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Mental Health Matters Peer Kusmagk: Ehefrau Janni hörte für ihn auf zu trinken

Janni und Peer Kusmagk
Janni und Peer Kusmagk
© instagram.com/peerkusmagk
Fast wäre Peer Kusmagk an seiner jahrelangen Alkoholsucht gestorben. Dann kam seine große Liebe Janni Kusmagk in sein Leben. Für ihr Familienglück verzichten die beiden auf Dinge, verrät er im Mental Health Matters-Interview. Wenn es aber zu emotional wird, trennt sich das Paar auch mal.

"Janni und ich genießen lieber das Leben sauber und ohne Alkohol", stellt Peer Kusmagk, 46, klar, wenn er heute über seine Alkoholerkrankung nachdenkt. Mit seinem 40. Lebensjahr kam der Wandel. Der Ex-GZSZ-Star und Moderator des "Sat.1-Frühstücksfernsehens" versoff zuvor "600 Euro" und war "in akuter Lebensgefahr", wie er in Teil 1 des Mental Health Matters-Interviews offenbart. Es war eine physische und psychische Maximalbelastung, die Peer geschafft hat, durch einen Entzug und Lebenswandel zu überwinden.

Im zweiten Teil seines Gesprächs erzählt der dreifache Vater, wieso Janni Kusmagk, 31, für ihn aufgehört hat zu trinken, wie ungewöhnlich er handeln möchte, wenn seine Kids Alkohol konsumieren wollen und warum er sich von Janni trennt, wenn es zu emotional wird.

Peer Kusmagks Ehefrau Janni hat für ihn auf Alkohol verzichtet

GALA: Seitdem Sie Janni kennengelernt haben, hat sich vieles zum Positiven entwickelt. Wieso tun sie einander so gut?
Peer Kusmagk: Das hatte viel mit unserem unverstellten, unbekleideten und natürlichen Kennenlernen bei der TV-Datingshow "Adam sucht Eva" zu tun. Wir konnten uns richtig in die Seele schauen. Schnell war eine besondere Energie da und ich wusste, ich habe die Partnerin meines Lebens getroffen.

Wir waren von Anfang an sehr ehrlich miteinander, wodurch ich schnell das Gefühl hatte, über meine Krankheit sprechen zu können. Wir haben für unser Familienglück auch auf Dinge verzichtet.
Janni und Peer Kusmagk haben sich 2016 in der RTL-Nackt-Kuppelshow "Adam sucht Eva" kennen- und lieben gelernt – hier bei einem ihrer ersten Red-Carpet-Auftritte im Oktober 2016.
Janni und Peer Kusmagk haben sich 2016 in der RTL-Nackt-Kuppelshow "Adam sucht Eva" kennen- und lieben gelernt – hier bei einem ihrer ersten Red-Carpet-Auftritte im Oktober 2016.
© Eventpress / imago images

Janni hat zum Beispiel für Sie aufgehört, Alkohol zu trinken.
Von mir aus hätte sie das nicht machen müssen, die Frage hat sich dann aber schnell nicht mehr gestellt. Sie ist zügig schwanger geworden, stillt seit vier Jahren durchgängig. Janni und ich genießen lieber das Leben sauber und ohne Alkohol.

Worauf haben Sie noch für Ihr Familienglück verzichtet?
Wir haben viele Sachen, die wir von unseren Eltern übernommen haben, nicht in die Erziehung unserer Kinder integriert, sondern diese neu bewertet und geschaut, ob sie für uns passen oder nicht. Ich glaube, dass viele nicht den Mut dazu haben.

Wir haben vieles anders gemacht, auch wenn das in der Familie auf Widerstand gestoßen ist.

Überlieferte Glaubenssätze zu hinterfragen halte ich aber für einen wichtigen Schritt zur persönlichen Entwicklung.

