Oscar Pistorius: Im Gerichtssaal übergeben

Im Mordprozess gegen Oscar Pistorius hat ein Gerichtsmediziner die tödlichen Verletzungen von Reeva Steenkamp geschildert. Seine Ausführungen waren so anschaulich und brutal, dass Pistorius sich übergeben musste

Oscar Pistorius, erst gefasst (kl. Bild), später am Boden zerstört

Oscar Pistorius ist im Verlauf des Mordprozesses gegen ihn bereits mehrere Male zusammengebrochen. Während der Ausführungen von Gerichtsmediziner Professor Gert Saayman zu den Verletzungen der getöteten Reeva Steenkamp musste Pistorius sich am Montag (10. März) sogar übergeben.

Vier Schüsse hatte Oscar Pistorius in der Nacht auf den 14. Februar 2013 auf seine damalige Freundin Reeva Steenkamp (†29) abgefeuert - weil er sie für einen Einbrecher gehalten hätte, wie er sagt. Ein Schuss habe sie in den Kopf getroffen, zwei in den Arm, einer in die Hüfte, schilderte Saayman laut "abendblatt.de", der dabei den zweieinhalb Seiten langen Autopsiebericht zitierte. Die Treffer hätten für erhebliche - und letztendlich tödliche - Wunden gesorgt, mehrere Knochen seien gebrochen worden, die Kleidung des Opfers sei zerfetzt worden, wie "bild.de" berichtet.

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Diese Details waren zu viel für Pistorius: Er brach in Tränen aus, fing an zu würgen, schließlich unterbrach Richterin Thokozile Masipa den Prozess. "Können Sie sich bitte mal um Ihren Klienten kümmern?", soll sie laut "bild.de" dessen Anwalt Barry Roux aufgefordert haben. Gerichtsbeamte versorgten den 27-jährigen Angeklagten schließlich mit einem Eimer und mehreren Tüchern. Seine Geschwister Aimee und Carl, die hinter ihrem Bruder sitzen, sprachen ihm Trost zu.

Anschließend soll der Gerichtsmediziner den Antrag gestellt haben, die Live-Übertragung des Prozesses auszusetzen und gleichzeitig alle Tonbandaufnahmen zu untersagen, um die Würde des Opfers zu wahren, worin er von Richterin Masipa unterstützt wurde.

Dass ihn der Prozess so mitnimmt, spricht für den Angeklagten, dem im Falle eines Schuldspruchs bis zu 25 Jahre Haft wegen vorsätzlicher Tötung drohen. Der beidseitig beinamputierte Sprinter steht seit einer Woche in Pretoria vor Gericht. Zuletzt hatten ihn Zeugenaussagen schwer belastet.

Schwere Vorwürfe der Ex-Freundin

Seine Ex-Freundin, die 20-jährige Samantha Taylor, hatte am Freitag (7. März) im Prozess ausgesagt. Wie "bbc.com" berichtet, haben sie und Pistorius angefangen zu daten, als Taylor 17 Jahre alt war. Sie seien bis zum 4. November 2012 ein Paar gewesen, Pistorius habe sie dann mit Steenkamp betrogen, sagte das Model aus.

Die 20-Jährige gab außerdem an, dass Oscar Pistorius ihr gegenüber mehr als einmal sehr aggressiv aufgetreten war. Laut einem Bericht auf "bild.de" habe er immer eine Schusswaffe bei sich getragen, nachts habe er sie zu seinen Prothesen neben das Bett gelegt. Sie schilderte einen Zwischenfall aus dem Jahr 2010, bei dem Pistorius während einer gemeinsamen Autofahrt seine Waffe gezogen und auf eine Ampel gefeuert haben soll.

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Doch während die Staatsanwaltschaft die Zeugin für sehr glaubhaft darstellte, nahm sie Verteidiger Barry Roux gnadenlos auseinander. Er fragte sie mehrmals, wann genau Pistorius und sie ihre Beziehung für beendet erklärt hatten. Taylor bestand zunächst darauf, dass Pistorius sie betrogen hatte, um später unter Tränen zu erklären, dass sie schon vor seiner Beziehung zu Steenkamp Schluss gemacht hatten. Am Ende des Kreuzverhörs wirkte sie wie ein junges Mädchen, das seinem Ex-Freund eins auswischen wollte, damit aber scheiterte.

Widerspruch zum Wachmann

Die gleich darauf folgende Aussage von Pieter Baba, Wachmann in der Siedlung, in der Oscar Pistorius zum Tatzeitpunkt wohnte, klingt dagegen schon glaubhafter. Wie "bbc.com" ausführt, hatte dieser Pistorius angerufen, nachdem Nachbarn ihm einen Streit und darauf folgende Schüsse gemeldet hatten. Pistorius hätte am Telefon gesagt, alles sei in Ordnung. Kurze Zeit später habe der Sportler ihn allerdings zurückgerufen und nichts weiter als ein Schluchzen herausbekommen. Er sei anschließend bei Pistorius vorbeigegangen, um nach dem Rechten zu sehen.

Der zeitliche Ablauf dieser Aktionen - der erste Anruf wurde um 3.16 Uhr Ortszeit getätigt, Pistorius' Rückruf erfolgte um 3.19 Uhr - stehe laut "bild.de" im Widerspruch zu dem, was die Zeugen bis dato ausgesagt hatten. Die Zeugen wollen nach dem Anruf noch Schüsse gehört haben. Da hatte Pistorius aber selbst schon den Notruf gewählt.

Der Wachmann hatte noch mehr zu berichten: Oscar Pistorius sei ihm entgegen gekommen, wobei er die tote Reeva Steenkamp die Treppe hinunter getragen habe. "Ich war zu geschockt, um irgendetwas zu tun", gab Pieter Baba zu Protokoll. Pistorius brach daraufhin in Tränen aus - wie auch heute wieder bewies er damit eindeutig Reue.

Wie genau der tragische Tod von Reeva Steenkamp passiert ist, wird vermutlich in den kommenden Tagen ein Stück mehr aufgeklärt werden. Knapp 130 Zeugen, darunter Ballistikexperten und Psychologen, sind zu der Verhandlung zugelassen. Die wurde zunächst auf 15 Verhandlungstage angesetzt, nach jetzigem Stand wird am 20. März ein Urteil erwartet.

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