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Patricia Kelly über Brustkrebs "Ich lebe nicht in Angstzuständen"

Patricia Kelly
© Universal Music
Vor elf Jahren erhielt Patricia Kelly die Schockdiagnose: Brustkrebs. Mit GALA spricht sie offen darüber, wie die Erkrankung ihr Leben veränderte.

Patricia Kelly, 50, feierte gemeinsam mit ihrer Familie und als Solo-Künstlerin große Erfolge. Doch nur ein Jahr, nachdem sie mit ihrem eigenen Projekt durchstartete, wurde bei einer Routine-Untersuchung Brustkrebs festgestellt. Wie sie diese schwere Zeit überstand und heute damit umgeht, verrät sie GALA.

Patricia Kelly: "Meine Welt brach zusammen"

Die schockierende Diagnose erhielt die Sängerin im Jahr 2009. Da ihre Mutter an Brustkrebs verstarb, als Patricia zwölf Jahre alt war, riss diese Diagnose zusätzlich alte Wunden auf. "Sie ging sehr schnell von uns und es war eine Katastrophe für mich. Meine Welt brach zusammen", erinnert sich Patricia. Sie habe vor allem an ihre Kinder gedacht, als die Schocknachricht sie ereilte. Zu diesem Zeitpunkt waren ihre Söhne Iggi und Alex sechs und acht Jahre alt: "Ich wollte nicht, dass meine Kinder so etwas erleben."

Daher sei sie als gläubige Christin "auf die Knie gegangen und habe den lieben Gott um zehn Jahre gebeten. Ich brauchte die Jahre für meine Kinder. Diese zehn Jahre waren im August 2019 um." Sie habe sich gefragt, ob sie noch mehr Zeit geschenkt bekommen würde. Das habe sie veranlasst, einen Song ihres gleichnamigen neuen Albums "One More Year" zu nennen.

Musik als Ventil

Mit diesem Lied verarbeite sie diese schwere Zeit - das tue sie immer: "Meine Songs sind kleine Tagebücher." Sie nutze eine App, mit der sie ihre Gefühle eines Tages in Worte fassen und direkt aufnehmen könne, um daraus einen Song zu entwickeln. Musik diene ihr als Ventil, da sie grundsätzlich aus dem Bauch heraus schreibe und ihr dadurch eine Last genommen werde:

Das ist immer eine Art von Verarbeitung - es ist eine Therapie für mich. Ich bin froh, dass ich Songs schreiben kann, weil es für mich eine Befreiung ist.

Sie zeigt sich ganz privat

Am Ende des Videos zu "One More Year" sind sehr private Aufnahmen von Patricia Kelly aus dem Jahr 2009 zu sehen. Damit, und mit der Single an sich, habe sie bezweckt "das Bewusstsein für die Krankheit zu erweitern." Aus diesem Grund habe sie zudem darauf bestanden, dass die Telefonnummer der Brustkrebshilfe erscheine, "damit Frauen unmittelbar anrufen und sich erkundigen können."

Eine Schauspielerin sollte Patricia darstellen, denn es sollte sich nicht nur auf sie beziehen: "Es ist ein Thema, das viele Frauen und viele Familien betrifft. Daher sollte es allgemein bleiben." Um zu zeigen, dass es sich jedoch nicht um Fiktion handelt, sondern ihr dies widerfahren ist, habe sie sich entschieden, ein paar Original-Bilder zu zeigen.

Damit es greifbar ist, eventuell auch schockt und Frauen zur Vorsorge-Untersuchung treibt - das war meine Absicht.

"Angst ist nicht nur negativ"

Sie gibt ehrlich zu, Angst davor zu haben, dass die Krankheit zurückkommen könnte. "Ich denke, wir haben alle Angst vor dem Tod", denn dabei handele es sich um "eine Urangst". Allerdings sei das ihrer Meinung nach nicht nur negativ behaftet. Zwar ist "der MRT-Termin der schlimmste Tag des Jahres, aber danach normalisiert es sich wieder."

Der Brustkrebs könne immer wiederkommen. Aber sie versichert: "Ich lebe nicht in Angstzuständen." Außerdem führe sie ein gesundes Leben und tue alles in ihrer Macht stehende, um die Wiederkehr zu verhindern. "Sollte ich es erneut bekommen, werde ich noch einmal kämpfen", verkündet Patricia Kelly.

Verwendete Quellen:eigenes Interview, YouTube

Gala

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