Jan Köppen: Über Extremsport, Ängste und Ordnungsneurosen

Jan Köppen ist "Ninja Warrior"-Moderator, erfolgreicher Künstler und Musiker. Und jemand, der sein Privatleben gerne für sich behält. Im Interview mit GALA verrät er trotzdem das ein oder andere spannende private Detail.

Jan Köppen ist ein wahres Multitalent: Der 36-Jährige ist als Moderator in der RTL-Show "Ninja Warrior" (ab 13. September immer freitags um 20:15 Uhr auf RTL) zu sehen, darüber hinaus begeistert er mit seiner Kunst und Musik ein breites Publikum.

Was muss man unbedingt über Sie wissen, Jan Köppen?

Obwohl Jan Köppen schon mehr als zehn Jahre ihm Showgeschäft tätig ist, weiß man recht wenig über den Moderator: Sein Privatleben ist ihm heilig und auch sonst hält er sich mit privaten Informationen sehr zurück. Viel zu sagen hat der charmante Künstler trotzdem, Themen wie Umweltschutz oder die Frage nach Vertrauen beschäftigen ihn sehr. Im Interview mit GALA lässt sich Jan Köppen dann aber doch die ein oder andere private Information entlocken und verrät zum Beispiel, wieso ihm Fliegen mehr Angst macht als ein Parcour bei "Ninja Warrior" oder wieso er eine kleine Ordnungsneurose hat.

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Er bringt seine Kinder immer zum Lachen

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©Gala

GALA: Wer ihren Namen gegoogelt, dem werden häufig die folgenden vier Fragen angezeigt: Wie alt ist-, wie groß ist-, wer ist- und wo wohnt Jan Köppen. Man merkt: Man weiß sehr wenig über Sie, obwohl Sie schon seit über zehn Jahren im TV-Geschäft sind. Wieso ist das so?
Jan Köppen: 
Ich erzähle und zeige einfach wenig. Die Leute wissen, dass ich eine Freundin habe, aber das war‘s dann auch. Und warum will bitte jemand wissen, wie groß ich bin? Das ist schon absurd. Ich bin 1,85 Meter. Und ich wohne in Berlin. So, das wäre geklärt. (lacht) 

Haben Sie zu Beginn Ihrer Karriere entschieden, ihr Privatleben aus der Öffentlichkeit zu halten? 
Es war nie geplant, dass ich ins Fernsehen gehe. Aber ja, ich wusste von Anfang an, dass es immer einen Teil in meinem Leben geben soll, der nichts mit meiner Arbeit zu tun haben soll. Das ist schließlich der letzte Rückzugsort, den man hat. Aber auch im Privaten war ich mit meinen Daten immer vorsichtiger. Tatsächlich habe ich mich von Beginn an in sozialen Netzwerken nie mit meinem echten Namen angemeldet. Als Person des öffentlichen Lebens hat sich das dann geändert. 

Was muss man trotzdem noch unbedingt über Sie wissen?
Ich esse gerne Halloumi. (lacht) Und ich habe eine gewisse Ordnungsneurose. 

Ordnungsneurose?
Ich bin ein oberflächlich gesehen recht ordentlicher Mensch. Auf meinem Schreibtisch müssen meine Sachen immer in einer bestimmten Ordnung liegen, bevor ich das Haus verlasse. Achja, und ich bin sehr schlecht im "Sachen-fertig-machen", vor allem im kreativen Bereich. 

… und trotzdem sind Sie mit ihrer Musik und seit Neuestem auch mit der Kunst sehr erfolgreich.
Bei der Kunst ist der Prozess des Abschließens aber auch ein anderer. Es klingt komisch, aber da sagt mir das Bild, wann es fertig ist. Das ist bei der Musik schwieriger.

Moderieren, Malen, Musik: Haben Sie in diesem Jahr auch mal Urlaub gemacht?
Ich war kurz in Griechenland und Anfang des Jahres in L.A. zusammen mit Viva Con Agua. Das war dann wohl mein klassischer Urlaub in diesem Jahr. Aber die Kunst fühlt sich auch nicht wirklich wie Arbeit an. Im September mache ich aber noch eine große Alpenüberquerung mit dem Fahrrad. 

Jan Köppen über "Ninja Warrior"

Also ein reiner Sporturlaub?
Ja, aber das ist für mich Erholung pur. (lacht) Natürlich erst, wenn ich den Berg geschafft habe. 

