Olympische Spiele 2016: Paralympics-Star will sterben

Die Sportlerin Marieke Vervoort schockiert mit dem Geständnis, ihr Leben nach dem Sportwettkampf in Rio beenden zu wollen

Paralympics-Star Marieke Vervoort

Paralympics-Star Marieke Vervoort

Es ist ein Geständnis, das unter die Haut geht und innehalten lässt: Die Belgierin Marieke Vervoort, 37, will nach ihrer Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Rio sterben.

Das offenbarte die Handbikern, die beim 100-Meter-Rennen in London 2012 eine Gold-Medaille gewann, in einem Interview mit der französischen Zeitung "Le Parisien".

Marie Vervoort ist unheilbar krank

Die vierfache Weltrekordlerin leidet an einer degenerativen Krankheit. Schon in ihrer Jugend treten erste Lähmungserscheinungen in ihren Beinen auf, seitdem verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand zunehmend. Selbst einfache Alltagserledigungen fallen ihr immer schwerer, genauso wie ihr geliebtes Sport-Training.

"Jeder sieht mich mit meiner Goldmedaille lachen. Aber niemand sieht die dunkle Seite. Ich leide sehr, kann manchmal nur zehn Minuten pro Nacht schlafen", sagt die Belgierin über ihr Leben, dem sie selbstbestimmt ein Ende setzen will.

Marieke Vervoort

Marieke Vervoorts Karriere im Handbiken ist beachtlich: Jeweils eine olympische Gold - und Silbermedaille, vier Weltrekorde und mehrfache Weltmeister-Titel kann sie als sportliche Erfolge verbuchen.

Ein Leid, dem Vervoort nach den Spielen in Rio ein vorzeitiges Enden setzen könnte. "Wir werden sehen, was das Leben danach für mich bereithält. Ich werde versuchen, die schönen Momente so gut es geht zu genießen. Allerdings denke ich inzwischen sehr intensiv über aktive Sterbehilfe nach", sagt die erfolgreiche Sportlerin.

Die Papiere für ihren Tod hat die Olympia-Siegerin schon unterzeichnet

In Belgien ist die Sterbehilfe seit 14 Jahren erlaubt. Die bürokratischen Papiere für ihren Freitod hat die 37-Jährige schon unterschrieben. Auch über ihre Beerdigung hat sich Vervoort schon Gedanken gemacht: "Ich will, dass jeder ein Glas Champagner in der Hand hat und an mich denkt."

Bis es soweit ist, will die toughe Blondine noch ein großes Lebensziel erreichen.

Der letzte Wunsch der Sportlerin

Mit ihrem Handbike beim Wettrennen über 100 Meter und 400 Meter will die unheilbar Kranke den erste Platz belegen. "Rio ist mein letzter Wunsch, und dafür trainiere ich sehr hart, auch wenn ich Tag und Nacht mit meiner Krankheit zu kämpfen habe. Eine Medaille ist möglich", sagt Marieke Vervoort voller Zuversicht.

Trotz ihres schweren Leidens ist ihr Kampfgeist ungebrochen. "Wenn ich in meinem Rennstuhl sitze, verschwindet alles. Ich vertreibe alle dunklen Gedaken. Ich kämpfe gegen Angst, Trauer, Leiden und Frustration", sagte sie über ihren Olympia-Gewinn 2012.

Eine körperliche und mentale Kraft, die sie auch in Rio abrufen will. Die Wettkämpfe für Sportler mit Behinderung finden vom 7. bis 18. September 2016 statt.

Olympische Spiele

Königliche Olympioniken

Olympische Spiele 2016: Zara Phillips  Im dritten Anlauf hat die Tochter von Prinzessin Anne es geschafft: Nachdem Zara 2004 und 2008 nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen konnte, weil ihr damaliges Pferd Toytown sich verletzte, ist sie jetzt In London dabei. Die Weltmeisterin von 2006 will mit ihrem neuen Pferd (passender Name: High Kingdom) Gold gewinnen. Die Wettbewerbe im Vielseitigkeitsreiten finden vom 28. bis 31. Juli im Greenwich Park statt.
Prinzessin Anne
Mark Phillips
König Harald

12

Katy Perry

Video zum Olympia-Song "Rise" ist da

05.08.2016

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