Nora Tschirner: "Mein Privatleben ist kein Volkseigentum"

Filmschauspielerin Nora Tschirner macht auch Musik. Im "Gala"-Gespräch erzählt sie vom großen Glück mit ihrer Band Prag - und wie sie sich um ihr Familienidyll sorgt

Nora Tschirner kommt etwas zu spät zum Interviewtermin in Berlin. Schuld ist ihr schwarzer Kurzhaardackel. Vor der Haustür hatte sich kein Taxi gefunden, das sie und das Tier mitnehmen wollte. Ohne spezielle Transportbox gehe das nämlich nicht, sagt sie, als sie schließlich eintrudelt. Ihre Bandkollegen Erik Lautenschläger und Tom Krimi, die bereits da sind, nicken - bei dem vollen Terminplan des Trios sind Verspätungen leider nicht zu vermeiden, zumal mit Hund. Eine neue Platte ist in der Mache und eine Tour in Planung, dazu bereiten die drei gerade ihren Auftritt beim Berliner "Classic Open Air" vor, einem der größten Konzert-Events der Hauptstadt. Außerdem ist Nora Tschirner vor rund einem Jahr Mutter geworden.

Erst vor eineinhalb Jahren haben sich Tschirner und Co. zu der Band Prag formiert. Die "Keinohrhasen"-Darstellerin kennt Erik Lautenschläger noch aus der Schulzeit. Mittlerweile ist daraus ein großes Ding geworden. Die drei erzählen von verrückten Bühnenmomenten ("In Wuppertal ging der Feueralarm los"), Nora Tschirners Moderations-Einlagen ("Beim zweiten Song forderte sie das Publikum auf, sich zu einer Line-Dance-Formation aufzustellen, und die haben das tatsächlich gemacht"), von Lampenfieber - und der vielen Arbeit, die in dem Projekt steckt. Natürlich müsse man bei so einer Band wie Prag, die ihren Chanson-Pop mit einem Orchester aufführt, sehr viel organisieren, und der Tag habe nach wie vor nur 24 Stunden. "Das war vorher schon so", sagt Nora Tschirner. Und dann macht sie ihren Kollegen ein Kompliment: Einen "riesigen Glücksfall" nennt sie das Ganze, während sie ihren Dackel streichelt. Man merkt, diese Truppe passt zusammen.

Ein Herz für Machos

In Sachen Männer hat Sophia Thomalla ein klares Beuteschema

Sophia Thomalla
Sophia Thomalla hat ein klares Beuteschema, was Männer angeht. Seit Anfang des Jahres turtelt das Model mit Fußballer Loris Karius, der nicht nur optisch in ihr Raster fällt.
©RTL / Gala

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Dennoch: Wie bekommt die Schauspielerin das alles bloß unter einen Hut? Filme, Band - und dann noch ein Kind? Autsch! Falsche Frage. Einen Moment ist es still im Raum, Nora Tschirner schaut ein wenig unzufrieden. Geburt, Muttersein, Baby - "das wird so nicht diskutiert", sagt sie. Heißt: kein Kommentar! Als Tom Krimi etwas später das Wort "Mutter" benutzt, geht Tschirner mit einem "wuuupp" dazwischen. Wo liegt für die Schauspielerin und Sängerin das Problem? "Ich rede für mein Gefühl in Interviews schon viel zu viel über mich und mein Leben im Allgemeinen. Aber mein Privatleben bleibt privat", erklärt sie. "Das ist kein Volkseigentum. Wenn Leute mir trotzdem zu sehr auf die Pelle rücken, werde ich etwas grimmig." Den Namen des Vaters hält sie geheim, ebenso das Geschlecht des Kindes. Dass sie wohl im Juli 2013 ein Baby zur Welt brachte, kam nur heraus, weil sie zufällig vor dem Krankenhaus in Berlin gesehen wurde.

Erst vor eineinhalb Jahren gründete Nora Tschirner, die seit einem Jahr Mutter ist, zusammen mit Erik Lautenschläger (r.) und Tom Krimi die Chanson-Popband Prag.

Der Dackel schnüffelt ein wenig im Raum herum. Langsam verzieht sich die dicke Luft. Nora Tschirner lächelt. Sie hat halt ihre eigenen Prinzipien und Vorstellungen, was den Umgang mit ihrem Filmruhm angeht. Als "Nora-Tschirner-Fame-Nummer" bezeichnet die 33-Jährige die Tatsache, dass sie eben ein Kinostar ist und damit eher im Mittelpunkt steht. Aber sie sei nun mal nur "Teil einer Gruppe", alles andere wäre "Etikettenschwindel", sie wolle nicht als Zugpferd instrumentalisiert werden.

Auf die Frage, was denn für sie das schönste Kinderlied sei, lacht sie zunächst nur. Dann antwortet sie aber doch - unter einer Bedingung. Wenn man ihr verspreche, das Thema in "Gala" nicht mit der Einleitung "Frau Tschirner, sie sind dann und dann Mutter geworden, was ist denn …" zu beginnen. Ihre Antwort überrascht: "‚Plätscher, Plitscher, Feder‘ von Herman van Veen, das Stück von Alfred Jodocus Kwak. Als Kind habe ich die Aufführungen des Kwak-Musicals gesehen. Das Lied macht mich wahnsinnig froh, ich liebe Herman van Veen."

Nach dem "Gala"-Interview geht die Band direkt ins Studio. Jetzt ist wieder ein Taxi gefragt. Mit Transportbox natürlich.

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