Peers und Jannis Kinder sollen nicht ihr "Mini Me" sein, sondern selbstbestimmt aufwachsen

Was meinen Sie damit?
Viele sehen ihre Kinder als Weiterführung ihrer eigenen Person, Stichwort "Mini Me". Wir nicht. Wir haben das Recht, unsere Eltern zu enttäuschen, weil wir nicht ihr Leben komplettieren und ihre Werte weiterleben müssen. Unsere Kinder sollen als selbstbestimmte Individuen aufwachsen. Sie schulden uns nichts. Sie dürfen sich so frei entfalten, wie sie möchten.

Was ist Ihnen in der Erziehung außerdem wichtig?
Gewaltfreie Kommunikation und eine Erziehung, die frei von körperlicher Gewalt passiert. Wir wollen unsere Kinder nicht erpressen mit Belohnungen, wie zum Beispiel: Wenn du jetzt mitkommst, bekommst du das. Sie sollen selbstbestimmt und bedürfnisorientiert aufwachsen.

Wir leben in einer kinderunfreundlichen Gesellschaft, die Kleinen müssen funktionieren, sich dem Leben ihrer Eltern anpassen. Das versuchen wir zu vermeiden und einen Raum zu schaffen, in dem unsere Kinder eine Stimme haben. An einem tollen Sommertag, wenn die Kinder spielen, sag ich nicht, wir müssen um 19 Uhr los. Dann verschiebe ich lieber noch einen Termin, damit wir länger draußen bleiben können.

Peer Kusmagks Kinder sollen mit ihm zu Hause erstmals Alkohol ausprobieren

Wie wollen Sie Ihre Kinder im Umgang mit Alkohol erziehen?
Noch spielt Alkohol keine Rolle. (lacht) Aber ich glaube schon, dass eine Begleitung sehr wichtig ist. Ich würde meine Kinder auch nicht ohne Führerschein Auto fahren lassen.

Genauso wenig will ich ihnen den Zugang zu Alkohol ermöglichen, ohne, dass wir es mal gemeinsam zu Hause in einem geschützten Raum ausprobiert haben.

Was machen Sie und Ihre Frau für Ihre mentale Gesundheit?
Uns ist eine gesunde Gesprächskultur wichtig. Wir nehmen uns täglich 15 Minuten Zeit für einen gegenseitigen Monolog, ohne diesen zu bewerten. Janni sagt, wie es gerade geht, was ihr auf dem Herzen liegt und was sie fühlt und dann mache ich dasselbe. Außerdem habe ich eine kurze, feste Morgenroutine, die mich happy macht – egal, was gerade los ist in der Welt. Wie einfach das ist und mit welchen Übungen man sich selbst optimal startet, lernt man unter anderem in meinem zehntägigen Online Kurs "Ab heute happy".

Infos zu Peer Kusmagks zehntägigem Onlinekurs "Ab heute happy"

Das Programm hat das Ziel, Gewohnheiten nachhaltig zu verändern, um ein glücklicheres Leben zu führen. Peer erklärt, wie Gewohnheiten entstehen, wie man diese verändert und neue positive etabliert. Jeden Tag gibt es unterschiedliche Impulse, aus denen die Teilnehmenden individuelle Routinen entwickeln können. Nachdem eine neue Gewohnheit erarbeitet wurde, hilft Peer bei der Festigung ebendieser.

"Wir versuchen, uns in emotional aufgeladenen Situationen zu trennen"

Das klingt sehr harmonisch. Gibt es auch mal Streit?
Momente, in denen es mal hochkocht, kennen wir auch. Wir versuchen uns aber in emotional aufgeladenen Situationen zu trennen, damit wir uns nicht beleidigen. Wir vertagen lieber den Streit und klären ihn, wenn die Emotionen nicht mehr so stark sind. Das funktioniert zwar nicht immer, ist aber ein guter Ansatz.

Mit der Interviewreihe "Mental Health Matters" möchte GALA das Thema mentale Gesundheit in den Mittelpunkt rücken, aufklären und psychische Erkrankungen entstigmatisieren.

Verwendete Quellen: eigenes Interview, instagram.com

Gala


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