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Oscar Pistorius Angststörung bescheinigt

Oscar Pistorius
© Splashnews.com
Der wegen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp angeklagte Sportler Oscar Pistorius soll laut Aussage einer Psychiaterin an einer Angststörung leiden

Oscar Pistorius soll an einer Angststörung leiden, aber dennoch nicht schuldunfähig sein.

Medienberichten zufolge habe eine Psychiaterin bei dem wegen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp angeklagten Sprinter eine "intensive Angst vor Südafrikas Kriminalität" festgestellt. Am 30. Gerichtstag erklärte Dr. Merryl Vorster, dass der 27-Jährige eine Angststörung habe, die vor Gericht berücksichtigt werden müsse. Die forensische Psychiaterin der "Wits University" in Johannesburg, die mit dem Paralympics-Star erstmals vor wenigen Wochen gesprochen haben soll, schilderte dessen Traumatisierung und berief sich dabei auch auf Aussagen von Freunden und Verwandten.

Pistorius habe sich selbst als isoliert beschrieben. Um nicht allein im Haus sein zu müssen, habe er des Öfteren Freunde eingeladen, die über Nacht blieben. Wie unter anderem "telegraph.co.uk" berichtet, hätten laut Vorster mehrere Umstände bei Pistorius zu einer Entwicklung der Störung beigetragen: die Amputation beider Unterschenkel im Alter von elf Monaten, die erhöhte Angst der Familie vor Kriminalität, die Scheidung der Eltern, Alkoholprobleme der Mutter, ihr Tod, als er gerade mal 14 war, sowie genetische Faktoren.

Dennoch seien die Angstzustände des Sportlers nicht so gravierend, dass ihm Wahrnehmungsstörungen und damit eine Paranoia attestiert werden könnten. Somit sei er laut Psychiaterin trotzdem schuldfähig. Der Staatsanwalt habe daraufhin ein neues psychiatrisches Gutachten gefordert, worüber die Richterin bis Dienstag (13. Mai) entscheiden wolle.

Oscar Pistorius muss sich seit März vor Gericht verantworten. Der südafrikanische Sprintstar hatte in der Nacht auf den 14. Februar vergangenen Jahres seine Freundin Reeva Steenkamp getötet. Er beteuerte, das Model, das nur 29 Jahre alt wurde, hinter der verschlossenen Badezimmertür für einen Einbrecher gehalten und aus Versehen erschossen zu haben.

mzi Gala

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