Oliver Kalkofe: Deutsche TV-Kanäle brauchen mehr Innovation

Schauspieler Oliver Kalkofe glaubt, dass es mit der deutschen Fernsehlandschaft den Bach runtergeht. 

Oliver Kalkofe (47) findet, das deutsche Fernsehen ist heute "blöder" als früher.

Der Schauspieler ('Der WiXXer') ist der Meinung, dass britische Fernsehsender wie die 'BBC' viel innovativer agieren als deutsche Kanäle. "Die [BBC] denken ­jedes Jahr aufs Neue nach, wie die ihre ­Zuschauer überraschen können", erklärte er im Interview mit der 'Stuttgarter Zeitung'. "Nur in Deutschland wird Innovation gestoppt."

Nach Not-OP

Miyabi Kawai meldet sich von der Intensivstation

Miyabi Kawai
"Fuck you!" - aus dem Krankenhausbett meldet sich eine deutlich angeschlagene Miyabi Kawai zu Wort.
©Gala

Schade findet der Satiriker auch, dass US-Erfolgsformate wie 'Mad Men' auf 'ZDF Neo' ausgestrahlt werden. "Die Serie gehört ins Hauptprogramm am Abend. Das ist intelligentes Fernsehen, das aber nicht so schräg ist, dass es niemand gucken will. Öffentlich-Rechtlich heißt doch: wir zahlen alle dafür. Also sollten sie ein Programm machen, bei dem sich alle irgendwo wiederfinden. Sie richten sich aber seit Ewigkeiten an die gleichen Zielgruppen und verhindern jegliche Innovation. Piefige Telenovelas und Boulevardmagazine in Endlosschleife sind keine wirklich bessere Alternative zu den gruseligen Scripted-Reality-Formaten."

Aus diesem Grund schaut sich Kalkofe, der einmal gesagt hat "Alle Leute, die Fernsehen lieben, sehen nicht mehr fern", seine Lieblingsserien auch auf der Festplatte, im Internet oder auf DVD an. "Fernsehen gucken nur noch Leute, die darauf angewiesen sind. Alles, was ich mir momentan ansehe, kommt aus anderen Ländern. Das finde ich sehr traurig", bedauerte er.

Reality-Sendungen seien in Maßen okay, aber nicht, wenn das alles ist, worauf ein Fernsehsender setzt: "Momentan geht es eben nur nach dem Prinzip 'Noch eine Stufe blöder'. Das Fernsehen hat sich selbst zerstört. Früher habe ich scherzhaft gesagt 'Fernsehen macht doof'. Nun ist es kein Witz mehr."

Die Lösung des Dilemmas sieht Oliver Kalkofe bereits in der Schule: "Ich plädiere mit vollem Ernst dafür, Medien als Schulfach einzuführen. Damit wir verstehen, wie wir betrogen werden, und lernen können, vernünftig mit den Medien umzugehen", wünschte sich Oliver Kalkofe.

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