Anouks und seine Hand auf den Unterarm tätowieren lassen. Einen schöneren Liebesbeweis gibt’s eigentlich nicht.

Sie haben Ihre Tochter vor einem Jahr taufen lassen, weil der Glaube sehr wichtig für Sie beide ist.
Maffay: Das ist richtig. Unsere Kinder sollen im Bewusstsein aufwachsen, dass es eine höhere Instanz gibt, an die man sich wenden kann. Wir machen den beiden das Angebot "Glaube" – was sie daraus machen, ist ihre Sache.

Balsmeyer: Anouk geht in einen kirchlichen Kindergarten. Sie erinnert uns oft daran, an Gott zu denken, hat auch das Tischgebet wieder eingeführt.

Ihre Familie ist eine Einheit 

Sie wirken sehr happy zusammen. Wie glücklich sind Sie, dass Sie sich gefunden haben? Balsmeyer: (Antwort kommt sofort) So glücklich wie am ersten Tag!

Maffay: Genau so sehe ich das auch.

Balsmeyer: Mir war sehr wichtig, Mutter zu werden, und ich war froh, dass Peter dem nicht im Wege stand. Eine Einheit waren wir zwar schon vor Anouks Geburt, aber sie hat unser Glück perfekt gemacht.

Maffay: Anouk ist das Zentrum, um das wir alle kreisen.

Ist es das erste Mal, dass Sie Familie als Einheit erleben?
Maffay: Ja. Ich habe diesen Anlauf ein paarmal gehabt – doch so gut wie jetzt hat es sich noch nie angefühlt. Als Yaris klein war, hat das Konzept nicht so gut geklappt, weil ich oft unterwegs war. Jetzt kann ich viel mit ihm nachholen.

Wie wäre es jetzt mit heiraten?
Balsmeyer: Die Ehe würde nichts ändern. Ich muss nicht heiraten, um diese Beziehung noch stabiler zu machen.

Maffay: Für mich existiert eine Ehe, sobald zwei Menschen sich füreinander entschieden haben. Und das haben wir: Als wir uns kennenlernten, war vom ersten Moment an klar, dass wir miteinander leben wollen.

Sie sind gut beschäftigt. Haben Sie schon darüber nachgedacht, dass einer von Ihnen aufhört zu arbeiten?
Maffay: Wer soll das bitte aushalten? Hendrikje würde nie akzeptieren, dass ich untätig bin und ihr im Weg stehe. Dafür ist sie viel zu aktiv. Ich kann mir nicht vorstellen, was das Gutes mit sich bringen sollte.

Balsmeyer: Arbeiten ist für mich sehr wichtig, ich möchte als eigenständige Person wahrgenommen werden. Und ich gebe lieber Geld aus, für das ich mich selbst angestrengt habe. Außerdem bin ich ja noch jünger und noch lange nicht am Ziel.

Und was ist Ihr Ziel?
Balsmeyer: Familiär und in der Liebe bin ich angekommen. Oh, da freut sich Peter! (blickt zu ihm herüber, beide lachen) Aber sonst habe ich noch einiges vor. Am Jahresanfang mache ich mir immer eine Liste mit Dingen, die ich schaffen möchte – wie dieses Buch.

Hendrikje Balsmeyer
Taff, schön, zielstrebig: Die frühere Lehrerin Hendrikje Balsmeyer bestand ihr Staatsexamen mit Eins. 
© VISTAPRESS/Lana Yassi / imago images

Darin erzählen Sie sehr schön von Motorradfahrten zu dritt.
Balsmeyer: Ja, Peter hat sich voriges Jahr ein altes Gespann mit Beiwagen gekauft. Anouk schläft sogar darin, so entspannt sind unsere Ausflüge.

Maffay: Mein Sohn steht mehr darauf, selbst zu fahren – er macht gerade seinen Motorradführerschein. Fahren kann er schon sehr gut. Ganz der Vater eben.

Gala

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