Nina Bott: "Kinder sind keine Menschen zweiter Klasse"

Ihr Leben dreht sich um ihre Kinder: Moderatorin Nina Bott ist leidenschaftlich gern Mama - auch ohne Pause. Nicht zuletzt, weil sie selbst keine leichte Kindheit hatte, wie sie im Interview mit GALA erzählt

Wie haben Sie ihre Kindheit erlebt?
Nina Bott: Ich bin sehr liebevoll groß geworden und habe immer gemerkt, dass meine Eltern voll hinter mir stehen. Trotzdem war es irgendwann finanziell sehr schwierig. Meine Eltern, vor allem meine Mutter war einfach sehr krank. Sie hatte einfach, solange ich denken kann, Depressionen und Alkoholprobleme. Das kam erschwerend hinzu. Dadurch hat sich, als ich elf oder zwölf Jahre alt war unser Verhältnis umgekehrt.

Das hieß für Sie?
Bott:
Ich habe angefangen sehr viel Verantwortung zu übernehmen und Zuhause den Laden geschmissen. Ich habe dafür gesorgt, dass es irgendwie trotzdem läuft. 

Robbie Williams

"Ich streichle deinen Rücken, damit du ein Bäuerchen machst!"

Robbie Williams; Beau Williams
Erst im Februar wurde Robbie Williams viertes Kind, Sohn Beau, geboren.
©Gala

Wie empfinden Sie diese Zeit rückblickend?
Bott: Es hat mir keine Steine in den Weg gelegt. Im Gegenteil: Es hat mich eher zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Meine Eltern haben bei all den Problemen Zuhause dafür gesorgt, dass ich meine Schulsachen gewissenhaft mache. Sie haben mir auch gezeigt, dass ich für alles, was ich möchte kämpfen muss. Das hat uns sehr zusammengeschweißt. Gerade wenn es finanziell nicht so einfach ist, schätzt man alles noch mehr. Das war eine gute Grundlage und ich versuche meine Kinder auch mit diesen Werten zu erziehen. Wenn ich es überhaupt so sagen kann, ich finde das Wort "erziehen" so doof. 

Was stört Sie an dem Begriff?
Bott:
 Ich habe nie so Erziehungsratgeber gelesen. Ich mache das immer eher aus dem Bauch heraus, mit viel Gefühl und Herz, nicht so verkopft.

Welche Werte sind in ihrer Familie wichtig?
Bott:
 Es ist toll, wenn man sich als Familie viel Zeit dafür nimmt, zusammen zu essen oder vielleicht vorher gemeinsam zu kochen. Auch um Kinder zu motivieren, Dinge zu essen, die sie sonst nicht mögen. Wenn sie etwas geschnitten haben, essen sie das natürlich auch, weil sie stolz darauf sind. Als Familie sollte man das gemeinsame Essen nutzen, um zusammenzukommen und miteinander zu reden. Am Tisch kann jeder sagen, wo der Schuh gerade drückt. Dort kann jeder seine Sorgen loswerden kann oder was ihn gerade beschäftigt. Ich finde das Zusammenkommen als Familie ganz wichtig.

Ihre Kinder haben das Glück, ein solches Familienleben zu erleben. Sie haben gerade erzählt, dass sie selbst erlebt haben,  dass vieles nicht selbstverständlich ist.
Bott:
Ja, deswegen setze ich mich auch immer gerne ein, wenn es um Kinder geht und finde die Zusammenarbeit mit CHILDREN so wichtig. Wenn man schon eine große Lobby hat, muss man sie auch nutzen. Aber nicht nur das: Es geht auch darum, was macht man als Privatmensch. Ich will einfach für die wichtigen Themen einstehen. 

Nina Bott ist eine der prominenten Unterstützerinnen des Charity-Projekts für Kinder. 

Gemeinsam mit der Kinderhilfsorganisation Children for a better World e.V. (CHILDREN) fördert TK Maxx in ganz Deutschland gesunde, kindgerechte Mahlzeiten in 34 CHILDREN Mittagstischen. Was  macht das Projekt für Sie so besonders?
Bott:
Ich glaube, es ist mehr als nur ein Mittagessen. Kinder können dort Kontakte knüpfen und Bezugspersonen für ihr ganzes weiteres Leben finden. Die Geschichten der Tische zeigt: Kinder haben dort Stipendien bekommen, sind dadurch ins Ausland gegangen. Das, was vielleicht sonst die Eltern tun und fördern, finden die Kinder dort. Wenn man das Zuhause nicht hat, ist es toll so eine Anlaufstelle zu haben.

Sie sind aktuell zum dritten Mal schwanger. Was wünschen Sie sich für die Zukunft ihrer Kinder?
Bott:
Ich wünsche mir, dass sie alles machen und erreichen können, was sie sich wünschen. Egal, was das für Wünsche sind. Wenn die Wünsche groß sind, gebe ich ihnen alles, was ich als Mama tun kann, um sie zu bestärken. Manchmal sind es aber auch ganz kleine Sachen, die sie beschäftigen. Ich bin immer da. Sie haben auch mal verrückte Ideen, aber ich bremse sie nicht, sondern finde es eher toll, auch wenn ich weiß: Das ist in einem Jahr vielleicht kein Thema mehr. Ich nehme sie immer ernst. Kinder sind keine Menschen zweiter Klasse. Ihre Gedanken sind oft sogar wichtiger als das, was Erwachsene von sich geben. Ein tolles Beispiel sind die Gedanken, die Kinder in den letzten Minuten vor dem Einschlafen raushauen. Es ist beeindruckend, wie sie die Welt sehen. 

Gibt es auch Momente, in denen Sie einfach mal Zeit für sich brauchen - ohne Kinder?
Bott: 
Es gibt viele Paare, die auch gerne mal ein Wochenende ohne Kinder haben. So etwas brauche ich nicht. Ich fühle mich nur dann wohl, wenn alle Schäfchen zusammen sind. Deswegen fliege ich auch jetzt noch relativ viel, nehme das auch auf mich. Ich habe keine Lust im Hotel zu sitzen. Dafür bin ich nicht Mama geworden. Aber klar: Manchmal ist es schon eine Menge.

Gemeinsam realisieren TK Maxx und CHILDREN eine große Spendenaktion zum Weltkindertag am 20. September, bei der Kunden auf zwei Wegen Gutes tun können: Vom 3. bis zum 22. September kann jeder Kunde seiner Rechnung an der Kasse 1 Euro hinzufügen, der an die Kinderhilfsorganisation geht. Darüber hinaus bietet TK Maxx Lunch-Bags für Schulkinder in seinen Stores an: Von jedem verkauften Produkt gehen drei Euro ebenfalls an CHILDREN.

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