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Patrick Bach Jetzt verleiht er Jesus seine Stimme

Patrick Bach
Patrick Bach
© Getty Images
Patrick Bach war der Kinder-Star in den 80er Jahren. Jetzt startet er ein neues Abenteuer und verleiht Jesus Christus seine Stimme. Im Interview spricht er über Silas, Synchronsprechen und reife Männer

Vom kleinen Jungen zum Jesus: Patrick Bach, 51, war schon als Kind in der Filmbranche zuhause. Damals stand er in der Serie "Silas" vor der Kamera und wurde zum Kinder-Star. Jetzt wechselt er die Fronten und verleiht Jesus Christus, gespielt von Greg Barnett, in der neuen achtteiligen "History"-Serie "Jesus - Sein Leben", seine Stimme. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen als Synchronsprecher und verrät, wie er nach dem frühen Erfolg mit "Silas" bodenständig bleiben konnte.

Patrick Bach ist stolz auf Jesus-Rolle

Wie fühlt es sich an, Jesus seine Stimme zu leihen?

Patrick Bach: Es ist natürlich ein Unterschied, eine historische Person wie Jesus zu sprechen oder eine fiktive Hollywood-Figur. Ich war durchaus stolz darauf. Das übertrug sich auch auf die Arbeit. Das Format ist eine gut gemachte Mischung aus Fiktion und Geschichte. Und es sind wirklich gute Schauspieler dabei. Deshalb freue ich mich schon jetzt auf Pfingsten.

Was ist die Herausforderung beim Synchronsprechen?

Die Herausforderung besteht darin, dass man am Mikrofon sehr statisch ist. Man bewegt sich kaum und man empfindet auch keine Schmerzen, wenn man eine Dornenkrone auf dem Kopf hat oder ans Kreuz genagelt wird. Als Schauspieler hat man es da durchaus einfacher: Wenn man bei Minusgraden mit nacktem Oberkörper auf einem kalten Steinboden liegt, dann muss ich es nicht spielen, dass ich friere oder Angst habe. Das kommt dann von allein. Das zeigt, dass Synchronsprechen ein richtiger Beruf ist.

Sind Sie selbst gläubig?

Ich bin nicht streng gläubig. Meine Tochter wird nächstes Jahr konfirmiert, mein Sohn hingegen wollte das nicht. Ich bin, was das angeht, relativ offen. Ich glaube aber, ein Glaube ist grundsätzlich wichtig. Ob man nun an Gott glaubt oder an etwas anderes: an die Familie oder an die eigene Persönlichkeit. Das macht einen stärker, gerade in Momenten, in denen es einem nicht so gut geht oder man Rückschläge erleidet. 

Patrick Bach hofft auf Interesse in reifere Männer

Werden Sie heute noch oft auf den "Kinder-Star" angesprochen?

Angesprochen darauf werde ich tatsächlich noch oft, vor allem von Leuten aus meiner Generation. Es sind eben Serien, die man nicht aus dem Kopf bekommt. Die Einschaltquoten damals waren ja auch gigantisch! Wir hatten 56 Prozent Marktanteil. Es gibt auch viele, die die Serien mit ihren Kindern oder Enkeln anschauen. Insofern kennen mich auch die Jüngeren.

Sehen Sie den Kinderstar heute als Vorteil oder auch Nachteil?

Natürlich gab es über die Jahre hinweg immer Regisseure oder Produktionsfirmen, die gesagt haben: 'Guck mal, das ist doch der Kinderstar.' Nichtsdestotrotz ist man den Leuten im Gedächtnis. Hätte ich erst mit 25 Jahren angefangen, hätte ich vielleicht Rollen in anderen Bereichen gespielt. Ich bin aber sehr optimistisch, dass da noch etwas kommt. Die reifen Männer werden beim Film ja immer interessanter, und das wird hoffentlich auch bei mir der Fall sein (lacht). Ich habe das Glück gehabt, synchronsprechen zu dürfen. Und sollte das mit der Schauspielerei nicht mehr passieren, dann bin ich glücklich mit dem, was ich hier mache. Und ich kann davon wunderbar leben. 

Patrick Bach bedankt sich bei Gott

Sie haben sich einmal beschwert, dass immer die gleichen Schauspieler besetzt würden. Sehen Sie das heute noch so?

Es hat sich verbessert, da mittlerweile mehr gedreht wird. Aber wenn man in den Jahren zuvor guckt … Da hat man schon immer die gleichen Schauspieler und Schauspielerinnen. Ich gönne ihnen das. Und ich würde es genauso machen. Es gibt wahnsinnig viele Schauspieler, die um ihren Lebensunterhalt kämpfen. Und ich finde es schön, eine bunte Auswahl an Schauspielern im TV zu erleben. 

Viele Kinderstars von früher sind heute verschwunden, manche auch zerbrochen. Wie haben Sie es geschafft, auf dem Teppich zu bleiben oder eben nicht daran kaputt zu gehen? 

Ich war immer bodenständig und dankbar. Für mich war die Schauspielerei immer ein Beruf, den ich genauso ausübe wie ein Mitarbeiter einer Versicherung oder ein Maurer. Ich kann meinen Job als Synchronsprecher ausüben. Ich habe Glück mit meiner Familie, habe eine wunderbare Frau und zwei wunderbare Kinder. Ich bin gesund. Ich sage immer nach oben zum lieben Gott oder zum Universum: danke, danke, danke. Ich bin in einer Position, die nicht besser sein könnte. Es gibt keinen Grund zum Weinen.

Die Doku, wird am 9. und 10. Juni jeweils ab 20:15 Uhr auf "History" gezeigt. Die Geschichte Jesus Christus' wird hierbei aus acht verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Verwendete Quellen:Mit Material von Andrea Vodermayr

Gala

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