Ich habe gelesen, dass Sie das Fliegen nicht mögen. Trotzdem suchen Sie immer wieder den Nervenkitzel. Wie passt das zusammen?
Mittlerweile versuche ich, aus den allseits bekannten Umweltschutz-Gründen nicht mehr viel zu fliegen und das klappt auch erstaunlich gut, ich fahre eigentlich nur noch Bahn. Und richtiger Nervenkitzel ist dann eher doch sowas wie ein Fallschirmsprung. Aber ja, Fliegen war nie so meins.

Hat das was mit Vertrauen zu tun? Bei den Parcours von "Ninja Warrior" oder anderen Extremsportarten müssen Sie sich einzig und allein auf Ihr Können verlassen.
Meine Angst hat eher mit technischen Gegebenheiten zu tun, über die ich keine Kontrolle habe. Ich habe zum Beispiel mehr Angst, wenn ich auf einem Gerüst stehe, dass irgendjemand mal irgendwann zusammengebaut hat, als wenn ich auf einem 1000-Meter hohen Felsen stehe. Also ja, am Ende hat meine Angst schon mit Vertrauen anderen und sich selbst gegenüber zu tun. Aber hat nicht alles mit Vertrauen zu tun? 

Sie sind der einzige "Ninja Warrior"-Moderator weltweit, der selbst schon an der Show teilgenommen hat. Welchen Vorteil hat das?
Klingt ganz gut. (lacht) Ich kann vielleicht ein bisschen mehr verstehen, was die Athleten durchleben, wenn sie auf der Startplattform stehen. Das ist ein ziemlich aufregender Moment. 

Reizt es Sie, nochmal an der Show teilzunehmen?
(lacht) Ja! Jedes Mal, wenn wir eine Sendung aufnehmen, gehe ich aus dem Studio und sage: "Ach, ich will nochmal!" Für nächstes Jahr – ich weiß noch nicht wo und wie – habe ich mir vorgenommen, noch einmal mitzumachen.

Jan Köppen bei "Ninja Warrior" in der Schweiz.

Offene Worte zum Thema Familienplanung 

In einem GALA-Interview von 2016 haben Sie gesagt, dass Sie unbedingt Vater werden wollen und sich sogar vorstellen könnten, Hausmann zu werden. Wie ist der aktuelle Stand?
Ich bin noch kein Papa, aber finde die Vorstellung, Hausmann zu sein, immer noch schön. Das ist ja mittlerweile nichts außergewöhnliches mehr. 

Sie würden Ihre Karriere also dann beenden?
(lacht) Nein, das will ich damit jetzt nicht sagen. Natürlich habe ich immer noch den Anspruch, meinen Beruf weiter auszuführen. Eine Mischform, die sich für beide Seiten richtig anfühlt, finde ich gut. 

Würden Sie ihrem Kind erlauben, bei "Ninja Warrior" mitzumachen bzw. Extremsportarten auszuüben?
Ach ich glaube, dass da jeder seine eigenen Erfahrungen machen muss. Also ja klar. 

Also keine Verbote?
Ich glaube, dass man immer in einer gewissen Sorge ist. Aber irgendwann kann man einfach nicht mehr sagen "Mach dies nicht, mach das nicht". Da geht es um Freiheit und Erfahrung. 

Thema Umweltschutz: Das hat er verändert

Sie haben vorhin das Thema Umweltschutz angesprochen. Haben Sie etwas in ihrem Alltag verändert?
Naja, die Klassiker eben: Ich fahre so gut es geht immer mit der Bahn und esse schon seit sechs oder sieben Jahren kein Fleisch mehr. Also ich würde sagen: Das Bewusstsein ist da und es klappt auch an einigen Stellen echt gut, an anderen fällt es mir dann wieder schwerer. Weil es auch immer mit Verzicht zu tun. Ich glaube, genau das fällt sehr vielen Menschen schwer. Davon mache ich mich auch nicht frei. Wir alle müssen anders denken und lernen auf Gewohntes zu verzichten. 

Würden da politische Regeln bzw. Verbote helfen?
In manchen Bereichen auf jeden Fall, obwohl das natürlich immer auch ein sehr schmaler Grat ist. Bei der Diskussion, ob Fliegen teurer und Bahn fahren billiger werden muss, bin ich auf jeden Fall für Regeln. Trotzdem dürfen Flugreisen natürlich auch nicht nur für die erschwinglich sein, die es sich leisten können. Damit fangen wir eine neue Diskussion an, die aber dringend geführt werden muss, weil das Thema jeden angeht. 

Verwendete Quellen: Eigenes Interview

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