Oscar Pistorius: Entschuldigung unter Tränen

Der wegen Mordes Angeklagte Oscar Pistorius hat sich in dem Prozess gegen ihn erstmals selbst vor Gericht geäußert. Der Paralympics-Star beteuerte seine Unschuld und entschuldigte sich unter Tränen bei den Eltern seiner erschossenen Freundin Reeva Steenkamp

Oscar Pistorius wurde am Montag (7. April) in dem Mordprozess gegen ihn erstmals in den Zeugenstand gerufen. Der Paralympics-Star entschuldigte sich laut "spiegel.de" bei den Angehörigen der erschossenen Reeva Steenkamp. "Ich wollte sie einfach nur beschützen", sagte er. Er bete jeden morgen für Steenkamp. Pistorius soll bei seinen Aussagen sehr emotional gewesen sein, die Stimme tränenerstickt.

Oscar Pistorius hält sich die Ohren zu, als der Forensiker Jan Botha aussagt.

Schon während der Aussage des Forensikers Jan Botha am Vormittag war Pistorius angeschlagen. Laut "sueddeutsche.de" musste er immer wieder würgen, blickte zu Boden und hielt sich die Hände vor das Gesicht. Als Staatsanwalt Nel von Hirngewebe berichtet, das in der Toilette gefunden wurde, hält Pistorius sich die Ohren zu. Auch in der Vergangenheit war Pistorius vor Gericht labil. Während der Ausführungen von Gerichtsmediziner Professor Gert Saayman zu den Verletzungen der getöteten Reeva Steenkamp Anfang März musste Pistorius sich sogar übergeben.

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©RTL / Gala

Er habe "schreckliche Alpträume", sagte Pistorius nun vor Gericht. Der 27-Jährige hatte in der Nacht auf den 14. Februar 2013 vier Schüsse auf seine Freundin Reeva Steenkamp gefeuert. Pistorius hatte nach der Tat beteuert, dass er Steenkamp hinter der verschlossenen Toilettentür für einen Einbrecher gehalten und sie aus Versehen erschossen habe. Bei dieser Darstellung blieb er nun auch bei der Zeugenaussage vor Gericht.

Schon mehrmals sei er laut "focus.de" Opfer von Einbrüchen gewesen. Zum Schutz habe er sich einen Bullterrier gekauft. Er sei weiter auch mit anderen Verbrechen konfrontiert worden, einmal sei sogar auf ihn geschossen worden.

Als Pistorius weiter über Steenkamp spricht, bricht er immer wieder in Tränen aus. Ihm gehe viel durch den Kopf, die vergangene Nacht habe er nicht geschlafen.

Im Gespräch mit Verteidiger Roux sagte Pistorius während der Verhandlung, dass er sich "sehr verletzlich" fühle. Ohne seine Beinprothesen könne er sein Gleichgewicht nicht halten. "Darum liegen sie immer neben meinem Bett, damit ich sie morgens als Erstes anziehen kann, wenn ich aufstehe", so Pistorius. In der Tatnacht habe er jedoch keine Prothesen getragen.

Laut Gerichtsexperten wird sich die Zeugenaussage von Oscar Pistorius wahrscheinlich über Tage hinziehen. Wird der Sportler wegen Mordes schuldig gesprochen, drohen ihm mindestens 25 Jahre Haft.

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