Nina Ruge im Interview: Trauriges Geständnis

Nina Ruge lud GALA auf ihr italienisches Weingut ein. Dort sprach die Moderatorin über das Leben in der Toskana, Hühner füttern, Eitelkeiten, ihren 60. Geburtstag und ihren heimlichen Schmerz

Ein beherzter Griff, und die Eidechse ist gerettet! Nina Ruge kann auch handfest. Die zierliche Blondine zieht das Tier aus dem türkisfarbenen Pool und setzt es auf die perfekt geschnittene Rasenfläche. Früher präsentierte sie täglich das Leben der Schönen und Reichen in der ZDF-Sendung "Leute heute", jetzt schreibt sie Bücher, moderiert Wirtschaftsveranstaltungen und baut mit ihrem Mann, dem Top-Manager Wolfgang Reitzle, 67, in Italien Wein und Öl an. GALA besuchte sie in ihrem Paradies in den Bergen von Lucca.

Wie sieht Ihr Tag in der Toskana aus?

Da gibt es einige wenige Fixpunkte, und das sind meine Tiere. Spätestens um sieben Uhr morgens bringe ich den Hühnern frisches Grün. Dann laufe ich mit den Hunden durch die Weinberge, eine knappe Stunde. Danach frühstücke ich – meist die Reste vom Vortag, und das ist oft Gemüsesuppe. Viele meinen, ich sei da etwas merkwürdig, aber mir tut das gut, hier nur Gemüse und Salat zu essen. Und ab und zu mal Käse, und Eier von meinen Hühnern selbstverständlich.

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Wie geht es nach der Gemüsesuppe weiter?

Ich arbeite meist in meiner Limonaia (ein ehemaliges Zitronengewächshaus, Anm. d. Red.), dort habe ich meine letzten beiden Bücher geschrieben, dort bereite ich Moderationen vor, bin in Telefonkonferenzen et cetera. Einiges an Zeit investiere ich in unsere Wein- und Ölproduktion. So kümmere ich mich zum Beispiel mit um den Vertrieb und die Namensfindung und den Versand. Auf Weinmessen muss ich auch präsent sein.

Ist Ihr Mann häufig in Italien?

Nein, ich bin durchaus oft Einsiedlerin mit den Hunden. Mein Mann kommt, wenn er es einbauen kann, übers Wochenende.

Sie sind lieber hier als auf dem roten Teppich?

Wir sind unendlich dankbar für jeden Tag, den wir in dieser Kulturlandschaft der Stille erleben dürfen, und empfinden es als ein Privileg, was wir hier genießen dürfen. Dieses Leben ist natürlich auch eine Frage der Entscheidung: Wie investiert man seine freie Zeit? Für uns ist es der Rückzug in die Natur. Mein Mann ist zum leidenschaftlichen Wein- und Ölproduzenten geworden, ich kümmere mich besonders um die Tiere, die Pflanzen und schätze den Ort als Juwel für Kontemplation.

Welche Tiere haben Sie?

Also, da sind fünf Katzen, von denen die beiden jüngsten aus dem Wurf einer Straßenkatze stammen. Sie sind jetzt natürlich auch geimpft, entwurmt und werden bald kastriert. Meine beiden Schweizer Sennenhunde begleiten mich überallhin, sie sind also im Winter mit mir in München. Dann sind da elf Hühner, zwei Hähne, drei Gänse und zwei Schwäne. Hier gibt es leider eine Überpopulation an Füchsen, deshalb haben wir den Schwanenteich und den Hühnerstall gut gesichert. Meine letzte Runde auf dem Grundstück führt mich immer vor Sonnenuntergang zu den Hühnern, dann bringe ich sie ins sichere Bett, das heißt: in den Stall.

Mag Ihr Mann auch Tiere?

Ja, er liebt sie allerdings besonders, wenn sie keinen Unsinn machen. Er ist der Spielertyp – und perfektioniert das Ballspiel mit den Hunden. Wenn er denn da ist.

Sie sind gerade 60 geworden. Was bedeutet Ihnen diese Zahl?

Sie ist ein bisschen merkwürdig, aber ich habe festgestellt, sie tut gar nicht weh! Ich fühle mich weder gebrechlich, noch habe ich graue Haare. Ich finde es großartig, wie sich das Altersbild gewandelt hat. Das Fitnessthema ist viel wichtiger geworden. Früher haben Frauen ab einem gewissen Alter oft den Sport eingestellt, weniger auf ihre Ernährung geachtet. Wir sind, so sehe ich das auch an meinen Freundinnen, eine furchtlose Generation dem Älterwerden gegenüber.

Womit haben Sie zur Feier des Tages angestoßen? Champagner oder Wein?

Mit unserem Rotwein "Loto". Das ist Italienisch und bedeutet Lotus. Lotuspflanzen wachsen nämlich auf unserem Bewässerungssee. Wir produzieren auch einen Weißwein aus der hiesigen Vermentino-Traube. Sein Name ist "Gioia", die Freude. Unser roter Zweitwein kommt jetzt neu auf den Markt; das ist "Sereno", die Heiterkeit.

Lebensfreude ist Ihr Thema. Sie haben dazu auch einen Ratgeber über die innere Führung geschrieben. Was soll die verändern?

Die Grundhaltung zum Leben. Die Erkenntnis dessen, was wesentlich ist. Ist es zum Beispiel wichtig zu wissen, was Sie jetzt über mich denken? Ist es nicht viel wichtiger, die Begegnung mit Ihnen hellwach zu erleben? Ohne jede Wertung und präsent in der Gegenwart? Tiefe Verbundenheit wird möglich mit Menschen, mit Tieren und der Natur. Eitelkeiten schmelzen, das permanente Um-sich-selber-Drehen auch – immer öfter zumindest!

Sie meditieren. Ihr Mann auch?

Er versucht es. Er lässt sich gerne anstecken. Aber er hat andere Methoden, sich mental "leer" zu machen, er ist passionierter Golfer.

Verraten Sie uns, warum Sie keine Kinder haben?

Summa summarum: Ich habe meinen Mann zu spät kennengelernt, da war ich über 40. Bis wir so weit waren, Kinder haben zu wollen, war es zu spät.

Wie empfinden Sie das heute?

Es ist schmerzlich, keine Kinder zu haben. Aber ich bereue nichts. Und wir haben den Familienanschluss durch die zwei Töchter meines Mannes.

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